Feuerwehr Urbach Ein neues Feuerwehrauto für 280 000 Euro

Der Urbacher Bürgermeister Jörg Hetzinger überreicht Feuerwehrkommandant Michael Hurlebaus die Schlüssel für das neue Fahrzeug. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Urbach. Für den Urbacher Bürgermeister Jörg Hetzinger hat sich bei der Übergabe des nagelneuen Gerätewagens Logistik 2 an die Feuerwehr ein Kreis geschlossen. Vor 16 Jahren bei seinem Amtsantritt waren die Wehrmänner komplett angetreten, jetzt, bei seiner letzten Amtshandlung als Rathauschef, wieder. Da war dann bei aller Freude über das rund 280 000 Euro teure Gefährt auch ein bisschen Wehmut dabei.

Bevor Hetzinger dem Urbacher Kommandanten Michael Hurlebaus die Schlüssel für das neue Fahrzeug überreicht, lobte er eben diesen Kommandanten, weil er sich bei dieser Fahrzeugbeschaffung „bleibende Verdienste“ erworben habe. Hurlebaus lobte sich anschließend auch noch ein- bis zweimal selber, indem er hervorhob, schließlich sei er es gewesen, der nach der Ablehnung des ersten Antrags auf einen Lichtmast darauf gedrängt habe, einen zweiten zu stellen, der schließlich bewilligt wurde. Nunmehr habe das Fahrzeug dieses Teil, was er „persönlich für sehr wichtig“ halte, was ihn jedoch „viele Nerven und Anstrengungen gekostet“ habe, aber: „Ich hatte recht und hatte zum Glück viel Durchhaltevermögen und habe nicht aufgegeben.“

Ein Allrounder

Hetzinger verwies darauf, dass der neue Gerätewagen Logistik 2 nach dem Brandschutzkonzept der Gemeinde erforderlich gewesen sei. Nunmehr habe Urbach alle Fahrzeugarbeiten, die dieses Konzept vorschreibe. Dies sei gut so, denn nur wenn eine Feuerwehr zweckmäßig mit Fahrzeugen und Geräten ausgestattet sei, könne sie ihre Aufgaben professionell erfüllen und die Bevölkerung schützen. Das neue Fahrzeug sei ein Allrounder, denn es enthalte verschiedenste Gerätschaften, die zur Brandbekämpfung, bei Gefahrgutunfällen, im Hochwasserfall oder zur Wasserversorgung über lange Wegstrecken benötigt werden.

Bis zur Fahrzeugübergabe war es ein langer Weg – er begann Ende 2014

Bis zu dieser Fahrzeugübergabe sei es ein langer Weg gewesen, erinnerte Hetzinger. Begonnen habe alles vor rund dreieinhalb Jahren, als im Dezember 2014 der Zuschussantrag beim Landkreis eingereicht worden sei. Der Bewilligungsbescheid über 34 000 Euro sei im August 2015 erteilt worden. Anschließend habe die Feuerwehr in Abstimmung mit dem Urbacher Kämmerer das Leistungsverzeichnis erarbeitet. Aufwendig sei dann auch, nachdem der Lichtmast im zweiten Anlauf doch genehmigt worden sei, die Erstellung eines Zeitplans zur EU-weiten öffentlichen Ausschreibung gewesen. Im Juni 2016 habe der Urbacher Gemeinderat den Auftrag in vier Losen (Fahrgestell, Aufbau und technische Einrichtungen, feuerwehrtechnische Beladung, Rollcontainer) vergeben. Leider habe sich dann die Auslieferung des Gerätewagens Logistik 2 – es handelt sich um einen 14- Tonner mit 290 PS, teilautomatisiertem Schaltgebtriebe und Allradantrieb – verzögert. Ursprünglich hätte er bereits im Juni 2017, also vor fast einem Jahr, in Urbach eintreffen sollen. Und es sei auch schwierig gewesen, dass es noch in seiner Amtszeit mit der Übergabe klappe, betonte Hetzinger. Zu verdanken sei das wiederum in weiten Teilen Kommandant Michael Hurlebaus. Es sei unabdingbar gewesen, einen „gewissen Druck“ auszuüben. Rückblickend könne man „mit Fug und Recht sagen, dass es zum Schluss schon eine Zangengeburt war“. Nun aber könne das Fahrzeug in den nächsten Tagen, wenn einige noch ausstehende Restarbeiten erledigt seien, endlich zum Einsatz kommen.

Hurlebaus: Man kann Steuergelder „sicher weniger sinnvoll ausgeben“

Kommandant Hurlebaus sagte, man könne Steuergelder „sicher weniger sinnvoll ausgeben“, zum Beispiel „für Straßen, die im Nichts enden, für Brücken, die Millionen kosten und nicht gebraucht werden“, oder auch „um Unternehmen retten zu wollen, die vielleicht gar nicht mehr zu retten sind“. Oder aber man mache es so wie die Gemeinde Urbach „und gibt Geld für Dinge aus, deren Sinnhaftigkeit außer Frage steht“. Für einen neuen Gerätewagen Logistik 2 eben. Der Urbacher Kommandant stellte klar, dass nicht die Feuerwehr dieses Fahrzeug erhalten habe, sondern die Bürger der Gemeinde, „sie stellen uns den Gerätewagen nur zur Verfügung“ und die Feuerwehr arbeite im Ernstfall mit ihm.


Ein Geschenk und eine Vision/ein Wunsch

Mit der Übergabe des neuen Feuerwehrfahrzeugs verabschiedete sich der scheidende Bürgermeister Jörg Hetzinger von der Urbacher Feuerwehr. Es war seine letzte Amtshandlung, Nachfolgerin Martina Fehrlen – das steht jetzt fest – nimmt am Freitag, 1. Juni, seinen Platz im Rathaus ein. Kommandant Michael Hurlebaus sagte, Hetzinger sei jetzt 16 Jahre Bürgermeister und er zehn Jahre Kommandant der Urbacher Wehr. „Wir können stolz sein auf unseren Bürgermeister“, stellte Hurlebaus fest und überreicht dem Noch-Schultes ein Vesper-Brettle (natürlich bestückt mit Wurst etc.), einen Gutschein für die Remstalroute und einen für einen Whiskey-Trail.

Hetzinger wiederum sagte zu der vollständig angetretenen Urbacher Feuerwehr-Mannschaft, sie werde spätestens zur 850-Jahr-Feier der Gemeinde Urbach ein neues Feuerwehrgerätehaus haben und weiterhin eigenständig sein. Ob das ein Wunsch oder eine Vision war, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Übrigens: Die 850-Jahr-Feier ist 2031.

Eigentlich sollte auch Kreisbrandmeister René Wauro ein Grußwort sprechen. Er erschien aber nicht, und alle rätselten über die Gründe.

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