Gärtnerei wird zu Farm Feli, der erste Pfau in Kernen

Ulrike Kämpf und ihr Pfau – sie hat ihn (oder sie, so genau weiß man das noch nicht) Feli getauft. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Kernen. Ulrike Kämpf, in Kernen bekannt für ihre spektakulären Dekorationen, baut sich in der ehemaligen Gärtnerei Mammele eine kleine Farm auf – dort sollen Menschen, Tiere und Pflanzen friedlich zusammenleben. Der neueste Bewohner heißt Feli – der Pfau ist erst vor einer Woche aus dem Ei geschlüpft.

Aus dem offenen Karton, in dem Pfau Feli sitzt, dringt ein herzzerreißendes Fiepen. Erst vor einer Woche ist der kleine Piepmatz geschlüpft. Nun wird er im Auto nach Stetten gefahren, in die ehemalige Gärtnerei Mammele. Die hat seine Zieh-Mama Ulrike Kämpf vor zwei Jahren gepachtet und baut sie nun zu einer kleinen Farm um. Die Farm soll Felis neues Zuhause werden. Ulrike Kämpf hat den Karton mit dem Vogel auf ihren Schenkeln stehen und zwitschert aufmunternd zu ihm hinab: „Alles gut, mein Lieber, gleich sind wir da.“

Als Feli geschlüpft war, saß er zwischen lauter Eiern

Feli ist der erste und bislang einzige Pfau, der es in Ulrike Kämpfs Aufzuchtstation aus dem Ei geschafft hat – und der vermutlich einzige seiner Art in ganz Kernen. Als er sich vor sieben Tagen nach vier Wochen Brutzeit erfolgreich durch die Schale seines Eis geknabbert hatte, landete er (oder sie, so genau weiß das noch niemand) in einem Brutapparat in Kämpfs Wohnung in Rommelshausen. Um ihn herum lagerten rund zwei Dutzend weitere Eier: Pfauen-, Wachtel-, Gänse-, Hühnereier.

Bei einer Handvoll weiterer Pfaueneier, bestellt im Internet, hat Deko-Expertin Kämpf, die unter anderem für den Lebendigen Weihnachtskalender in Stetten verantwortlich zeichnet, die Hoffnung mittlerweile aufgegeben.

Auf Farm umgeben von vielen gefiederten Freunden

Doch Feli lebt, Feli wirkt kerngesund, Feli hasst zwar offensichtlich Autofahrten, aber er ist auch sehr zutraulich. Es scheint, als habe er Ulrike Kämpf als seine Vogel-Mama akzeptiert. Als sie ihn vor der Fahrt zur ehemaligen Gärtnerei aus dem kleinen Gehege in ihrer Wohnung nimmt, sich auf ein Sofa niederlässt und Feli auf ihre Brust setzt, wirkt der kleine Pfau völlig entspannt. Er schaut sich um, tapst in Richtung Kämpfs Schulter, knabbert an ihren Haaren.

Kurz darauf, die Autofahrt ist endlich vorbei, setzt Kämpf den kleinen Pfau behutsam in einem Gehege in der ehemaligen Gärtnerei ab. Feli ist hier umgeben von vielen gefiederten Freunden: Wachteln, Enten, Hühnerküken, alle erst ein paar Wochen alt. Der Neue stapft los, schaut sich um, nimmt ein erstes Bad im Aschebad – das hilft gegen Parasiten im Gefieder.

Gäste auf der Farm immer willkommen

Ob Feli ein Männlein oder ein Weiblein ist, das wird sich erst in ein paar Wochen an der Farbentwicklung seines Gefieders feststellen lassen. Den prächtigen Federfächer entwickeln nur die Männchen. Die Liebe seiner Zieh-Mama Ulrike Kämpf ist ihm aber so oder so sicher. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich der Kernener Pfau ja zum Besuchermagnet. Gäste sind auf Kämpfs Farm nämlich immer willkommen.


„Naturstyle“

Ulrike Kämpf hat die ehemalige Gärtnerei Mammele in der verlängerten Stettener Hartstraße gepachtet und als landwirtschaftlichen Betrieb angemeldet. Sie baut dort eine kleine Farm auf mit Pferden, Kühen, Ziegen, Gefieder und verschiedenen Pflanzen. Ihr Credo: „Naturstyle“, alles ohne Chemie, die Tiere haben viel Freilauf. „Der Begriff artgerechte Haltung ist ein Widerspruch in sich“, findet Kämpf, ihre Tiere sollen einfach „ein schönes Leben haben“. Vorzugsweise zieht sie gefährdete Spezies groß, zum Beispiel Lakenfelder Hühner.

Oft beherbergt Ulrike Kämpf private Gäste, die gegen Arbeitseinsatz auf dem Gelände wohnen dürfen.

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