Ein Punkt gegen Duisburg Stuttgarter Kickers mit gebremstem Jubel

Am Ende war das 1:1 für die Kickers eine gefühlte Niederlage: Marcos Alvarez. Foto: Pressefoto Baumann

Duisburg/Stuttgart - Ist das Glas bei den Stuttgarter Kickers halb leer oder halb voll? Der Pessimist trauert den verschenkten zwei Punkten hinterher. Gegen die Zebras war der erste Auswärts-Dreier drin, schließlich waren die Blauen durch Elia Soriano sieben Minuten vor Schluss in Führung gegangen. Doch der Duisburger Phil Ofosu-Ayeh traf etwas glücklich noch zum 1:1 (87.). Der Optimist registriert neben der (zugegeben ärgerlichen) Punkteteilung die Tatsache, dass die Kickers besonders nach der Pause mehr vom Spiel hatten, dass das Remis nicht glücklich, sondern hochverdient war. Und zu welcher Spezies zählt Trainer Horst Steffen? Eher zu den zukunftsfrohen Zeitgenossen. „Wenn ich das nackte Ergebnis sehe, weine ich“, sagt der 44-Jährige, „aber wenn ich das gesamte Spiel betrachte, lache ich.“ Gebremster Jubel bei den Kickers.

Trainer Steffen gibt „keinem einzelnen Spieler die Schuld“

Im Grunde verhält er sich ja richtig, wenn er seine diffizile Aufgabe positiv anpackt. Dass der Klassenverbleib den Kickers nicht in den Schoß fällt, das weiß jeder in und um Degerloch längst. Aber Steffens optimistische Einschätzung der Lage liegt nicht daran, dass er am Samstag im MSV-Stadion eine rosarote Brille getragen hätte und einer optischen Täuschung erlegen wäre. Es gab einige positive Aspekte. Die Verteidigung stand meist sicher, Duisburgs Kingsley ­Onuegbu war abgemeldet, und als der Sturmtank das einzige Mal zum Zug kam, war auf Torhüter Markus Krauss Verlass. Im Spiel nach vorn arbeiteten Enzo Marchese, Sandrino Braun und Marcos Alvarez und erspielten den Kickers mehr als eine echte Torchance. Das 1:0 durch Soriano war blitzsauber kombiniert, der eingewechselte Shkemb Miftari hätte in der Nachspielzeit sogar fast noch das 2:1 erzielt. Negativ schlugen lediglich die nicht optimale Chancenverwertung zu Buche und das 1:1, bei dem eine scharfe Flanke zum Torschuss wurde. „Das war schwer zu verteidigen“, meinte Steffen, „da will ich auch gar keinem einzelnen Spieler die Schuld dafür geben.“

Das Remis fühlte sich für die Stuttgarter fast wie eine Niederlage an – dabei hatte sich der Coach noch vor der Partie sehnlichst gewünscht, dass sich sein Team „endlich für gute Leistungen belohnen“ müsse. Wieder nichts, der Ärger über den verpassten Sieg in der Kabine war groß. Enttäuschung ja, Verzweiflung nein – auch wenn die Blauen noch immer unterm Strich stehen. „Die Jungs haben doch gesehen, dass etwas geht gegen einen Club, der eigentlich aufsteigen will“, sagt Steffen, „sie haben gespürt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Gegen den Halleschen FC soll am kommenden Samstag (14 Uhr) dieser Weg im Gazistadion fortgesetzt werden – und nicht nur der Kickers-Trainer wird hoffen, dass nach diesen 90 Minuten auf der Waldau die Spieler, Verantwortlichen und die Fans der Blauen ein Glas vor sich sehen, das mehr als halb voll ist.

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