Fellbach Rebhuhn-Hilfe auf dem Schmidener Feld

Andreas Fallert, Landschaftserhaltungsverband Rems-Murr, Umweltdezernent Stefan Hein und Fellbachs Baubürgermeisterin Beatrice Soltys säen Blühbrachen auf dem Schmidener Feld ein. Foto: Stadt Fellbach Foto: Landratsamt

Fellbach/Waiblingen. Dass das Schmidener Feld ökologisch wertvoll ist, gehört zu den Standardsätzen in Debatten darüber, ob dort eine vierspurige Straße angemessen wäre. Für den Schutz des stark bedrohten Rebhuhns auf dem Schmidener Feld setzen sich seit längerem die Stadt Fellbach, der Rems-Murr-Kreis, der Landschaftserhaltungsverband, der Nabu Baden-Württemberg und der Landesjagdverband gemeinsam mit den örtlichen Landwirten ein. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg fördert das Projekt bis 2020.

Um dem Charaktervogel des Schmidener Feldes zu helfen, werden jetzt insgesamt sechs Kilometer bestehende Graswege aufgefräst, und die artenarme Vegetation wird durch eine speziell auf Fellbach abgestimmte Blühmischung ersetzt. Die artenreiche Vegetation bildet die Nahrungsgrundlage sowohl für die jungen Hühner, die sich von Insekten ernähren, als auch für die Altvögel, die Sämereien bevorzugen.

„In der Bevölkerung ist langsam auch das Gespür für die Wichtigkeit der Maßnahmen vorhanden“, sagt die Fellbacher Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Und Stefan Hein, Umweltdezernent im Landratsamt: „Der Landkreis setzt sich ganz bewusst für die Artenvielfalt ein. Blühflächen sind in diesem Bereich ein zentrales Thema: An der B 29 haben wir bereits mehr als acht Hektar Blühflächen angelegt, aber auch die Landwirte und die Kommunen leisten hier wertvolle Arbeit. Die Blühflächen hier auf dem Schmidener Feld sind ein weiterer wichtiger Baustein dieses Engagements.“

„Das Rebhuhnprojekt kam hoffentlich gerade noch rechtzeitig, denn obwohl das Schmidener Feld eine der größten Rebhuhnpopulationen in Baden-Württemberg beheimatet hat, ist der Bestand inzwischen erschreckend niedrig“, sagt Michael Eick vom Nabu Fellbach. „Es ist gut, dass alle Akteure an einem Strang ziehen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, den Brutbestand wieder zu erhöhen. Ganz wichtig ist die Information der Besucher des Schmidener Feldes. Die Einsaat der Erdwege stellt zudem einen weiteren Baustein dar, um die Lebensbedingungen der Rebhühner zu verbessern.“

Der weltweite Rückgang von Insekten ist auch im Rems-Murr-Kreis bemerkbar. Alle bestäubenden Insekten brauchen ein ausreichendes Angebot an Blüten und Pollen, um genug Nahrung zu finden. Dafür sind naturnahe Blühflächen mit heimischen Pflanzen notwendig. Dafür setzt sich der Rems-Murr-Kreis seit längerem ein. Landrat Richard Sigel: „Schon 2017 haben wir in unserem Naturpark das Bienenjahr ausgerufen und sind aktiv geworden. Über dieses Projekt sind auch die Remstal-Gartenschau und der Naturpark eng verbunden. Wir haben vieles vernetzt und interkommunal zusammengearbeitet. Wichtig ist mir, nicht nur bunte Blumenwiesen anzulegen. Wir schaffen einen dauerhaften Lebensraum für zahlreiche Insekten. Damit nehmen wir im Landkreis unsere Verantwortung wahr und leisten unseren Beitrag zur Stärkung der Biodiversität.“

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