Gartenschau-Areal in Großheppach Neue Wohnhäuser an der Rems geplant

Momentan steht auf dem ehemaligen Spielplatz noch die äthiopische Rundkirche, die im Zuge der Gartenschau aufgebaut wurde (Archivfoto vom Aufbau). Foto: ZVW/Gaby Schneider

Weinstadt-Großheppach. Bis zu zwölf neue Wohnungen sollen in der Großheppacher Brückenstraße direkt an der Rems entstehen. Das Grundstück gehört der Stadt Weinstadt, momentan steht auf dem ehemaligen Spielplatz noch die äthiopische Rundkirche, die im Zuge der Gartenschau aufgebaut wurde. Geprüft wird auch, in den Gebäuden Büros zuzulassen.

„Es gibt einige interessante Anfragen aus dem freiberuflichen Bereich“: Liegenschaftsamtsleiter Karlheinz Heinisch machte in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses der Stadt Weinstadt deutlich, dass die Idee eines Wohn- und Geschäftshauses neben reinen Wohnhäusern in der Brückenstraße auf einer konkreten Nachfrage beruht. Heinisch merkte noch an, dass diese Interessenten für die künftige Infrastruktur der Stadt wichtig sein könnten. Mehr sagte er in öffentlicher Sitzung nicht, aber der Liegenschaftsamtsleiter plädierte aus Sicht der Wirtschaftsförderung klar für diese Planungsvariante. Sechs Doppelhäuser würden dann zusätzlich zu dem Wohn- und Geschäftshaus auf dem Gelände entstehen, wo momentan noch die hölzerne Rundkirche zu sehen ist. Die Zahl der Wohneinheiten würde dann bei zehn liegen, mit einer Netto-Wohnfläche pro Gebäude von 170 Quadratmetern. Ob solch eine Kombination sinnvoll ist oder nicht, darüber gingen die Ansichten auseinander.

Insgesamt wurden sechs Planungsvarianten vorgestellt, die zwischen neun und zwölf Wohneinheiten aufweisen. Da gab es eine Bebauung mit sechs Einzelhäusern (neun Wohneinheiten), eine mit acht Doppelhäusern (zehn Wohneinheiten), eine mit zehn Kettenhäusern (zehn Wohneinheiten), eine mit vier Doppelhäusern und drei Einzelhäusern (elf Wohneinheiten), mit Reihenhäusern und Doppelhäusern (zwölf Wohneinheiten) und eben jene Variante mit dem Wohn- und Geschäftshaus.

Chance für Wohnungen

GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger findet die Pläne der Stadtverwaltung für das Grundstück prinzipiell gut, weil er sie als Chance sieht, ortskernnah attraktiven Wohnraum zu schaffen. Der Spielplatz sei schließlich bewusst von dem Grundstück auf das benachbarte Gartenschau-Areal Mühlwiesen verlagert worden, das die Stadt vor Jahren einer Erbengemeinschaft abgekauft hat. Zu dem Vorhaben, auch ein Wohn- und Geschäftshaus zu bauen, hätte sich Siglinger indes mehr Informationen von der Verwaltung gewünscht – wobei diese natürlich aus rechtlichen Gründen in einer öffentlichen Sitzung keine Namen nennen kann. Mit Blick auf die starke Nachfrage nach Wohnungen wünscht sich der GOL-Fraktionschef indes, dass die Stadt auf dem Grundstück bei ihrer weiteren Planung verstärkt auf Geschosswohnungsbau setzt – und keine Fläche für Büros verschenkt. „Wir meinen, dass ein Geschäftshaus hier deplatziert ist.“

SPD-Stadtrat Hans Randler betonte, dass er ebenfalls Interesse habe, möglichst viel Wohnraum zu schaffen. CDU-Stadtrat Friedrich Dippon schlug vor, dort eine CO2-neutrale Bauweise vom Bauträger einzufordern – was dort leichter möglich sei, weil das Grundstück der Stadt gehört. „Ein Wohn- und Geschäftshaus sehe ich hier an der falschen Stelle.“ Schade findet Friedrich Dippon, dass Liegenschaftsamtsleiter Heinisch über die freiberuflichen Interessenten nicht mehr sagen konnte. Dies, betont er, sei ein Beispiel dafür, wie wichtig es manchmal sei, wenn die Stadträte unter sich seien und in einem geschützten Rahmen nichtöffentlich beraten könnten. Dem Vorstoß zum ökologischen Bauen pflichtete GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger im Anschluss sofort bei.

CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger merkte an, dass das Grundstück an der Rems durchaus höhere Häuser vertrage, als es die Stadt derzeit plant. Zugleich lobte er die Lage an den Mühlwiesen, die mit ihrer Flachwasserzone und dem Spielplatz ein beliebter Treffpunkt geworden sind. „Das ist eine schöne Gegend für Kinder.“

Unterschiedliche Meinung zu Kettenhäusern

Freie-Wähler-Fraktionschefin Isolde Schurrer plädierte dafür, bei der Bebauung auf Kettenhäuser zu verzichten. Diese seien ihr zu schmal. „Das sieht aus wie so Starenkästen.“ Zimmerermeister Friedrich Dippon hielt prompt dagegen. „Kettenhäuser haben den Vorteil, dass sie bezahlbar sind.“

Der Technische Ausschuss votierte schließlich geschlossen für den Bebauungsplanvorentwurf der Stadtverwaltung. Das letzte Wort in der Sache hat indes der Gemeinderat, der in seiner Sitzung am Donnerstag, 24. Oktober, entscheidet.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Brückenstraße soll im beschleunigten Verfahren nach Paragraf 13a des Baugesetzbuches durchgezogen werden – und das heißt, dass keine Umweltprüfung stattfindet.

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