Für bessere Wasserqualität Weinstadt saniert eigene Quellen

Eine Fachfirma baggert die Guckenbrunnenquelle II am Schnaiter Ortsrand auf. Foto: Ralph Steinemann

Weinstadt/Kernen. Sie befreien die Guckenbrunnenquelle I und II am Schnaiter Ortsrand von Baumwurzeln der vergangenen Jahrzehnte – und sorgen so dafür, dass die Qualität des Quellwassers steigt: Weinstadt und Kernen investieren zusammen 530 000 Euro in die Quellsanierung, die Mitte April abgeschlossen sein soll. Langfristig rechnet sich das.

Wenn Weinstadt und Kernen für ihre Bürger Trinkwasser von der Landeswasserversorgung einkaufen, zahlen sie dafür mehr als für eigenes Wasser. Genau deshalb lohnt sich langfristig eine Sanierung der eigenen Quellen. Beide Kommunen teilen sich über ihren Wasserverband Endersbach-Rommelshausen die Kosten für die Arbeiten an der Guckenbrunnenquelle II (280 000 Euro), die Weinstädter Stadtwerke zahlen die Maßnahmen an der Guckenbrunnenquelle I (250 000 Euro). Eigentlich war geplant, schon vor zwei Jahren loszulegen. Allerdings gab es laut dem Stadtwerke-Chef Thomas Meier ein entscheidendes Problem: Die vier Grundstücke rund um die Quelle befanden sich in Privatbesitz und wurden von den Eigentümern auch genutzt. Die Stückle konnten allerdings alle aufgekauft werden, was die Quellsanierung für die beauftragten Formen wesentlich leichter macht. Mitte Februar begannen die Arbeiten an der Guckenbrunnenquelle I, die nun schon abgeschlossen sind. Mitte April soll die zweite Quelle fertig sein. Und damit steigt auch die Wasserqualität.

Maßnahme verhindert Verkalkung von Hochbehältern

Alle Rohre und Quellsammelschächte werden erneuert und neu abgedichtet. Das Erdreich wird bis zum Austritt der Quelle abgetragen. Damit verschwinden auch die ganzen Baumwurzeln, die mit ein Grund dafür waren, dass Regenwasser und feine Sedimente ins Quellwasser eindrangen. Letzteres führte laut Stadtwerke-Chef Meier zu einer Verkalkung im Hochbehälter. Mit der Sanierung ist dieses Problem nun gelöst.

Die Quellschüttung, also das austretende Wasservolumen, ist durch den trockenen Sommer zuletzt drastisch gesunken. Statt der üblichen 25 000 bis 30 000 Kubikmeter pro Monat sind es nach Meiers Angaben aktuell nur noch 12 000. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Laut Stefan Unrath, Betriebsstellenleiter bei den Stadtwerken, liegt keine Nitratbelastung vor.


So geht es weiter

Die Stadtwerke Weinstadt und der Wasserverband Endersbach-Rommelshausen (Letzterer gehört der Stadt Weinstadt und der Gemeinde Kernen) werden von Februar 2020 bis April 2020 erneut zwei Quellen sanieren. Ob danach weitere Quellen in Angriff genommen werden, ist offen. „Das dürfen die Gremien entscheiden, ob wir weitermachen oder eine Pause machen“, sagt Thomas Meier, Chef der Weinstädter Stadtwerke.

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