Für 2,45 Millionen Euro Kronenplatz in Winnenden an drei Bauherren verkauft

Ein Luftbild vom Kronenplatz in Winnenden. Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Winnenden. Die Stadt hat den Kronenplatz für 2,45 Millionen Euro verkauft und dies vertraglich im Notariat besiegelt. „Ein historischer Moment“, sagte Klaus-Martin Pfleiderer.

Pfleiderers Winnender Firma Projektbau hatte den Investorenwettbewerb zusammen mit der Kreisbaugesellschaft und BPD gewonnen, im Mai 2018 erhielten sie vom Gemeinderat den Zuschlag für den Entwurf vom Stararchitekten Jürgen Mayer H.

Als jedoch der Immobilienfinanzierer BPD, mit dem zusammen Projektbau Pfleiderer das neue Gerberviertel realisiert hatte, von Bord ging, suchte Klaus-Martin Pfleiderer einen neuen regionalen Partner und fand ihn in der Schorndorfer Schatz-Gruppe. Sie ist breit aufgestellt, entwickelt Neubauten von Wohnen über Gewerbe bis hin zu kommunalen Objekten, plant außerdem auch Sanierungen, Umbauten, Bestandserweiterungen. Die Firma hat 90 Mitarbeiter. „Der ideale Partner für uns“, so Pfleiderer im Notariat, als die Tinte unter den Verträgen gerade noch trocknete.

Partner stimmen sich eng untereinander ab

Zusammen mit Gerald Schatz hat Klaus-Martin Pfleiderer eine neue Firma gegründet, die Schatz und Pfleiderer heißt. Sie besitzt nun, nach Abschluss des Kaufvertrags am Dienstagnachmittag, zwei Drittel des Kronenplatz-Grundstücks zwischen Kastenschule, Beginn der Marktstraße und dem Gasthaus Krone, das dem Platz seinen Namen gab, sich aber schon länger Steak- und Schnitzelmeisterei nennt.

Ein Drittel hat die Kreisbaugesellschaft erworben, bei Vertragsunterzeichnung vertreten durch Steffen Krahn, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung.

Eine bestimmte Aufgabenverteilung unter den Partnern sei im Vorfeld nicht festgelegt, so Pfleiderer. Es gibt innerhalb der neuen Besitzer immer eine enge Abstimmung, sei es bei der Projektentwicklung, sei es bei Planung, Ausschreibung oder Realisierung.

Von einem Privatbesitzer werden die Partner nun noch ein Grundstück am Rand des Kronenplatzes kaufen, es liegt zwischen Fußweg Kornbeckstraße und Alfred-Kärcher-Straße, Richtung Elektro-Heymann.

Gewünschter Baubeginn ist im Frühjahr des Jahres 2021

Der Zeitplan sieht so aus: Bis November 2020 brauchen die Partner zusammen mit dem gebürtigen Winnender Architekten Jürgen Mayer und Ingenieurbüros aus der Region, um das Baugesuch zu erstellen, sagt Steffen Krahn. Sobald es vorliegt, könnten die Projektanten mit der Vermarktung beginnen. Die Stadt erstellt anhand des Baugesuchs einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. „Wenn alles gut läuft, können wir im Frühjahr 2021 mit dem Bau beginnen und im Frühsommer 2023 fertig sein“, so Klaus-Martin Pfleiderer.

Investoren planen zwei Tiefgaragen-Ebenen

Die Stadt wird ab sofort mit dem Gemeinderat ein Konzept für den ruhenden Verkehr diskutieren. „Der Gemeinderat hatte uns um mehrere Standortvorschläge für öffentliche Parkplätze im Bereich untere Marktstraße gebeten“, so Finanzdezernent Jürgen Haas. In den auch nichtöffentlich abgehaltenen Beratungen soll erörtert werden, ob die Stadt ein drittes Tiefgaragengeschoss unter dem Neubau-Komplex weiterverfolgen soll. Die Kosten sind einst in einem Gutachten mit einer Million Euro beziffert worden. Die Investoren planen zwei Tiefgaragen-Ebenen. Wenn der Gemeinderat eine dritte möchte, wird die Stadt auf die Projektanten zugehen.


Die Parkplätze bleiben bis kurz vor Baubeginn erhalten

Interessant für die Öffentlichkeit sind einige Details aus dem Kaufvertrag, die Ralf Köder in der Gemeinderatssitzung im Mai erläutert hatte.

  • Der Kaufpreis für das 2597 Quadratmeter große Grundstück ist ein Festpreis. Ein Teilbetrag von 490 000 Euro ist spätestens vier Wochen nach Vertragsabschluss zahlbar. Der Restbetrag von 1,96 Millionen Euro ist spätestens vier Wochen nach Erteilung der Baugenehmigung fällig.
  • Die Übergabe erfolgt erst unmittelbar vor Baubeginn, damit die Stellplätze der Allgemeinheit möglichst lange zur Verfügung stehen. Der Erwerber darf bereits vor der Übergabe in Absprache mit der Stadt bauvorbereitende Untersuchungen vornehmen, ein Bauschild aufstellen und ein Verkaufsbüro einrichten.
  • Der Abbruch des Betondachs mit zwei Gewerbeeinheiten sowie der Rückbau des Treppen- und Unterführungsbauwerks sind Sache des Erwerbers.
  • Bezüglich der Beseitigung eventuell auftretender Altlasten und Kontaminationen wird geregelt, dass Kosten bis einschließlich 100 000 Euro netto allein der Erwerber trägt, Kosten ab 100 000,01 Euro teilen sich Erwerber und Stadt.
  • Die Gehrechte für die Allgemeinheit sowie die weiteren öffentlichen Wege, Plätze und sonstigen Flächen im Gemeingebrauch werden öffentlich-rechtlich durch den Bebauungsplan und privatrechtlich durch Dienstbarkeiten gesichert. Die erstmalige Herstellung dieser Flächen erfolgt durch den Erwerber in Abstimmung mit der Stadt. Dabei muss die Fußwegverbindung zwischen dem Kronenplatz und der Kornbeckstraße niveaugleich und barrierefrei sein. Die Kosten für Reinigung und Erhalt der öffentlich nutzbaren Flächen trägt die Stadt.

„dm“ wird einziehen

55 bis 60 Wohnungen werden in dem markanten Komplex entstehen, den der in Winnenden geborene und seit vielen Jahren in Berlin ansässige Architekt Jürgen Mayer entworfen hat.

Als gewerbliche Mieter stehen seit der Bewerbung für den Investorenwettbewerb die Drogeriemarktkette „dm“ und die Bäckerei Maurer fest. 

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