Filderdialog Dem Land fehlt noch ein Tagungsort

  Foto: Leif Piechowski

Stuttgart/Leinfelden-Echterdingen - Der Filder-Dialog ist ins Stocken geraten, ehe er richtig begonnen hat. Wie es weitergeht, ist in vielen Punkten offen.

Was ist der Filder-Dialog?
Das Dialogforum gilt als erster großer Akt von Bürgebeteiligung, wie sie der grün-roten Landesregierung vorschwebt. Beim Filder-Dialog werden an mindestens drei Tagen die Pläne der Deutschen Bahn für den Planfeststellungsabschnitt 1.3 des Projekts Stuttgart 21 öffentlich diskutiert. Es geht vor allem darum, ob und wie der Flughafen von ICE-Zügen angefahren wird. Das Forum, das sich aus insgesamt 88 Befürwortern und Gegnern von S 21 sowie aus 80 zufällig ausgewählten Filderbewohnern zusammensetzt, erarbeitet im Idealfall Verbesserungen, die den Kostenrahmen des Gesamtprojekts von 4,526 Milliarden Euro nicht sprengen. Der Dialog ersetzt nicht die Anhörung im formalen Genehmigungsverfahren.

Warum wurde der Termin am Freitag abgesagt?
Offizielle Begründung ist, dass bisher nur fünf der 250 nach dem Zufallsprinzip angeschriebenen Filderbewohner zugesagt haben. 35 haben abgesagt.

Auf wann ist der Filder-Dialog verschoben?
Stand jetzt soll das Dialogforum am Samstag, 16. Juni, erstmals zusammentreffen. Die nächsten Termine folgen am Freitag, 29. Juni, und am Samstag, 7. Juli. Letztere war bisher als möglicher Zusatztermin vorgesehen.

Wo finden die drei Veranstaltungen statt?
Es gibt keinen Tagungsort. Die Filderhalle in Leinfelden war nur für 25. Mai reserviert.

Was lief logistisch schief?
Nils Jacoby, Geschäftsführer der Filderhalle: „Wir haben dem Veranstalter im März alle noch möglichen Termine genannt.“ Zehn bis zwölf habe er freigehalten. Als die Dialog-Tage genannt wurden, war die Halle nicht mehr verfügbar. Alternative Tagungsorte könnten das Bürgerhaus in Stuttgart-Möhringen oder das Kulturforum Goldäcker in Leinfelden-Echterdingen sein. Die Stadt Stuttgart hat dem Land bei der Suche Hilfe zugesagt. Angefragt ist auch die Landesmesse. Weil der Dialog in Form von Workshops stattfinden soll, wird viel Platz benötigt.

Was lief organisatorisch schlecht?
Bei der zufälligen Auswahl von Bürgern, so die Kritik, seien zu wenige angeschrieben worden. Aus Sicht der Bürgerinitiativen fehlt es an Anschauungsmaterial der Bahn, um sich angemessen vorbereiten zu können.

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