Ex-Freundin in Fellbacher Casino attackiert 40-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht

Symbolbild. Foto: pixabay.com, Lizenz: Public Domain CC0

Fellbach/Stuttgart. Ein 40-jähriger Kosovare ist wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Freundin angeklagt. Seit Freitag muss sich der U-Häftling vor Gericht verantworten. Er soll laut Anklageschrift mehrfach mit einem Steakmesser auf seine frühere Partnerin eingestochen haben. Die Frau überlebte schwer verletzt. Sie hatte sich von dem 40-Jährigen getrennt, woraufhin der Mann ihr ein weiteres Lebensrecht absprach, wie es in der Anklageschrift hieß.


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06.03.2019: Versuchter Mord: 40-Jähriger festgenommen


Die Tat liegt knapp ein halbes Jahr zurück. Am 3. März, einem Sonntag, soll der Angeklagte kurz vor 23 Uhr ein Casino in der Bahnhofstraße in Fellbach betreten haben. Dort arbeitete seine damals 24-jährige Ex-Freundin. Was dann geschah, wird im Laufe des September vor dem Landgericht Stuttgart aufgearbeitet werden: Am ersten Prozesstag diesen Freitag verlas der Staatsanwalt lediglich die Anklageschrift. Aus verschiedenen organisatorischen Gründen wird der Prozess erst am 13. September fortgesetzt.

Offenbar hatte sich das Opfer von dem Kosovaren getrennt gehabt. Der Mann sprach ihr daraufhin – so stand es in der Anklageschrift, die der Staatsanwalt verlas – „ein weiteres Lebensrecht ab“.

Die Frau war völlig überrumpelt

Laut Anklageschrift „heimtückisch“ und „aus niederen Beweggründen“ habe der Kosovare die Frau töten wollen. Das Opfer hatte offenbar in keinster Weise mit einem Angriff gerechnet; die Frau war völlig überrumpelt. Ihr Ex-Freund habe ihr Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und sie geschlagen. Die Frau flüchtete auf die Toilette des Casinos, doch sie konnte ihrem Peiniger zunächst nicht entkommen. Der Mann zückte laut Anklage ein Steakmesser mit einer circa sechs Zentimeter langen Klinge und stach auf die Frau ein. Mindestens sieben Mal habe der Mann auf die linke Oberkörperseite seines Opfers eingestochen – bis die Klinge abbrach und der Mann sein Opfer nicht weiter traktieren konnte.

Die Frau trug mehrere Stich- und Schnittverletzungen davon und musste später operiert werden. Die tiefste Stichwunde maß sechs Zentimeter. Trotz des brutalen Angriffs schaffte es die Frau, sich in einen der Privaträume des Casinos zu retten. Sie stemmte sich, so heißt es in der Anklageschrift weiter, mit aller Macht von innen gegen die Tür des Raumes. Der Angreifer gab schließlich auf und floh. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen; seit 6. März sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Früheren Angaben der Polizei zufolge ist der 40-Jährige seinerzeit auf der Autobahn bei Rosenheim in Bayern festgenommen worden.

Angeklagte haben das Recht, zu schweigen

Ob sich der 40-Jährige vor Gericht zur Sache äußern wird, ist noch offen. Bisher habe er keine Angaben gemacht, hieß es. Es sind Sachverständige eingeschaltet. Im Laufe des auf noch fünf Prozesstage angesetzten Verfahrens werden sie gehört werden.

Zu Beginn des ersten Prozesstages am Freitag fragte Ute Baisch, die Vorsitzende Richterin der ersten Schwurgerichtskammer, zunächst nur die Personalien des Mannes ab. Der Mann ist 1979 im Kosovo geboren, geschieden und von Beruf Kfz-Mechaniker. Er hat die kosovarische Staatsangehörigkeit und spricht albanisch. Vor Gericht übersetzt ein Dolmetscher für ihn.

In einschlägigen Foren im Internet kursieren diverse Interpretationen dieses Falles. Die erste Schwurgerichtskammer am Landgericht wird nun zu klären haben, was genau passiert ist, ob der 40-Jährige im Sinne der Anklage schuldig ist und wie es zu der brutalen Tat kommen konnte. Der Hinweis in der Anklageschrift, die Frau habe aus Sicht des 40-Jährigen ihr Lebensrecht verwirkt gehabt, ließ aufhorchen.


Gewalt gegen Frauen

Der Prozess wird am 13. September fortgesetzt. Danach sind noch vier weitere Verhandlungstermine vorgesehen.

Unabhängig vom Ausgang des Prozesses gilt diese Statistik:

„Jede vierte Frau im Alter von 16 bis 85 Jahren wurde bereits einmal in ihrem Leben von ihrem Lebensgefährten oder Ex-Lebensgefährten misshandelt“, so das Bundesamt für Familie. Alle paar Tage wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.

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