Feuer im Vereinsheim des TC Winterbach Tennisclub organisiert sich nach dem Brand

Das Dach des TCW-Vereinsheims wurde bei dem Brand schwer beschädigt. Foto: Schneider / ZVW

Winterbach. Zwölf Tage nach dem Brand des Vereinsheims hat sich der Tennisclub Rot-Weiß Winterbach so weit organisiert, dass die Plätze wieder bespielbar sind. Das Entgegenkommen anderer Vereine hilft bei den Verbandsspielen. Weiterhin unklar ist, wie es zu dem verheerenden Feuer kam. Die Ermittlungen haben bisher noch kein Ergebnis gebracht, das klar in eine Richtung weist.



Direkt nach dem Brand am späten Abend des 2. Juni beschlagnahmte die Polizei das Tennis-Vereinsheim, damit die Brandsachverständigen dort ihre Arbeit tun können. Am vergangenen Donnerstag gaben sie das zerstörte Clubhaus dann wieder frei, so dass die TC-Verantwortlichen das Gebäude betreten und sich selbst ein Bild von den Schäden machen konnten. Und viel wichtiger: Am selben Abend konnte die Wasserversorgung wieder in Gang gesetzt werden, um die sechs Sandplätze beregnen zu können – eine zwingende Voraussetzung für deren Bespielbarkeit.

„Der Dachstuhl ist zu 80 Prozent verbrannt“

„Die Plätze können seitdem wieder benutzt werden“, sagt der Vereinsvorsitzende Lutz Paulsen. Man habe außerdem zwei Dixiklos aufgestellt und eine Laube, die als Umkleidekabine diene. Denn das Clubhaus bleibt natürlich weiterhin unbenutzbar. „Es sieht ziemlich schlimm aus“, sagt Lutz Paulsen. „Der Dachstuhl ist zu 80 Prozent verbrannt.“ Auch die Inneneinrichtung im Duschtrakt sei völlig zerstört und das Restaurant ebenfalls zu großen Teilen in Mitleidenschaft gezogen. Ob man die Schäden am Vereinsheim reparieren kann oder ob es womöglich komplett neu aufgebaut werden muss, das vermag Paulsen derzeit nicht zu sagen. Das müsse ein Sachverständiger beurteilen, meint er. Direkt nach dem Feuer wurde der Sachschaden auf bis zu 400 000 Euro geschätzt.

Gleiches gilt aus Lutz Paulsens Sicht für die Suche nach der Brandursache. Da müsse man auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei warten. Paulsen meint allerdings, nachdem er selbst den Ort des Geschehens in Augenschein genommen hat: „Für uns sieht es schon nach Brandstiftung aus. Der Verdacht liegt nahe, wenn du da reingehst.“ Die Alternative wäre ein technischer Defekt. Doch für ihn sehe es nicht danach aus, dass das Feuer im Heizraum den Ursprung habe. Der Vereinsvorsitzende hat die größte Brandverwüstung im Duschtrakt und im Flur davor wahrgenommen. Dort gebe es keine Geräte, die aus seiner Sicht ein Feuer auslösen könnten. Wer ein Interesse daran haben könnte, das Clubhaus anzuzünden, dafür hat Paulsen allerdings überhaupt keine konkrete Idee. „Wer so was macht, muss schon eine erhebliche kriminelle Energie haben“, sagt er. Dass der mögliche Brandstifter etwas gegen den Tennisclub haben könnte, kann er sich nicht vorstellen.

Verdacht der Brandstiftung drängt sich auf

Die Polizei schließt derzeit andere Ursachen als eine Brandstiftung noch nicht aus. Sprecher Holger Bienert sagt: „Da müssen wir zuwarten.“ Derzeit gebe es noch keine verwertbaren Ergebnisse der Untersuchungen des Brandorts zu vermelden. Wie in solchen Fällen üblich betont die Polizei, dass Brandermittlungen schwierig sind und lange dauern könnten.

Der Verdacht der Brandstiftung drängt sich jedoch auch deswegen auf, weil erst wenige Wochen zuvor, in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai, tatsächlich jemand Feuer an zwei Stellen im Vereinsheim gelegt hat. An beiden Stellen erlosch es jedoch von selbst wieder, ohne dass größere Schäden entstanden oder die Feuerwehr aktiv werden musste. Die Polizei geht nach Abschluss der Ermittlungen aufgrund der Spurenlage davon aus, dass eine versuchte, vorsätzliche Brandstiftung vorliegt. Der Täter könnte jedoch bislang nicht gefunden werden.

Warten auf die Polizei und den Wiederaufbau des Vereinsheims

Am Abend des Brandes vom 4. Juni war nur noch das Wirtsehepaar des italienischen Restaurants im Vereinsheim. Ciro und Katja Salvemini hörten einen Schlag, dann drang schwarzer Rauch in den Gastraum. Er versuchte noch, den Flammen mit einem Feuerlöscher zu Leibe zu rücken, gab das aber aus Selbstschutz schnell auf. Das war kurz vor 22.30 Uhr. 44 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren damit beschäftigt, den Brand zu löschen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Die Salveminis wollen sich derzeit nicht mehr zu der Sache äußern. Auch ihnen bleibt wenig anderes übrig, als abzuwarten, was die Ermittlungen der Polizei ergeben und wie es mit dem Wiederaufbau des Vereinsheims weitergeht. Auf der Facebook-Seite ihrer Trattoria „A modo mio“ stammt der letzte Eintrag vom Tag nach dem Brand. Dort danken sie den Einsatzkräften und schreiben: „Wir hoffen, baldmöglichst wieder positive Neuigkeiten zu haben.“ Eine Facebook-Nutzerin hat einen Kommentar dazu hinterlassen: „Wir wünschen euch ganz viel Kraft in dieser Zeit des Wartens. Und freuen uns jetzt schon auf die erste Pizza oder Pasta bei euch.“


Verbandsspiele

Für ihre Verbands-Heimspiele werden die Winterbacher Tennisspieler wohl auf die Plätze von anderen Clubs ausweichen. Der Vereinvorsitzende Lutz Paulsen berichtet, dass der TC-RW mit den anderen Vereinen Kontakt aufgenommen habe und diese angeboten hätten, die Spiele auf ihren Plätzen stattfinden zu lassen.

  • Bewertung
    2
 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)
    Kommentare werden vor der Veröffentlichung auf der Seite geprüft. Es gelten unsere Kommentarregeln (siehe Link oben rechts) und unsere Datenschutzerklärung . Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden nicht veröffentlicht.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!