Eisdisco im Winnender Wunnebad Eisprinzen und Eis-Ballerinas

Hier kommen alle Generationen zusammen. Foto: Ralph Steinemann

Winnenden. Keine Eisdisco ohne die mühelos dahingleitenden Eisprinzen und Eis-Ballerinas. Sie zeigen sich im hellen weißen und bunten Licht der Scheinwerfer. Schwerelos drehen sie Pirouetten und bauen artistische Sprünge ein. Einer kreist lässig mit den Händen in seinen Jeanstaschen.

Jioti aus Winnenden hat einen Stil, der cool aussieht: Rückwärts schlängelt er sich durch die Menge, die Hände hat er beim Fahren in den Taschen seiner Jeans. Einen Fuß hinter den anderen stellend nimmt er Fahrt auf. Ebenso souverän bremst er ab und übt ein „Dreieck“ - drei Trippelschritte, bei denen er einen sehr guten Gleichgewichtssinn braucht und sein Gewicht mehrmals von einem aufs andere Bein verlagern muss. „Ein Kumpel hat es gezeigt, ich bringe es mir selbst bei“, sagt er.

„Wir müssen uns nie verabreden, es ist immer jemand da“

Wie ein schwereloser Eistänzer wirkt auch Carlos. Er gehört zu den Eishockeyspielern, die auffallen, weil sie in speziellen Schuhen elegant übers Eis fliegen - für sie ist es Training. „Man nennt ihn Ballerina, weil er Drehungen macht und in der Luft viele Sprünge kann“, sagen die 17-jährige Vanessa und Freundin Leoni. Sie kennen ihn vom Sehen, denn sie sind regelmäßig mit der Clique hier. Der Eispark sei eine Garantie, Freunde zu treffen. „Wir müssen uns nie verabreden, es ist immer jemand da.“

Fast jeden Tag üben auch die elfjährige Laura und Tiffany aus Winnenden Pirouetten und Standwaagen. Dank knackiger Kälte sei das Eis „ideal, aber es ist sehr voll heute, dadurch wird es schnell rau“. Für die gewünschte spiegelglatte Fläche muss „Eismeister“ Waldemar Hacker an gut besuchten Tagen „im Schnitt einmal pro Stunde“ ausrücken. Über Mikrofon kündigt er seine Fahrt mit dem Holdertraktor und der Eisglättmaschine an: „Liebe Gäste, machen Sie eine kleine Pause, gleich geht es weiter.“ Wie ein großer Eiskratzer schabt das Messer die Fläche ab und befreit sie von den Spuren der vielen Kufen. Glänzend und glatt gibt der Eismeister die Bahn frei.

Hand in Hand traumwandeln verliebte Pärchen im Gleichschritt

Zu satten Dubstep-Hip-Hop-Beats wagt sich jede Könnensstufe für einen Tanz aufs Glatteis. Einige staksend und mit fuchtelnden Armen wie Marionetten, andere würdevoll, ruhig und akrobatisch. Strahlende Kinder krallen sich an den Griffen der Laufhelf-Eisbären und Pinguine fest oder sie werden von Mama vorwärtsgeschoben. Wer zu schnell in die Kurve geht, landet auf dem Gesäß oder bremst auf den Knien. Hand in Hand traumwandeln verliebte Pärchen im Gleichschritt, auf flotten Kufen kurven die Könner an rotwangigen Mützenträgern vorbei.

Keiner drängelt, keiner mosert, die Stimmung ist entspannt

Keiner drängelt, niemand mosert, jeder findet in seinen Eisschritt. „Hier sind alle Generationen zusammen und es funktioniert“, sagt Sandra Läpple aus Bittenfeld. Die Rücksichtnahme beim abendlichen Eisvergnügen sei sehr gut, die Stimmung mit frischer Luft unter freiem Himmel einmalig. Ihre Mutter Inge Läpple schaut zu, wie die Enkel übers Eis flitzen. „Sie haben es sich die ganze Woche gewünscht“, sagt die Oma. Die siebenjährige Lina und die achtjährige Mia fahren seit einem Jahr, lernen schnell und berichten stolz, dass sie schon alleine fahren können. „Den Pinguin haben wir nur einmal kurz genommen“, sagt Mia. „Beide fahren Inliner“, erklärt die Mutter.

Markus Gmeiner aus Erdmannhausen würde sich von deren Balancevermögen gern eine Scheibe abschneiden: „Aua, meine Knie“, versucht er, sich um die nächsten kippligen Minuten auf dem Eis zu drücken. Doch die Kinder, der fünfjährige Luca und die achtjährige Zoey, haben noch nicht genug. „Schätze, du bist überstimmt“, sagt lächelnd seine Frau Manuela.

„Guck mal Papa“ wollen sie ihren neuesten Trick zeigen. Papa versucht sich an einem Bremsmanöver, kommt ins Stolpern und hält sich zum Zuschauen an der Bande fest. „Ins Schwimmbecken wäre ich sofort gehüpft, aber ich glaube, Eis ist nicht ganz meins.“ Die Kinder ziehen ihn mit: „Hauptsache, ihnen macht’s Spaß“, gibt er sich geschlagen und rutscht mit.


Pinguine und Hip-Hop

  • Leila und Ali Darwiche verleihen Schlittschuhe und Pinguine. Eine halbe Stunde mit der Gehhilfe, die es auch als Eisbär oder Panda gibt, kostet 2,50 Euro. Schlittschuhe kosten 2,50 Euro (bis Größe 31), ab Größe 31 bezahlt man drei Euro, unabhängig von der Dauer.
  • Hip-Hop muss man mögen, wenn die „Djs“ Steven und Alex ihre Playlists abspielen. „Ich fahre selbst seit fünf Jahren und weiß, was viele hören wollen“, meint Steven. Über ein einwöchiges Praktikum im Wunnebad sind sie zu ihrem Nebenjob gekommen, der ihnen viel Spaß macht. „In den letzten Jahren lief nicht immer gute Musik, jetzt können wir es dem Geschmack der Leute anpassen“, sagen sie selbstbewusst.
  • Bewertung
    1
 

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!