Future Magic Warum Zauberer aus aller Welt nach Welzheim kommen

Karl-Heinz Tanczer ist der Chef von Future Magic in Welzheim. Er stellt aber nicht nur die Produkte für Zauberkünstler her, sondern ist als Zauberer „Charles“ selbst aktiv. Foto: Gabriel Habermann

Welzheim.
Eine Frau, einen Elefanten oder ein Auto einfach so verschwinden zu lassen – geht das? Für viele Zauberer ist es kein Problem. Karl-Heinz Tanczer kennt auch die Antwort: „Es ist immer das gleiche Prinzip.“ Mit den Produkten von Future Magic feiern nicht nur unzählige Hobbykünstler weltweit Erfolge. Auch Vollblutartisten, Künstler in Freizeitparks und sogar Direktoren namhafter Zirkusunternehmen verlassen sich auf die Qualität von Karl-Heinz Tanczer und seinem 13-köpfigen Team von Future Magic. Seit 37 Jahren gibt es Future Magic in Welzheim. Zauberrequisiten für Einsteiger, Hobbykünstler und Profis – „wir beliefern weltweit 200 Fachgeschäfte in 70 Ländern“, so Tanczer.

Ein Tiger und eine Frau in einem Käfig – wie funktioniert dieser Trick?

Schwieriger werden die individuellen Aufträge von Zauberern, wenn man zum Beispiel eine neu eingeweihte Seilbahn verschwinden lassen möchte. „Das Problem hier ist, dass die Seilbahn an einem Seil hängt. Das Seil zu durchschneiden ist keine Option. Aber auch diesen Trick haben wir mit dem Zauberer in die Tat umgesetzt“, sagt der 57-jährige Firmenchef, der als Zauberkünstler unter dem Namen „Charles“ ebenfalls noch unterwegs ist. Es sei wichtig, die Artikel vorher zu testen, bevor sie zum Kunden kommen. „Als Profi und mit meiner Frau als kritischer Beobachterin gelingt es uns immer wieder, die neuesten Wünsche umzusetzen. Wir haben so auch schon Shows in Las Vegas, New York, Moskau oder Tokio ausgestattet“, verrät Tanczer, der jedoch keinen Namen der Künstler preisgibt: „Die Zauberer freuen sich, dass man in Welzheim auch mal unerkannt essen gehen kann.“

Die Ehrlich Brothers oder David Copperfield könnten also schon in Welzheim unterwegs gewesen sein? „Ja“, grinst Karl-Heinz Tanczer. In guter Erinnerung ist dem Chef von Future Magic der Trick mit dem Tiger und einer schönen Frau, die gemeinsam in einem zweieinhalb auf zweieinhalb Meter großen Käfig sein mussten, damit aus der Frau ein Tiger wird. „Hier mussten auch zahlreiche Sicherheitsaspekte beim Bau des Käfigs berücksichtigt werden. Es darf nichts schiefgehen, denn sonst lebt die Frau am Ende nicht mehr“, erklärt Karl-Heinz Tanczer.

Eine Münzdose als Start in einen magischen Beruf

Als kleiner Junge bekam er ein Zauberbuch und einen Zauberstab geschenkt. Die ersten Tricks haben sehr schnell funktioniert. „Charles“ wollte aber spektakuläre Tricks seinem Publikum zeigen, jedoch fehlte das Geld für die teuren Requisiten. „Dann habe ich beschlossen, selbst die Zauberrequisiten herzustellen“, erklärt der gelernte Werkzeugmechaniker. Mit 18 Jahren wollte auf einer Fachmesse ein Zauberer eine Münzdose für einen besonderen Trick haben. „Ich habe ihm meine selbst gebaute Münzdose präsentiert. Er war begeistert. Das war der Anfang von Future Magic in Welzheim“, äußert sich der 57-Jährige.

In seinem Showroom führt er manchmal ein paar sehenswerte Zaubertricks vor. So auch beim Besuch des Zeitungsverlags Waiblingen durch Redakteur Jörg Hinderberger. Unter anderem konnte ein roter Ball aus der Hand in einen Becher, in die Hosentasche oder in wechselnden Richtungen verschwinden und wieder auftauchen. Oder aus dem kleinen roten Ball wurde aufgrund von Zauberei ein großer gelber Ball. „Das Schönste in meinem Beruf, sowohl als Hersteller und als Zauberer, ist, wenn wir die leuchtenden Augen der Zuschauer sehen und wissen, dass unser Produkt von Future Magic ankommt“, sagt Tanczer.

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