Freibad Waiblingen Keine Gefahr durch Kotreste im Becken

An guten Tagen hat das Waiblinger Freibad mehr als 3000 Besucher. Foto: Schneider / ZVW

Waiblingen. Unappetitlicher geht’s kaum: Treibt Kot im Becken, wendet sich der Badegast angeekelt ab. Im Freibad Waiblingen vertrauen die Stadtwerke im Kampf gegen Hinterlassenschaften, die es immer wieder einmal gibt, auf moderne Badewassertechnik.

Das kleine Freibad in Rohrbronn wurde jüngst für einen Tag zu Reinigungszwecken geschlossen und das Wasser abgelassen, nachdem eine Gruppe Jugendlicher nachts ins Bad eingestiegen war und einer im Becken sein großes Geschäft verrichtet hatte.

Moderne Beckenhydraulik und die Desinfektionsanlage

„Das könnte sich das Freibad in Waiblingen mal zum Beispiel nehmen“, wendet sich ein Badegast an unsere Zeitung, der Zeuge eines Kot-Fundes wurde. Eine Hinterlassenschaft auf dem Weg sei per Gießkanne ins Gras gespült worden, und auf die „schwimmenden Teile“ habe das Personal gar nicht reagiert. „Wahrscheinlich sind die Waiblinger Schwimmer resistenter als die Rohrbronner?“, spekuliert der Badegast ironisch.

Auf Anfrage der Redaktion rechtfertigen und erklären die Stadtwerke ihr Vorgehen: Bei Vorfällen mit Verunreinigungen von Fäkalien greifen Regelwerke und interne Ablaufpläne, die sich unter anderem an den geltenden DIN-Normen orientieren.

Bei besagtem Vorfall hätten sich kleine Schwebeteilchen im Becken befunden, die nicht mechanisch – also nicht mit dem Kescher oder einem Absaugegerät – entfernt werden konnten. In solch einem Fall greife die moderne Beckenhydraulik und die Desinfektionsanlage, versichert Badleiter Lars Thies.

Der Beckeninhalt wird nicht ausgetauscht

Für den Badegast seien die Maßnahmen nicht zu sehen, da sie sich alle in den Technikräumen abspielen. So werde die Zugabe von Frischwasser und Desinfektionsmittel erhöht. Per Knopfdruck wird beispielsweise auf Hochchlorierung umgeschaltet. Für einen gewissen Zeitraum wird der Chlorgehalt des Wassers verdoppelt bis verdreifacht. Die Filter werden ebenfalls mit Chlor gespült, damit keine Rückstände oder Keime verbleiben.

Der Beckeninhalt von insgesamt 2400 Kubikmetern wird zwar nicht ausgetauscht, kann bei Volllast aber innerhalb von vier Stunden vollständig umgewälzt und gereinigt werden. Die Badewassertechnik des 2006 erbauten Freibads befinde sich auf dem neusten Stand der Technik. Der Fall Rohrbronn sei auch insofern nicht vergleichbar, als das dortige Bad über eine viel geringere Wassermenge verfüge. Weiterer Unterschied: In Rohrbronn trieb die ganze Ekel-Fracht eine Nacht lang im Wasser.

Bei Hochbetrieb mit 3000 Gästen pro Tag komme es quasi wöchentlich zu kleineren Vorfällen. „Wer anderes behauptet, der lügt“, meint Lars Thies. Denn leider halte keine Schwimmwindel zu 100 Prozent dicht. Und das Freizeitbecken wird gerne von Eltern mit Babys genutzt. Die Technik sei für solche Malheurs gerüstet. Das Kinder-Planschbecken sei technisch von den größeren Becken getrennt. Die Qualität des Badewassers werde regelmäßig kontrolliert – auch mikrobiologisch im Labor. Zuletzt mit tadellosen Werten.

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