"Erhebliche Belastung des Grundwassers" Baustelle auf dem Köhlergelände Winnenden ruht

Nur noch ein Schutthaufen erinnert an die Köhlerfabrik an der Ecke Palmerstraße/Schmidgallstraße. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Winnenden. Der Technische Ausschuss der Stadt Winnenden hat sein „Okay“ für den Bau von 35 neuen Wohnungen auf dem Köhlerareal gegeben. Der Entwurf hat es den Räten angetan. Noch bremsen allerdings Bodenbelastungen die Baustelle.

Die Altlastenbehörde beim Amt für Umweltschutz sei am 19. August darüber informiert worden, „dass auf dem Grundstück zwei Brunnen gefunden wurden: ein Schachtbrunnen und ein Stahlrohrbrunnen. Augenscheinlich war das in den Brunnen stehende Grundwasser mit Öl verunreinigt“, erklärt das Landratsamt Rems-Murr auf Nachfrage.

Die daraufhin entnommenen Grundwasser- und Bodenproben ergaben „erhebliche Belastungen des Grundwassers mit Kohlenwasserstoff (KW), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW)“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Zunächst vermutete man, dass ein Öllagerraum auf dem Grundstück die Ursache für das verschmutzte Grundwasser sein könnte. „Eine Baggerschürfe im Bereich des Öllagerraums ergab jedoch keine Hinweise auf eine Schadensursache“, so das Landratsamt. Auch ein Heizölhandel auf der gegenüberliegenden Straßenseite sei nicht für die Verschmutzung verantwortlich. Dies ergab eine Betriebsprüfung des Amts für Umweltschutz, die „keine Hinweise auf einen unsachgemäßen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und damit einer möglichen Schadensursache ergaben“. Die Ursache für die verunreinigten Proben ist somit aktuell noch unbekannt. Laut Landratsamt bestehe für Anwohner „keine unmittelbare Gefahr für die Trinkwasserversorgung“.

Das verunreinigte Wasser soll abgepumpt werden

Das verunreinigte Wasser soll nun abgepumpt und über einen Aktivkohlefilter gereinigt werden. Dann sollen erneute Grundwasser- und Bodenproben klären, wie es weitergeht. Proben im Bauschutt der ehemaligen Köhlerfabrik ergaben außerdem ebenfalls eine „geringfügige Schadstoff-Belastung“. Ein Widereinbau wegen der Lage im Wasserschutzgebiet sei kritisch. „Das Amt für Umweltschutz hat eine Verwendung des Materials lediglich unter versiegelten Bereichen empfohlen.“ Bis die Punkte endgültig geklärt sind, steht die Baustelle still. „Einen formalen Baustopp gibt es nicht“, erklärt das Landratsamt.

Baufirma Riker „ist guter Dinge“ und arbeitet mit Nachdruck

„Vor dem Abbruch der Köhlerfabrik haben wir viele Begehungen auf dem Gelände durchgeführt. Dabei ist uns nichts aufgefallen“, erklärt Björn Riker, der Geschäftsführer des Unternehmens. „Bei einer Bodenschürfe vor einem Jahr wurde ebenfalls nichts entdeckt. Die haben wir machen lassen, weil es immer wieder Gerüchte gab, dass da etwas sein könnte“, fährt er fort. Auch Ölgerüche seien zu keinem Zeitpunkt wahrnehmbar gewesen. Die zwei Schächte, in denen sich das verunreinigte Grundwasser befindet, seien erst nach der Entfernung der Bodenplatte entdeckt worden. Die Brunnen seien zubetoniert gewesen.

Um festzustellen, ob das ganze Gelände belastet ist, veranlasste die Firma Riker eine weitere Bodenuntersuchung südlich der belasteten Stelle. „Dort haben wir kein ölhaltiges Wasser gefunden, weshalb wir von einem lokalen Problem ausgehen“, so Riker.

Die Baufirma sei seit vergangenem Freitag mit Nachdruck daran, das Problem schnellstmöglich zu lösen. „Wir sind guter Dinge“, sagt Riker. „Aktuell sind wir noch auf der Suche nach einer geeigneten Filteranlage und mit unterschiedlichen Firmen im Kontakt. So etwas ist auch für uns kein Alltagsgeschäft.“

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