Eva Mayr-Stihl-Stiftung Mehrere Millionen für gemeinnützige Projekte

Ehrenbürgerin der Stadt Waiblingen: Eva Mayr-Stihl. Foto: Büttner/ZVW

Waiblingen. Die Eva Mayr-Stihl-Stiftung hat im vergangenen Jahr 71 Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehreren Millionen Euro unterstützt. Der Betrag lag im hohen einstelligen Millionen-Bereich. Genauere Zahlen nennt die Stiftung nicht.

Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Waiblingen wurde 1986 von Eva Mayr-Stihl und ihrem Mann Robert Mayr gegründet. Das Stiftungskapital lag damals bei 500 000 D-Mark. Heute verfügt die Stiftung über 150 Millionen Euro. In den vergangenen 31 Jahren wurden insgesamt 22,863 Millionen Euro für Projekte in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie für die Medizin ausgegeben.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Stadt Waiblingen. Die Galerie Stihl wäre ohne die Stiftung nicht möglich gewesen. Die enge Verbindung zur Galerie, die 2018 ihr zehnjähriges Bestehen feiert, zeigt sich auch am Standort und der Architektur des Stiftungsgebäudes in der Weingärtner Vorstadt, direkt an der Rems.

Die Stiftung fördert die Kunstlichtung in Waiblingen

Kein Wunder also, dass die Eva Mayr-Stihl-Stiftung im vergangenen Jahr die Kunstlichtung, eines der zentralen Waiblinger Projekte zur Gartenschau 2019, unterstützt hat. „Die Form der Lichtung entspricht in ihrer Geometrie der Grundform des Galeriegebäudes“, heißt es dazu im jetzt erschienenen Jahresbericht. „So entsteht ein Brückenschlag zwischen Talaue und gebauter Stadt. In der Kunstlichtung werden bewusst nur reduzierte, speziell auf den sensiblen Ort abgestimmte Angebote für Kunst und Kultur geschaffen, denn sie soll auch ein Ort der Ruhe des Naturerlebens sein.“

In Waiblingen wurden aber auch viele kleinere Projekte unterstützt – vom Musical „Die Eiskönigin“ der Friedensschule in Neustadt über das Jubiläumskonzert des MGV Hegnach bis zur Förderung der Waiblinger Kirchengemeinden. Dazu werden das Hospiz in Backnang und die Rems-Murr-Kliniken gefördert.

Beitrag gegen drohenden Ärztemangel

Die Eva Mayr-Stihl-Stiftung ist auch in der Landeshauptstadt aktiv. Dort wird unter anderem das Klinikum Stuttgart gefördert. Seit 2010 besteht das Stuttgart Cancer Center - Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl. Die angedachte Medizinerausbildung mit 50 Studienplätzen pro Jahr wird derzeit von der Landesregierung geprüft. Für die kommenden zehn Jahre könnten hier insgesamt 60 Millionen Euro Stiftungsgelder fließen. „Wir wollen damit einen Beitrag gegen den drohenden Ärztemangel leisten“, sagt Eva Mayr-Stihl.

In Baden-Württemberg ist die Universität Freiburg ein Schwerpunkt für Fördergelder. Schon viele Jahre unterstützt die Stiftung die Forschung zur Wald- und Forstgeschichte, im vergangenen Jahr kam das Thema „Nachhaltige technische Systeme“ hinzu. Die Stiftung fördert eine Professur für intelligente Netze sowie eine Forschungsgruppe zu Werkstoffkreisläufen. Dafür flossen aus Waiblingen zwei Millionen Euro. Stiftungsprofessorin wurde Melanie Zeilinger.

"Wir werden mit unserer Arbeit nicht nachlassen"

Auch in Osteuropa ist die Stiftung aktiv. Hier werden zum Beispiel karitative Einrichtungen wie Kinder- oder Altenheime sowie Universitäten gefördert.

Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr versprechen im Jahresbericht: „Wir werden mit unserer Arbeit nicht nachlassen, das Stiftungskapital wird weiter wachsen und mit ihm die Zahl der Projekte, die wir unterstützen.“


Eva Mayr-Stihl

Eva Mayr-Stihl wurde am 4. Januar 1935 in Stuttgart geboren. Sie ist die Tochter des Firmengründers Andreas Stihl. 1960 trat sie in das Unternehmen ein, das damals rund 600 Mitarbeiter hatte und weniger als 20 Millionen D-Mark Umsatz.

1969 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung, zunächst für Marketing und danach für Finanzen. 1998 wurde sie stellvertretende Vorstandsvorsitzende. 2002 verließ sie, wie ihre Brüder Hans Peter und Rüdiger, den Vorstand. Stihl, inzwischen Weltmarktführer für Motorsägen, hatte damals 7300 Mitarbeiter und 1,5 Milliarden Euro Umsatz.

Eva Mayr-Stihl ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Außerdem ist sie Ehrenbürgerin der Stadt Waiblingen.

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