Fieser Kettenbrief mit Folgen Die Momo-Challenge bedroht wieder Kinder

Aus gutem Grund muss eigentlich 16 sein, wer Whatsapp nutzen will. An die Altersbegrenzung hält sich nur kein Mensch. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

"Momo" ist zurück. Bereits 2018 kursierten über soziale Kanäle wie Whatsapp bedrohliche Kettenbriefe, die besonders Kinder und Jugendliche einschüchterten. Jetzt ist die gruselige Figur wieder da und fordert zu sogenannten Momo-Challenges auf. Eine Schülerin in München beging deswegen sogar einen Suizid-Versuch. 

Die Polizei München warnt ganz offiziell, das Polizeipräsidium Freiburg eklärt sogar in einem Video über alle sozialen Kanäle hinweg das Phänomen "Momo": Über soziale Netzwerke und Plattformen wie WhatsApp oder auch Online-Computerspiele werden insbesondere Kinder und Jugendliche zur Kontaktaufnahme mit der Gruselfigur aufgefordert. Diese schickt dann verschiedene Aufgaben und droht drastische Konsquenzen an, sollten diese nicht erfüllt werden. Dazu gehöre auch, die Kettenbriefe unbedingt weiter zu leiten.

Das baue, so die Polizei München, meist über einen längeren Zeitraum hinweg einen psychischen Druck auf, der zu gefährlichen Situationen führen kann, beziehungsweise durch den Urheber für kriminelle Aktivitäten genutzt werden kann. 

Momo-Szenen in Kinder-Videos? 

Auch wird  über Videos berichtet, in denen die Gruselfigur Momo die Kinder anspricht und ihre schaurigen Botschafen übermittelt. Besonders im englischsprachigen Raum sollen an sich harmlose Kinder-Videos wie "Peppa Pig" auf Streaming-Plattformen mit solchen Szenen angereichert sein. Aus den USA mehren sich Medienberichte über Kinder, die sich Gewalt antun oder gar versuchen, Suizid zu begehen - weil sie entsprechende Anweisungen von Momo erhalten haben.

Ein siebenjähriger Grundschüler in Minnesota, USA, soll sich laut einem Bericht einer US-Zeitung selber verletzt haben, weil er ein "Momo-Video" gesehen hat. Laut "Klicksafe", einer EU-Iniative für mehr Sicherheit im Netz, wurden allerdings keine belastbaren Beweise für solche Videos gefunden. Dennoch wird Eltern geraten, die Kinder nicht alleine Videos auf Streaming-Plattformen schauen zu lassen.

Suizid-Versuch in München

Der bayrische Rundfunk berichtete am Mittwoch von einer 13-Jährigen, die sich mit Tabletten umbringen wollte, weil sie den Kettenbrief von "Momo" erhalten habe. Eine Woche zuvor war die Horrorfigur auf dem Handy des Mädchens aufgetaucht und hatte sie mit Nachrichten und Espressungsversuchen bedroht. Die Eltern fanden das Kind glücklicherweise rechtzeitig. 

Cyber-Mobbing dieser Art ist eine Strafttat

Die Polizei München hat in letzter Zeit vermehrt Hinweise auf die Momo-Kettenbriefe erhalten. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass die Verbreitung von Teilnahmeaufforderungen mit vorsätzlichen Drohungen regelmäßig eine Straftat darstellt und dementsprechend als Nötigung verfolgt wird. Wer also diese Kettenbriefe weiterleitet oder gezielt an bestimmte Personen schickt, macht sich strafbar. 

Das sollten Eltern tun

  • Kinder können die Dimension von Kettenbriefen oftmals nicht richtig einschätzen und benötigen Unterstützung, um die verschiedenen Arten von Kettenbriefen richtig einordnen zu können. Wichtig ist, so rät klicksafe, ihnen zu vermitteln, dass keine Gefahr droht, auch wenn sie die Kettenbriefe nicht weiter leiten. Unbekannte Absender sollten sofort blockiert werden. Links oder Anhänge von unbekannten Absendern sollten nicht geöffnet und gelöscht werden. 
  • Wenn Ihr Kind solche Nachrichten erhalten hat und zu bedrohlichen Situationen kommt, können Sie Anzeige erstatten. 
  • Lassen Sie Ihre Kinder nicht alleine Videos auf Youtube oder anderen Streaming-Plattformen schauen. Auch über die "Kids-App" von Youtube sollten Sie vorher die Inhalte kontrollieren. Es ist nicht auszuschließen, dass es tatsächlich Videos mit verstörenden Inhalten gibt. 

Momo stammt aus einer japanischen Ausstellung

Das gruselige Bild von Momo hat übrigens einen ganz harmlosen Ursprung: Dieses Bild, soviel hat die Aufklärseite mimikama bereits herausgefunden, ist das Bild einer Statue aus einer japanischen Kunstausstellung und soll einen Yokai darstellen, einen Geist aus dem japanischen Volksglauben. Dieser gruselt und ängstigt vor allem gerne kleine Kinder. 



 

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