Fellbach Gewa-Tower ist vollständig bezahlt

Für den Schwabenlandtower SLT 107 hat die CG Gruppe mehr als 15 Millionen bezahlt. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Fellbach. Die Anleger des Fellbacher Towers können die Sektkorken knallen lassen: Am Freitag hat der Investor, die CG Gruppe von Christoph Gröner, den Rest des Kaufpreises in Höhe von insgesamt 15 Millionen Euro bezahlt. Die Gewa-Gläubiger, die den Totalverlust fürchten mussten, bekommen mehr als 40 Prozent ihres Geldes zurück.

Am Freitag ist mit 5,3 Millionen Euro die letzte Tranche des vereinbarten Kaufpreises geflossen. Das bestätigt Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli. In der langen Geschichte um den Pleiteturm am Fellbacher Stadtrand und in direkter Nachbarschaft von Waiblingen-Süd kommt diese Nachricht einem Meilenstein gleich. Entsprechend gut gelaunt zeigte sich am Freitag auch der Düsseldorfer Rechtsanwalt Gustav Meyer zu Schwabedissen, der die Seite der Anleihegläubiger vertritt. Diese könnten jetzt mit mehr als 40 Prozent des investierten Geldes rechnen. Angesichts der Verluste, die im Raum standen, ein unerwartet positives Ergebnis.

Gläubiger profitieren von der Verzögerung

Zuletzt war der Zahlungstermin wiederholt verschoben worden, was Gustav Meyer zu Schwabedissen mit der Komplexität des Verfahrens begründet. So stand die investierende CG Gruppe etwa vor der Herausforderung, mit 44 Eigentümern den Rückkauf der Gewa-Wohnungen unter Dach und Fach zu bringen. Aus Sicht des Gläubigervertreters war die Verzögerung letztlich sogar im Sinne der Anleger, da sie auf diese Weise mehr Geld bekommen. So war für die Verlängerung bis 10. April eine pauschale Verzinsung von 300 000 Euro vereinbart worden. Danach wurde ein weiterer Tageszins von 4000 Euro fällig. Das Warten sollte sich lohnen. Die Verzinsung lag oberhalb des ursprünglichen Anleihezinses. Unmittelbar vor Ostern wurde dann, wie berichtet, eine Teilzahlung von zehn Millionen Euro überwiesen. Bis das Geld bei den Anlegern ankommt, werden wohl nur noch wenige Tage vergehen. Es liegt nun am gemeinsamen Vertreter, es an die Gläubiger zu verteilen.

Die CG Gruppe ist gleichzeitig in vielen anderen Städten aktiv

Außer in Fellbach ist die CG Gruppe gleichzeitig in vielen anderen deutschen Städten aktiv: Bis zum 2021 will sie in Berlin den Steglitzer Kreisel, einen ehemaligen Büroturm mit 30 Etagen, zu einem Wohnhochhaus umbauen. Für potenzielle Käufer hat sie jetzt zwei Musterwohnungen zur Besichtigung eingerichtet.

In Düsseldorf haben Tochtergesellschaften das frühere Nirosta-Gelände (Thyssen-Krupp) gekauft, um es in die „Benrather Gärten“ zu verwandeln. Als Kaufpreis werden rund 100 Millionen Euro kolportiert. Und in Dresden feierte der mächtige Immobilienentwickler mit Sitz in Berlin vergangene Woche die Grundsteinlegung für die „Mary Ann Apartments“: 19o Wohnungen am Postplatz.

Nach eigenen Worten ist die CG Gruppe der in Deutschland führende Projektentwickler mit eigener Baukompetenz. Firmengründer und Namensgeber ist der Unternehmer Christoph Gröner, der in der ARD-Doku „Ungleichland“ als Hauptperson auftrat.


SLT 107

  • Derzeit liegt der Bauantrag für den Schwabenlandtower SLT 107 bei der Stadt Fellbach zur Prüfung. Das dauert voraussichtlich bis Juni.
  • Im als Luxus-Turm geplanten Hochhaus sollen aus den bisherigen 66 Nobel-Wohnungen 194 kleine bis mittlere Mietobjekte entstehen.
  • Der Baustart für den Umbau ist für den Spätsommer vorgesehen.
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