Freies Betriebssystem Linux - Alternative zu Windows & Co.

Vor gut zwanzig Jahren entwickelte Linus Torvalds das freie Betriebssystem Linux. "Nichts Großes" wollte er entwerfen, doch es hat die Computerwelt nachhaltig verändert.  Die Open-Source-Software von Linux ist eine echte Alternative zu Microsoft und Apple. Und weiter verbreitet als man vermutet.

Codename Linux - die Geschichte von GNU/Linux, Freier Software und der Open-Source-Bewegung, Quelle: Youtube.

Besitzen Sie ein Android-Smartphone? Dann werden Sie vielleicht überrascht sein, dass sie Linux-Nutzer sind. Denn das Betriebssystem basiert auf einem Linux-Kernel. Darunter versteht man den innersten Kern eines Betriebssystems, auf dem alle anderen Softwarebestandteile aufbauen. Der erste Linux-Kernel wurde 1991 von de
m Finnen Linus Torvalds entwickelt. Seitdem wurde er von einer beständig wachsenden Community weiterentwickelt.

Grundlegend für Linux ist seine Offenheit. Die Quelltexte sind jedem zugänglich und meist kostenlos. Wer etwas vom Programmieren versteht, kann das System lesen wie ein Buch, es umschreiben oder ihm eigene Kapitel hinzufügen. Apple und Windows hingegen legen ihre Quellen nicht offen und kostenpflichtig.

Doch auch mit kostenlosen Systemen lässt sich erfolgreich wirtschaften: Die Münchener Stadtverwaltung benutzt schon seit Jahren Linux. Auch das französische Landwirtschaftsministerium hat seine Server 2007 auf Linux umgestellt (heise.de). Daneben die Polizei in Niedersachsen und die Gemeinde Schwäbisch Hall. Ein Großteil der Web-Server läuft auf dem System. Es heißt daher auch, Linux sei das Betriebssystem des Internets. Von den 500 schnellsten Supercomputern laufen übrigens über 90 Prozent auf dem freien System (pro-linux.de). Nur die Endanwender scheuen noch den Umstieg.

Bei den Anwendern immer noch ein Nischenprodukt

Bei ihnen ist der Marktanteil verschwindend gering (zdnet.de): Knapp 92 Prozent entfallen auf alle Windows-Versionen, knapp 7 Prozent auf Apple, aber nur über ein gutes Prozent auf Linux. Einen Vorteil hat der kleine Marktanteil allerdings: Mit Viren braucht sich der gemeine Linux-Nutzer nicht herumzuschlagen (spiegel.de). Für Viren-Verbreiter lohnen sich Linux-Anwendungen einfach nicht.

Davon gibt es nämlich eine ganze Menge. Da jeder, der mag, den Kern weiterentwickeln kann, gibt es spezielle Betriebssysteme für Netbooks, für Großrechner, für leistungsschwache Rechner und für Spezialisten. Wer einmal in die Linux-Welt eintaucht, wird schnell feststellen wie aktiv die Gemeinde ist. Es gibt unzählige Foren (wie dieses), in denen Anwendungsprobleme besprochen und gelöst werden. Hier braucht niemand zwingend auf ein Systemupdate zu warten oder sich mit einem Systemadministrator herumzuplagen.

Ein großer Nachteil bleibt: Manche Programme sind nicht kompatibel mit dem Betriebssystem. Außerdem gibt es PC-Hersteller (wie Lenovo), die Linux wenig unterstützen und es daher dem Anwender erschweren, Freude an seiner Anwendung zu empfinden. Doch für viele Programme lassen sich gute Open-Source-Alternativen finden. Und es gibt sogar Hersteller, die ihre Computer mit Linux-Systemen anbieten (wie HP).

Linux-Rechner entdeckten das Higgs-Teilchen

Lange Zeit galten diese als Systeme für Experten und Nerds.Normale User würden vor der Herausforderung kapitulieren, so ein verbreitetes Vorurteil. Doch spätestens seit der Entwicklung von Ubuntu kann davon keine Rede mehr sein. Das System ist kinderleicht zu verstehen und war lange Zeit auch das erfolgreichste unter den Linux-Betriebssystemen. Mit Mint ist ihm zudem eine sehr anwenderfreundliche Konkurrenz erwachsen (taz.de).

Im Alltag von Wissenschaft und Technik ist das System längst etabliert. Jüngstes Beispiel: Die Entdeckung des Higgs-Teilchens (faz.net). Diese wäre
ohne leistungsstarke linux-basierte Rechner wohl nicht möglich gewesen (pro-linux.de). Der entscheidende Durchbruch bei den Endanwendern ist aber bisher nicht geglückt. Doch Linux-Urvater Linus Torvald bleibt optimistisch: "Ich will Microsoft wirklich nicht zerstören. Das wird nur ein gänzlich unbeabsichtigter Nebeneffekt sein.“

Links:

  • Das Betriebssystem Ubuntu
  • Das Betriebssystem Mint
  • Das Betriebssystem Debian
  • Welches ist das beste Anfänger-Linux? (taz.de)
  • Linux - mein geliebtes Arbeitstier (spiegel.de)
  • Nichts für Power-User (taz.de)
  • So hat das Betriebssystem die Welt verändert (zdnet.de)
  • 20 Jahre Linux - (K)ein Grund zum Feiern (zdf.de)
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