Einsatz in Winnenden So hat die Feuerwehr das brennende E-Auto gelöscht

Um ein weiteres Erhitzen des Akkus im Elektroauto zu verhindern, steht der Wagen nun mindestens bis Dienstag in einem Wasserbad. Foto: ZVW/Tobias Klecker

Winnenden. Die Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Winnender Feuerwehrleute so schnell nicht mehr vergessen. Erst der Brand beim Schulerhof, dann steht plötzlich ein Elektroauto in Flammen. Eine neue Situation für die Männer der Wehr.

„So einen Fall gab es bislang für die Winnender Feuerwehr noch nicht“, sagt der stellvertretende Feuerwehrkommandant auf Nachfrage unserer Zeitung. „Man wird für solche Situationen sensibilisiert. Das kriegt man dann schon hin. Wenn das Auto noch nicht komplett brennt, dann bekommt man es auch in den Griff.“

Die Batterie, die sich meist im unteren Bereich der Elektroautos befindet, macht den Feuerwehrleuten die Arbeit beim Löschen nicht leicht. Sie ist nur sehr schwer bis gar nicht zu löschen, wenn sie erst einmal Feuer gefangen hat. Grund ist eine chemische Reaktion, die durch den Brand entsteht. „Man muss den Lithium-Ionen-Akku nach einem Feuer dauerhaft kühlen, da er sich selbstständig erhitzen kann“, erklärt der stellvertretende Kommandant.

Bei Porsche kam der Container bisher nur bei Übungen zum Einsatz

Deshalb orderten die Winnender Feuerwehrleute einen speziellen Container bei der Porsche-Werksfeuerwehr in Weissach an. Die Kollegen aus dem Entwicklungszentrum des Autoherstellers transportierten den Behälter die rund 60 Kilometer nach Winnenden.

„E-Autos sind einfach schwieriger zu löschen als ein normales Auto“, sagt ein Porsche-Pressesprecher gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben der Feuerwehr in Winnenden gerne geholfen.“

Kurioserweise kam der Container bei Porsche seit der Anschaffung Mitte 2018 bisher noch nicht zum Einsatz. „Nur zu Übungszwecken“, sagt er. „Vor allem im Rahmen der Entwicklung von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen am Standort Weissach ist die Beschaffung eines solchen Behälters eine Vorsorgemaßnahme, die bereits internen Tests unterzogen wurde.“

Spezielle Entsorgung für das Löschwasser

Mit Hilfe einer Seilwinde können Fahrzeuge in den Container gezogen werden. Anschließend wird die Klappe geschlossen und der Container geflutet. „Er ist absolut wasserdicht“, sagt der stellvertretende Feuerwehrkommandant.

Wie gefährlich war der Einsatz für die Winnender Feuerwehr? Drohte womöglich sogar eine Explosion der Batterie? „Sag niemals nie“, sagt der Feuerwehrmann dazu. „Eine Explosion drohte aber, denke ich, nicht. Wir wollten vielmehr verhindern, dass das Feuer auf andere Teile des Autos überspringt. Außerdem stand das E-Auto relativ nah an der Fassade vom Autohaus. Auch hier wollten wir das Überspringen verhindern.“

Frühestens am Dienstag soll das Auto wieder aus dem Container kommen. Eine Vorsichtsmaßnahme, da Akkubrände ein bis zwei Tage andauern können.

Vom Löschwasser wurde bereits am Sonntag eine Probe genommen. „Je nachdem, was dabei rauskommt, muss das Wasser dann speziell entsorgt werden. Hierfür sind wir dann aber nicht mehr zuständig, sondern eine Entsorgungsfirma“, erklärt der Feuerwehrmann.


Brand der Scheune am Schulerhof: Ein technischer Defekt kann ausgeschlossen werden

Kriminaltechniker der Polizei haben inzwischen die Arbeit aufgenommen. Sie suchen nach Hinweisen und Beweisen, um möglichen Tätern auf die Schliche zu kommen. „Durch die Art und Weise der Entstehung des Feuers am Elektroauto und durch Beobachtungen von Zeugen sind wir uns sicher, dass es Brandstiftung war“, sagt ein Polizeisprecher des zuständigen Präsidiums in Aalen. Einen konkreten Tatverdacht gegen einen oder mehrere Verdächtige habe die Polizei bislang jedoch nicht.

„Was die Scheune angeht, haben wir Spürhunde im Einsatz, die gegebenenfalls Brandbeschleuniger erschnüffeln“, sagt er. Eine Selbstentzündung des Heus sei jedoch auch eine mögliche Brandursache. „Wenn das Heu nicht trocken eingelagert wird, kann Hitze entstehen, die dann zu einem Brand führt“, erklärt der Polizeimann. „Das können wir feststellen, indem wir den Brandschutt auseinandernehmen. Die Ergebnisse stehen aber noch aus.“ Auszuschließen sei in jedem Fall ein technischer Defekt, da es in dem Schuppen keinen Strom gegeben habe.

Weshalb das Rote Kreuz beim Einsatz an der Scheune mit 18 Mann beteiligt war, könne er nicht genau sagen. „Bei Bränden werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Da es ein relativ großer Brand war, gehe ich davon aus, dass auch deshalb so viele Kräfte dabei waren.“

Zu einem möglichen Zusammenhang der beiden Brände könne man aktuell noch nichts sagen.

Auch ob die Ereignisse mit dem Parkhausbrand vom 16. August am Winnender Bahnhof etwas zu tun haben, könne man noch nicht beurteilen. „Wir ermitteln in jedem Einzelfall, versuchen, Beweismittel zu finden, und gleichen diese ab.“ Die beiden Autos, die im Parkhaus am Bahnhof brannten, seien jedoch keine Elektroautos gewesen.

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