Gartenschauprojekte in Schorndorf Bauarbeiten in Schloss- und Stadtpark kommen voran

Im Rohzustand bereits montiert ist der Spielplatz im Stadtpark hinter der Stadtbücherei, der genauso wie der Spielplatz im Schlosspark an der Ecke Friedensstraße zu einer ganz besonderen Attraktion für Familien mit Kindern werden soll. Foto: Palmizi / ZVW

Schorndorf. Was sich hinter den Bauzäunen, die derzeit die künftigen Gartenschaubereiche Schlosspark und Stadtpark nach außen abschirmen, so alles tut, hat Projektleiterin Franciska Glavas interessierten Stadträten in einer kompakten Führung gezeigt und erläutert. Und dabei auch von einer ganzen Reihe von Überraschungen berichtet, die in aller Regel im Boden versteckt waren. Sie brachten einiges an - natürlich auch finanziellem - zusätzlichem Aufwand.

An einer Stelle eine nicht erwartete armierte Bodenplatte im Finanzamtsinnenhof, in dem die Baumaßnahmen mittlerweile so weit vorangeschritten sind, dass mit den Pflasterarbeiten begonnen werden konnte und auch schon mal überlegt werden kann, ob der Platz während der Gartenschau von einem „weißen Garten“ oder von den Daimler-Figuren des Künstlers Thomas Hörl dominiert werden soll – oder, so der Oberbürgermeister, „vielleicht auch von beidem“. Im weiteren Verlauf unter dem Weg Richtung Schlosspark eine Teerschicht, die sich teilweise bis unter die Rasenflächen gezogen hat, und ein neu entdeckter Schacht des Schlossgrabens, der offen bleiben und nur mit einem Deckel gesichert werden soll.

Vergrabene nicht gereinigte Tanks im Boden

Und dann sind die Tiefbauer im Bereich des Schlossparks auch noch auf zwei im Boden vergrabene nicht gereinigte Tanks gestoßen, die – ungeachtet der Tatsache, dass sie formal dem Land als Eigentümer des Areals gehören – ebenfalls erst einmal ausgegraben und entsorgt werden mussten. Nicht zu vergessen im Stadtpark die unheilige Kombination aus Boden und Schilf, deren Entsorgung sich deshalb als problematisch gestaltet, weil sie weder auf einer Erddeponie noch beim Grüngut gern gesehen ist.

Amtsgerichtsbriefkasten sorgte für viel Furore

„So entstehen immer wieder Kosten, die vorher nicht greifbar sind“, sagt Franciska Glavas und macht an den Wurzelbereichen der Bäume, die den Spielplatz hinter der VHS beziehungsweise der Stadtbücherei säumen und auf die bei der Ausformung des Spielplatzgeländes ganz individuell Rücksicht genommen werden muss, deutlich, dass heutzutage „nicht mehr wie früher einfach der Bagger kommt – und fertig“. Ganz zu schweigen von vermeintlich kleinen Problemen wie dem Abbau des Amtsgerichtsbriefkastens im Bereich des Finanzamtsinnenhofs, der laut Franciska Glavas „für sehr viel Furore gesorgt“ hat. Mittlerweile ist er dauerhaft in den Zugangsbereich vom Ochsenberg her verlegt.

Zwei Spielplätze, die besondere Attraktionen werden sollen

Aber es soll ja bei diesem Rundgang nicht nur die Rede von unvorhergesehenen Problemen und damit verbundenen finanziellen Mehrbelastungen sein, sondern auch von dem, was wird und an dem sich die Gartenschau-Besucher im kommenden Jahr erfreuen sollen. Oder auch schon jetzt, wie zum Beispiel am Jagdschloss in der Johann-Philipp-Palmstraße, das – weil es den Zugang zum Finanzamtsinnenhof und im weiteren Verlauf auch zum Schlosspark markiert – im Hinblick auf die Gartenschau immerhin schon mal einer Kurzsanierung unterzogen worden ist, der nach dem Gartenschaujahr eine tiefgreifendere Sanierung folgen soll.

Aber auch sonst ist manches schon konkret oder zumindest andeutungsweise zu erkennen. Im Schlosspark stehen schon Gartenschaubänke:

Auch das Leitungs- und Drucksystem für die künftigen Wasserspiele ist installiert, die neue Wegeführung wird erkennbar, der alte Spielplatz ist abgebaut und wird demnächst neu „bespielt“ und der Rosengarten, der aktuell einen etwas unscheinbaren Eindruck macht, ist ohnehin schon seit längerem angelegt.

Ähnlich sieht’s – nachdem bei der Führung der Alte Friedhof und der Feuersee, wo die Arbeiten noch nicht begonnen haben beziehungsweise derzeit ruhen, ausgeklammert worden sind - im Bereich des Stadtparks aus, wo die Böschung zum See, die später als Liege- und Sitzfläche dienen soll, bereits abgeflacht und wo an anderer Stelle Erde zu einem kleinen Feldherrnhügel, von dem das ganze Areal überblickt werden kann, aufgeschüttet worden ist.

Bereits im Rohzustand vorhanden ist der Spielplatz hinter der Stadtbücherei, der, so sagt’s die Projektleiterin, jetzt allerdings erst einmal in dem Zustand verharren soll, ehe voraussichtlich erst im April kommenden Jahres die verbindenden Elemente und ein paar „Highlights“ installiert werden sollen.

„Vorhänge“, die den Stadtpark in einzelne „Kabinette“ gliedern

Zu den Elementen gehören verschiedene Bepflanzungen, für die teilweise ein Bewässerungssystem geschaffen werden muss. In einem Regalsystem sollen dann genießbare Essenzen aus verschiedenen Pflanzen präsentiert werden. Vorhänge sollen den Schlosspark in verschiedene Themenbereiche oder auch „Kabinette“ untergliedern. 

Schauküche während der Gartenschau schon fast ausgebucht

Im Stadtpark bislang nur als Baufeld angelegt ist die künftige Schauküche, die auf Wunsch des Landratsamts weitaus aufwendiger gebaut werden muss, als das von Seiten der Stadt geplant war. Tröstlich sind in diesem Zusammenhang die Hinweise von Bürgermeister und Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert, dass die Küche nach der Gartenschau von der Volkshochschule weiter benutzt wird. Für die Zeit während der Gartenschau ist sie schon fast ausgebucht.


Franciska Glavas

„Dass wir so weit sind, wie wir sind, das ist vor allem auch Frau Glavas zu verdanken“, lobte Oberbürgermeister Matthias Klopfer am Ende des Rundgangs die gelernte Landschaftsarchitektin und jetzige Gartenschau-Projektleiterin Franciska Glavas und attestierte ihr, sie sei eine, die es verstehe, sich in der Männerdomäne Bau durchzusetzen – und zwar unabhängig davon, ob sie es mit einem Fachingenieur oder mit einem Baggerfahrer zu tun hat.

Von Schaden ist’s da sicher nicht, dass, wie Bürgermeister und Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert verriet, Franciska Glavas auch selber Bagger fahren kann. 

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