Für ihn selbstverständlich Welzheimer spendet 150 Mal Blut

Herbert Soukopp bei der Welzheimer Blutspenderehrung Ende Dezember. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Welzheim. Wer Blut spendet, rettet Leben: So gesehen hat Herbert Soukopp potenziell 150 Menschen vor dem Tod bewahrt. So oft hat der 63-Jährige bereits Blut gespendet. Für besonders hält er dieses Engagement aber keineswegs, eher für eine Selbstverständlichkeit. „Ich versuche einfach, anderen zu helfen.“

Einen außergewöhnlichen Grund kann der Welzheimer deshalb auch nicht nennen für sein unwahrscheinlich häufiges Blutspenden. Kein Initialerlebnis, keinen Wendepunkt im Leben, keinen Unfall, der ihm bewusst machte, wie wichtig Blut ist. Nein, mit 28 Jahren ist er einfach irgendwann mit einem Freund zum Blutspenden mitgegangen. „Und dann dachte ich, das könnte ich doch öfter machen.“

Drei bis vier Spenden pro Jahr

Drei- bis viermal im Jahr ließ sich Soukopp seitdem das Blut abnehmen. Möglichkeiten dazu boten sich ihm als Außendienst-Mitarbeiter schließlich genügend. Er musste sich nicht auf die Termine des Ortsvereins beschränken – und nahm die Gelegenheiten wahr, die sich ihm unterwegs boten.

"Ich wollte anderen Menschen helfen"

Ein Grund, weshalb er es bis heute so gerne und oft tut, ist, dass er das fehlende Blut immer locker wegstecken konnte. „Ich war nie erschöpft danach.“ Ein Anhänger der Theorie, dass Blutspenden besonders gesund sei (weil sich dadurch ja das Blut erneuere), ist er indes nicht. Nein, für den bescheidenen 63-Jährigen zählte immer nur eins: „Ich wollte anderen Menschen helfen.“ Blut sei nun mal nicht ersetzbar, Soukopps Blutgruppe aber breit einsetzbar.

Blutspenden kann er noch etwa zehn Jahre lang

Und so ging er, wenn er dienstlich unterwegs war, gerne mal zwischen zwei Terminen tagsüber spenden. Er vertrug’s ja gut – und als erfahrener Spender wusste er auch, dass dann die Wartezeiten nicht so lang sind wie bei Terminen am Abend oder am Wochenende.

Ob er die 175 wohl noch schafft? Soukopp hofft, ist sich aber nicht sicher. Es gibt eine Alters-Obergrenze für Spender, der er sich allmählich annähert. Etwa zehn Jahre hat er noch die Möglichkeit dazu. Solange die Gesundheit mitmacht (und das tut sie im Moment), wird er es versuchen.

Im Historischen Verein der Stadt engagiert

Den Außendienst hat das Welzheimer Urgestein, das hier geboren und aufgewachsen ist (und die Stadt nur für Urlaube und Dienstreisen verließ) mittlerweile hinter sich gelassen. Er ist jetzt Rentner, einer der schwäbischen Sorte aber, die am Ruhestand weder die erste noch die zweite Silbe allzu wörtlich nehmen.

Soukopp engagiert sich im Historischen Verein der Stadt, wo er nicht nur als Museumsaufsicht tätig, sondern auch für die Pressearbeit zuständig ist. Und der Welzheimer geht mit Vorliebe wandern, auch als Führer, mit seinen Freunden und Kollegen des Schwäbischen Albvereins. „Solange ich noch laufen kann, ist die Welt für mich in Ordnung“, sagt er und lacht.

Ehrenamtlich engagieren "macht reich"

Den arbeitsfreien Lebensabschnitt will der Welzheimer nun möglichst viel dazu nutzen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Etwas, das er seinen Mitmenschen nur empfehlen kann. „Das macht reich – und macht das Leben leichter.“

Langweilig wird es Herbert Soukopp im Moment wahrlich nicht. Mehr Zeit zum Blutspenden hat er obendrein. Die Chancen stehen also gut, dass er die 175 noch schafft.

„Habt einfach Mut und tut es!“

Blutspender stehen ja eher ungern im Mittelpunkt, Soukopp auch nicht. Ist es doch gerade die Anonymität, die den Akt so selbstlos werden lässt. Ein Spender kann nie wissen, wer sein Blut bekommt – ob Jung, ob Alt, ob Mann oder Frau, ob chronisch krank oder zu schnell gerast. Und es wird sich auch später niemand dafür bedanken. Es ist einfach nur Blut – und damit das Versprechen auf Leben. Deshalb kann es auch nie zu viele geben, die ein Teil von ihrem anderen Menschen geben.

All jenen, die sich bislang vor eine Blutspende scheuen, rät der 63-Jährige: „Habt einfach Mut und tut es. Ihr könnt damit jemand anderem helfen!“ Man müsse nur offen sein, es auch zu wagen. Der Rest sei ganz einfach. Nach 150 Malen weiß der Mann, wovon er spricht.

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