Der Druck auf Michael Reschke steigt Markus Weinzierl bekommt noch eine Chance

Trotz der 0:3-Niederlage in Düsseldorf bleibt VfB-Trainer Markus Weinzierl im Amt - zumindest für die Partie gegen Leipzig. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart/Düsseldorf. VfB-Coach Markus Weinzierl bleibt nach dem desolaten Auftritt bei Fortuna Düsseldorf (0:3) überraschend im Amt. Er erhält eine Gnadenfrist und wird auch im Heimspiel gegen Leipzig auf der Bank sitzen. Der 44-Jährige bekommt noch eine Chance, das Ruder herumzureißen. Es dürfte jedoch seine letzte sein. Muss Weinzierl in den nächsten Wochen seinen Hut nehmen, steigt auch der Druck auf Sportvorstand Reschke. 

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht schlenderte Matthias Zimmermann am Sonntagabend durch die Mixed-Zone in den grauen Katakomben der Düsseldorfer Arena. Der Ex-Stuttgarter hatte seinen alten Teamkollegen gemeinsam mit seinen neuen Mitspielern 90 Minuten lang eindrucksvoll gezeigt, wie Abstiegskampf geht. In allen Belangen waren die Düsseldorfer dem VfB überlegen und siegten am Ende auch in der Höhe verdient. Während die Fortunen mit Leidenschaft und Teamgeist überzeugten, zerfielen die Stuttgarter auf der Gegenseite in ihre Einzelteile. 

„Das war ein herber Rückschlag“

Nach dem Abpfiff herrschte bei Fans, Spielern und Verantwortlichen Fassungslosigkeit über den desolaten Auftritt beim Aufsteiger aus dem Rheinland. Auch nach einer kurzen Nacht konnte Sportvorstand Michael Reschke seine Enttäuschung über den sportlichen Offenbarungseid nur schwer verbergen. „Das war ein herber Rückschlag“, erklärte der 60-Jährige am Montagvormittag am Trainingszentrum. Kurz zuvor hatte er bekannt gegeben, dass Markus Weinzierl auch im kommenden Heimspiel gegen RB Leipzig auf der Stuttgarter Trainerbank sitzen wird

Weinzierl, der nun seit vier Monaten auf der Stuttgarter Trainerbank sitzt, hat es nicht geschafft der Mannschaft neues Leben einzuhauchen. 14 Spiele, zehn Niederlagen, ein Remis und drei Siege sind die niederschmetternde Bilanz des Staubingers. Mit einem Schnitt von 0,71 Punkten pro Spiel ist er nun statistisch gesehen der schlechteste Trainer der vergangenen Jahre. Die 0:3-Pleite bei Fortuna Düsseldorf markiert den vorläufigen Tiefpunkt der Saison - und dennoch musste der 44-Jährige seinen Stuhl nicht räumen. Er bekommt noch eine Chance.

Kann die Mannschaft überhaupt Abstiegskampf?

„Er wird heute das Training leiten, er wird auch in dieser Woche das Training leiten, und er wird gegen Leipzig auf der Bank sitzen“, sagte Sportvorstand Reschke am Montag. Er werde diese Woche „noch Weichen stellen und wichtig sein.“ Eine Jobgarantie bis zum Ende der Saison gibt es aber nicht. Wird die Partie gegen die Leipziger also zum Endspiel für Markus Weinzierl? Darauf wollte der Stuttgarter Sportchef nicht eingehen: „Es geht ausschließlich um den VfB und den Klassenerhalt. Darauf fokussieren wir uns. Die Zwischenbilanz ist natürlich absolut enttäuschend.“ 

Mit ähnlichen Worten könnte man allerdings auch über die Arbeit des Sportvorstandes urteilen. Neben dem Trainer steht längst auch Michael Reschke in der Kritik. Seine persönliche Zukunft beim VfB sei „vollkommen uninteressant“, so Reschke am Montag, „es geht nur um den VfB Stuttgart und darum, die schwierige Situation zu meistern.“ Doch nicht erst seit dem Debakel in Düsseldorf stellt sich die Frage, ob die Mannschaft dazu überhaupt in der Lage ist? Vollkommen unabhängig vom Cheftrainer.  

Sportvorstand Reschke in der Kritik

Fakt ist: Sollte Weinzierl doch noch seinen Hut nehmen müssen, steigt auch der Druck auf Sportvorstand Reschke. Nach der Entlassung von Hannes Wolf (Januar 2017) und der Trennung von Tayfun Korkut (Oktober 2018) wäre das Aus von Markus Weinzierl die dritte Trainerentlassung seiner inzwischen rund 18 Monate währenden Amtszeit. Zudem steht der 60-Jährige wegen seiner missglückten Transferpolitik in der Schusslinie. Rund 50 Millionen Euro flossen in den aktuellen Kader. Die bisherigen Ergebnisse sprechen für sich. 

Statt noch einmal die Karte Trainerwechsel auszuspielen, nimmt der Sportchef nun die Mannschaft und den gesamten Club in die Pflicht: "Unser aller Aufgabe ist es, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Wir dürfen uns jetzt nicht selbst zerfleischen."

Im Hintergrund soll Präsident Wolfgang Dietrich derweil weiter an einem Notfallplan basteln. Namen wie Klinsmann, Magath und Gisdol halten sich hartnäckig im Umfeld des schwäbischen Traditionsvereins. Der kicker brachte zudem mit Co-Trainer Andreas Hinkel und/oder U-19-Coach Nico Willig eine Übergangslösung ins Spiel.

Aber zunächst einmal bekommt Markus Weinzierl noch eine Chance. Es dürfte allerdings seine letzte sein.


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