Dritte Liga Kickers kompakt und konsequent

Hielt auf ungewohnter Position länger durch als geplant: Kickers-Zugang Gerrit Müller (re.) Foto: Pressefoto Baumann

Nicht nur in der Tabelle gibt es für Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers noch viel Luft nach oben. Auch auf dem Spielfeld lief beim 1:0 (0:0) gegen den Halleschen FC längst nicht alles nach Wunsch. Doch die Maßnahmen von Trainer Horst Steffen zeigen Wirkung.

Stuttgart - Die Kontinuität: Die Zeit der ständigen Wechselspiele ist vorbei. Nicht nur im Tor, auch im Feld haben sich unter Steffen die Stammkräfte klar herauskristallisiert.

Die Taktik: Der Trainer setzt auf ein 4-4-2-System. Auffallend: Früher klaffte zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen oft eine Riesenlücke. Nun sind die Abstände gering. Dadurch steht vor allem die Defensive kompakter. Beim verdienten Erfolg gegen Halle ließen die Blauen kaum Chancen zu.

Das Sturm-Duo: Marcos Alvarez und Elia Soriano gehen konsequent zur Sache und ergänzen sich immer besser. Sie sind präsenter, weitaus öfter am Ball als vor Wochen. Hinzu kommt die Treffsicherheit: Auch beim Arbeitssieg gegen Halle legte Alvarez (vier Saisontore) für Sturmpartner Soriano (fünf) auf – der Mann mit den italienischen Wurzeln verwandelte zum Tor des Tages. „Elia ist eiskalt, den musst du nur anschießen“, sagte Alvarez mit einem Augenzwinkern. Dass die beiden gut harmonieren, kommt nicht von ungefähr: Sie stürmten in der Saison 2011/12 schon gemeinsam erfolgreich für Regionalligist Eintracht Frankfurt II. Alvarez: „Wir verstehen uns blind.“ Die Fitness: „Wir haben unsere konditionellen Defizite aufgearbeitet“, verriet Alvarez nach dem vierten Heimsieg ohne Gegentor hintereinander. Dies ist für die Kickers-Spielweise auch wichtig. Unter Ex-Trainer Massimo Morales wurde oft nur reagiert, der neue Anspruch ist zu agieren. „Diese Spielweise ist anspruchsvoller und kostet mehr Kraft“, weiß Sportdirektor Michael Zeyer.

Der Neuzugang: Gerrit Müller hielt länger durch als geplant. Erst in der 87. Minute wechselte ihn der Trainer aus. Das Lob für den ehemaligen Jugendspieler des VfB Stuttgart folgte kurz darauf: „Erstaunlich, wie schnell Gerrit sich in unser Spiel reingefunden hat – und das auf einer für ihn ungewohnten Position.“ Müller ersetzte den verletzten Enzo Marchese (Muskelfaserriss) auf der Achter-Position im Mittelfeld. „Ich habe mich selbst gewundert, dass es so gut geklappt hat. Zumal ich so viel Defensivarbeit noch nie verrichten musste“, sagte Müller.

Nicht nur dem Neuzugang ist klar, dass die Kickers noch ein hartes Stück Arbeit vor sich haben, um aus dem Keller zu klettern. Ungeachtet der positiven Entwicklung müssen die Blauen noch in allen Bereichen zulegen. Vor allem in puncto Pressing gibt es Luft nach oben. Und nach der Balleroberung werden noch zu viele Bälle leichtfertig wieder verloren. „Wir sind auf einem guten Weg, haben aber unser Potenzial längst nicht ausgeschöpft“, weiß Steffen. Die Chance, an den Feinheiten zu feilen, bietet sich im Testspiel am kommenden Freitag (18.30 Uhr) bei Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach. Am 23. November (14 Uhr) geht es zu Preußen Münster. Steffen: „Dann wollen wir auswärts den ersten Dreier einfahren.“ Zeit wär’s – nach acht vergeblichen Anläufen.

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