Attacken auf Wahlkampfstände Linke und AfD bezichtigen sich gegenseitig der Lüge

, aktualisiert am 08.05.2019 - 15:16 Uhr
Symbolbild. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Fellbach/Korb (awus).
Nach einer Auseinandersetzung zwischen Antifaschisten und der AfD am Samstag in Fellbach hagelt es nun Vorwürfe: AfD-Wahlkämpfer hätten ihren Infostand selbst zerstört und würden sich nun als Opfer stilisieren, heißt es. Mittlerweile ist ein Video veröffentlicht, dass diese Sichtweise beweisen soll. Doch die Sachlage bleibt unklar.

Der Nachrichtenstand am Montagabend: Laut Polizei haben rund zehn Personen aus dem linken Spektrum AfD-Vertreter an deren Wahlstand am Samstagvormittag in Fellbach bedrängt und den Infostand beschädigt. In Korb wurden ebenfalls am Samstagvormittag AfD-Wahlkämpfer attackiert; es war ein Schlagstock im Einsatz. Eine Woche davor war es bereits in Backnang zu einer Auseinandersetzung an einem Wahlstand der AfD gekommen. Der AfD-Kreisvorsitzende Daniel Lindenschmid schreibt, die AfD werde jetzt „wöchentlich mit physischen Angriffen konfrontiert.“ – „Unsere demokratischen Rechte werden mit Füßen getreten.“

Video auf Youtube

Mehrere Veröffentlichungen im Internet verweisen nun auf ein Video, das zeige: AfD-Leute hätten ihren Infostand selbst abgebaut und ihre Flyer eigenhändig auf den Boden geworfen – und sich hernach zum Opfer stilisiert.

Unterdessen bleibt die Polizei bei ihrer ursprünglichen Darstellung, wie Pressesprecher Holger Bienert auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte: Es gebe keine Hinweise, dass die gegen die AfD gerichteten Vorgänge vorgetäuscht gewesen wären. Nach wie vor bestehe der Verdacht, dass Leute aus dem linken Spektrum für Beschädigungen verantwortlich sein könnten. Es werden nun laut Bienert verschiedene Personen gehört, die Polizei führt die Ermittlungen fort – Ausgang naturgemäß noch offen.

Der Rudersberger Journalist Alfred Denzinger dokumentiert die Vorfälle minutiös. Denzinger steht der Antifa nahe und veröffentlicht Beiträge in den „Beobachternews“, für deren redaktionellen Inhalt er laut Impressum verantwortlich zeichnet. Dort schreibt Denzinger zu den Vorfällen in Fellbach: „Die AfD-Wahlkämpfer nutzten die Gelegenheit, um sich in der ‘Opferrolle’ zu präsentieren. Mit lautem Rufen ‘wir sind anscheinend die Juden von heute – ihr seid die wahren Nazis’ diffamierten sie Millionen jüdische Opfer und warfen ihr eigenes Infomaterial auf den Boden und zerlegten ihren Wahlkampfstand selbst. Der herbeigeeilten Polizei präsentierten sie die Schäden.“

Als „völlig absurd“ bezeichnet Frank Reiners die Vorwürfe. Der Vorsitzende des AfD-Ortsverbandes Waiblingen-Fellbach war am Samstag in Fellbach vor Ort. Seine Sicht der Dinge schildert er in einer Stellungnahme: „Nachdem um 10:15 Uhr die Antifa angerückt war, bildeten ihre Aktivisten mit ihren Bannern eine Kette und kesselten die Wahlkämpfer mit ihrem Stand ein. Der Kessel wurde dann mit der Absicht zugezogen, die Personen an die rückwärtige Mauer zu drängen. Die vier Wahlkämpfer der AfD konnten gegen die 15 bis 20 Linksextremen nicht viel ausrichten und mussten zurückweichen, zum Teil auch hinter den Infostand. Dabei wurde von den Linksextremen gegen den Stand getreten, wodurch ein Verriegelungshebel abbrach. Durch den Bruch des Hebels fiel der eingelegte Regalboden und mit ihm dort abgelegtes Infomaterial zu Boden. Nahstehende Extremisten haben anschließend mit den Füßen versucht, die Flyer auf dem Boden zu zerreiben.“

Die AfD-Wahlkämpfer hätten keinerlei Beschädigungen selbst verursacht. Den „Videoschnipsel“ bezeichnet Reiners als „lächerlichen Versuch der Beweisführung“ und „perfide Lüge“. Laut einer Pressemitteilung am Mittwoch (08.05.) hat der AfD-Kreisverband inzwischen Strafanzeige gegen Alfred Denzinger und einen weiteren Blogbetreiber gestellt. Der Vorwurf lautet Verleumdung. 

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