Forderung des ADFC Lückenloser Radweg zwischen Winnenden und Althütte

Symbolbild. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Berglen. Einen durchgehenden Radweg zwischen Winnenden und Althütte fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club. Die Gemeinde Berglen, über deren Markung die insgesamt knapp 18 Kilometer lange Route auch führt, unterstützt das Anliegen.

Der ADFC ist als Interessenvertreter der Radfahrer das Pendant zum ADAC, dem Lobbyverband der Autofahrer. Der verkehrspolitische Sprecher des Kreisverbands, Dr. Andreas Schwager, hat wegen der Verbindung zwischen Winnenden und Althütte einen Brief an viele Adressaten geschrieben: das Land, vertreten durch das Regierungspräsidium, ans Landratsamt, sprich Landrat Dr. Richard Sigel und die Radwegekoordinatorin des Landkreises Karen Fischer, an die Stadt Winnenden, den dortigen Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, den Berglener Bürgermeister Maximilian Friedrich, dessen Rudersberger Kollegen Raimon Ahrens und den Bürgermeister von Althütte Reinhold Sczuka.

Schwager wirbt für das Anliegen mit dem Hinweis auf die aktuelle Diskussion um Feinstaub und Fahrverbote in mehreren Städten auch in Baden-Württemberg, mit der Parole „Ein Radfahrer mehr ist ein Fahrverbot weniger!“ und mit dem Argument, eine direkte Verbindung könne Winnenden und Althütte für Pendler mit dem Rad oder dem Pedelec attraktiver machen.

Auch für Radler, die von Stuttgart zum Ebnisee wollen

Der ADFC-Vertreter spannt den Bogen in seinem Schreiben aber noch weiter, verweist darauf, dass die Route auch für den Freizeit-Radverkehr von zum Beispiel Stuttgart zum Ebnisee attraktiv sei, erst recht, wenn der Rückweg alternativ übers Wieslauftal und den Remstalradweg gehe. Schwager sieht hier Potenzial für den Fremdenverkehr im Schwäbischen Wald und er bittet, die Umsetzung der Vorschläge „mit hoher Priorität in Angriff zu nehmen“, den angeregten Ausbau der betreffenden Streckenabschnitte „zügig umzusetzen“.

Bürgermeister Friedrich: Forderung des ADFC ist berechtigt

Der Berglener Bürgermeister Maximilian Friedrich berichtete in der jüngsten Sitzung des dortigen Gemeinderats über den Brief von Schwager. Die Forderung des ADFC sei aus seiner Sicht berechtigt und er rege an, dass die Verwaltungen aus Berglen, Althütte und Rudersberg sie interkommunal zusammen mit dem Landratsamt unterstützen, sich der Forderung anschließen. Ahrens verweist auf Nachfrage für Rudersberg darauf, dass er den dortigen Gemeinderat über das Schreiben informiert habe, dass zunächst ein Austausch zwischen den Kommunen und dem Landkreis erfolgen solle, um anschließend besser beurteilen zu können, „ob und wenn ja in welchem Rahmen sich dieses Projekt umsetzen“ lasse.

Sczuka berichtet, ebenfalls auf Nachfrage, dass in Althütte sich der Gemeinderat noch nicht mit dem Schreiben befasst habe, dieser aber „auch in der Vergangenheit grundsätzlich der Thematik gegenüber aufgeschlossen“ gewesen sei. Aus seiner Sicht werde das Problem die Straßenbaulast sein und dass die Gemeinde „relativ wenig Einflussmöglichkeiten“ habe.


Landrat: Den Bedarf dafür gibt es

Der Winnender OB Hartmut Holzwarth hat den dortigen Gemeinderat ebenfalls in der jüngsten öffentlichen Sitzung über den Vorstoß des ADFC informiert. Die Stadt Winnenden unterstütze dessen Vorschlag und werde sich zusammen mit den weiteren beteiligten Kommunen „gerne konstruktiv einbringen“, schreibt er in einer Antwort an Schwager.

Den Bedarf für die Verbindung zwischen Winnenden und Althütte könne er anhand der Ergebnisse von Bürgerbeteiligungen zum Radwegekonzept des Landkreises bestätigen, schreibt Landrat Dr. Richard Sigel in seiner Antwort an Schwager. Der Lückenschluss sei in den Planungen des Landkreises und in denen des Regionalverbandes berücksichtigt.

Die Baulast an den für die Verbindung wesentlichen Abschnitten an der Landesstraße liege aber beim Land, so Sigel weiter. Das priorisiere bei der Mittelvergabe derzeit Maßnahmen auf den Hauptrouten des Landesradwegenetzes. Für Landkreisprojekte bestünden jedoch ebenfalls gute Erfolgsaussichten. Für das landkreisweite Radwegenetz werde eine möglichst schnelle Umsetzung angestrebt, die Schließung von Lücken habe dabei oberste Priorität.

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