Gartenschau in Winterbach Winterbach entdeckt die Rems neu

Seit diesem Sommer hat die Rems im Westen von Winterbach ein völlig neues Gesicht. Es wird dort während der Gartenschau auch Führungen durch speziell geschulte Gewässerführer geben. Foto: Schneider / ZVW / Archiv

Winterbach. Ein neuer Zugang zum Wasser im Ort und der auf mehr als einem Kilometer Länge renaturierte Flussabschnitt im Westen – in Winterbach öffnen sich zur Gartenschau ganz neue Perspektiven und Berührungspunkte mit der Rems. Bei anderen Projekten und Veranstaltungen kann die 8000-Einwohner-Gemeinde ebenfalls glänzen – vor allem Dank Ideen und Tatkraft der Bürger.

In Winterbach wird die Gartenschau am Gleisdorfer Platz eröffnet. Dieser hat bisher ein Schattendasein gefristet und wird derzeit komplett umgebaut und neu gestaltet. Über große Steinquader und Treppenstufen ist die Rems hier zugänglich geworden, wo bisher das steile Ufer das Wasser abschirmte. Außerdem kann man auf einem Holzdeck sitzen oder liegen und auf den Fluss schauen. Oben werden noch Spielgeräte für alle Altersklassen vom Kleinkind bis zum Senior und ein Fontänenfeld installiert. Am Gleisdorfer Platz steigt am 11. Mai nicht nur das kommunale Eröffnungsfest der Gartenschau, er ist auch Schauplatz für viele weitere Veranstaltungen.

Die Befreiung der Rems, um der Natur mehr Spielraum zu bieten

Mehr als in vielen anderen Gartenschau-Gemeinden ist in Winterbach die Rems einbezogen. Im Westen des Orts wurde auf einem Abschnitt von 1,1 Kilometern Länge der Fluss völlig umgebaut und renaturiert. Es ist das größte Projekt dieser Art in der Region Stuttgart. Rund 3,6 Millionen Euro hat das Land darin investiert, angestoßen hatten es der Wasserverband Rems und die Gemeinde, umgesetzt hat es dann das Regierungspräsidium Stuttgart. Ziel ist es, durch die Befreiung der Rems aus ihrem eng gefassten, geraden Bett der Natur Spielraum für eine neue Vielfalt zu bieten. Und diese darf dann natürlich auch der Mensch genießen.

Landart-Künstler hat Weißen Pfad organisiert

Ansonsten kann Winterbach auch dadurch glänzen, dass die Bürger sich sehr aktiv in die Gartenschau einbringen. Der Obstbauring Winterbach-Rohrbronn baute sein Vereinsgrundstück zwischen Winterbach und Schorndorf zu einem Informationszentrum für Streuobst und Naturschutz aus. Dort gibt es zum Beispiel einen Streuobstlehrpfad und eine Schau-Imkerei.

Der Landart-Künstler David Klopp aus dem Ortsteil Engelberg macht zur Gartenschau nicht nur eine Kunst-Tour durch alle 16 Gemeinden. In Winterbach hat er den Weißen Pfad angestoßen und organisiert. Dieser fünf Kilometer lange Erlebnisweg, führt durch ganz Winterbach auf den Engelberg und streift Kunstwerke und Punkte wie eine Imkerei und eine Schäferei.

Mitmachgarten und Boule- und Slackline-Anlage

Über die von der Gemeinde organisierte Bürgerbeteiligung kam ein bunter Strauß guter Ideen und Projekte zustande. So sind zum Beispiel ein Mitmachgarten oberhalb des Winterbacher Friedhofs und eine Boule- und Slackline-Anlage entstanden, die die Generationen verbinden soll. Winterbacher Künstler beleben während der Gartenschau den Ort mit Ausstellungen und öffentlich installierten Kunstwerken.

Entwurf für Monopteros wird überarbeitet

Ein Fragezeichen gibt es in Winterbach noch bei der „Weißen Station“. Wie in allen Gartenschau-Gemeinden soll ein von einem namhaften Architekturbüro gestaltetes Bauwerk stehen. Zuerst gab es aus Naturschutzgründen jedoch Probleme mit dem gewählten Standort für den Säulenrundbau, genannt Monopteros. Dann wurde das Projekt zu teuer. Statt den geplanten 70 000 Euro landete der Preis bei sage und schreibe 218 000 Euro inklusive Nebenkosten. Zu diesen Bedingungen hat der Gemeinderat das Projekt einstimmig abgelehnt. Jetzt bemühen sich Gartenschau-GmbH und Architekten darum, den Entwurf so zu überarbeiten, dass der Monopteros trotz Zeitknappheit doch noch gebaut werden kann.


Veranstaltungs-Höhepunkte in Winterbach

Samstag, 11. und Sonntag, 12. Mai: Eröffnung mit Hocketse am Gleisdorfer Platz, Shuttlebus zu Gartenschau-Projekten und Backhäuslefest

Samstag, 25. und Sonntag, 26. Mai: Offene Waldorfschule unter anderem mit Schauunterricht, Big-Band, Bewirtung

Donnerstag, 13. bis Sonntag, 16. Juni: Ikebana-Ausstellung "Stadt Land Fluss" in der Lehenbachhalle

Samstag, 29. und Sonntag, 30. Juni: Kunsthandwerkermarkt im Bürgerhaus Kelter

Montag, 1. bis Sonntag, 7. Juli: Highlight-Woche mit Shuttlebus-Verkehr, After-Work am Gleisdorfer Platz und Heimatabend

Samstag, 6. und Sonntag, 7. Juli: Highlight-Wochenende mit Shuttlebus, Straßenmusikfestival, Family-Meile, Offenem Singen und Kinderchorfestival

Montag, 15. bis Sonntag, 28. Juli: Ausstellung "Treffpunkt Baden-Württemberg" in der Lehenbachhalle

Samstag, 24. August: Krimi-Lesung "Wanninger" in der Gärtnerei Knauß

Samstag, 7. und Sonntag, 8. September: Weinsafari

Samstag, 28. September: Offene Waldorfschule unter anderem mit Schauunterricht, Big-Band, Bewirtung

Samstag, 19. und Sonntag, 20. Oktober: Abschlusswochenende mit "WinterbachART", Obstbauring-Fest und Kelterbesen

Dauerausstellungen und Kunstinstallationen im beziehungsweise um das Alte Rathaus von den Künstlern Mothes/ Dada und Thitz/ Mürdter.


Einen Podcast mit dem Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer zum Thema Remstal-Gartenschau 2019 können Sie sich hier anhören.

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