Finale von „The Voice senior“ Am Ende wurde es unterirdisch

Wolfgang Schorer aus Stuttgart kam ins Finale, aber nicht auf die Siegertreppe Foto: Hübner

Stuttgart - Ganz bittere Enttäuschung für die Fans der Sat 1-Sendung „The Voice Senior“ am Freitag abend. Da wurde ihnen zunächst kurz vor Ende der Sendung mitgeteilt, dass alle Wettbewerbsbeiträge dieses Abends als Aufzeichnung wiedergegeben wurde. Und die letzten vier Gesangsrecken wurden abschließend nach der Wahl durch das Publikum in einem reichlich nüchternen Studio gekürt. Doch was heißt gekürt: Nicht einmal die Coaches, die sie durch die Runden begleitet und mit ihnen gefiebert haben, waren dabei.

Und ganz bitter für die Stuttgarter Fans: Wolfgang Schorer, der Grundschullehrer aus Bad Cannstatt, kam mit seinem Hardrock-Beitrag – „Highway to hell“ von AC/DC – nicht unter die letzten vier. Einen strahlenden Sieger gab es natürlich auch noch: Dan Lucas mit der Interpretation des Beatles-Songs „Help“. Eine gewaltige Stimme hat er. Und viel Erfahrung: Zu DDR-Zeiten war er Sänger der dortigen Band „Karrussell“.

Zwei Sänger aus dem Ländle im Finale

Schorer zumindest nahm den Verlauf in einer ersten Stellungnahme gelassen: „Es war schon toll, da mal mitgemacht zu haben. Da wird absolut professionell gearbeitet. Das hat mich echt weiter gebracht“. Doch das Reglement dieser Sendung verlangt nun mal, dass die Coaches – bei Schorer waren es „The Boss Hoss“ mitten in der Finalsendung einen ihrer Zöglinge verabschieden. Sie gaben Willi Stein aus ihrem Team den Vorzug, der zunächst mit Opern-Arien gefiel, dann mit einem Song von Whitney Houston. Ein schwacher Trost: Auch Stein kommt aus dem Ländle, aus Sachsenheim bei Ludwigsburg. Sieger wurde er aber dennoch nicht.

Schorer hat das gewisse Etwas

Um Schorer herum hatte sich schon vor der Sendung ein beachtlicher Fankreis gebildet, auch außerhalb von Stuttgart. „Ich war von seinem Sieg absolut überzeugt, er hat das gewisse Etwas“, so Lilly (51) aus dem Landkreis Augsburg. Ihre Freundin Ute (51) aus Ingolstadt stimmt zu: „Er hätte es verdient gehabt zu gewinnen. Ich habe ihm beide Daumen gedrückt“. Die beiden geben aber auch zu, dass die Auswahl „verdammt schwierig“ war: „Da waren so tolle Beiträge dabei. Wie will man sich da wirklich entscheiden können? Und dann so ganz verschiedene Musikstile“. Freilich: Genau das garantiert einen kurzweiligen Fernsehabend. Doch was sie dann kurz vor Mitternacht vor ihren Bildschirmen von Sat 1 geliefert bekamen, das fanden sie übereinstimmend „unterirdisch“.

„Das ist so ein tolles Format, das schaue ich mir immer gerne an“, schwärmt Lilly, „aber so darf man mit den Kandidaten und dem Publikum nicht umgehen. Das hat niemand verdient“.

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