Kommunalwahl in Plüderhausen Straßenbau: Viel getan, noch viel zu tun

Sanierungsbedürftig: Die untere Welzheimer Straße steht in den kommenden Jahren auf der Agenda der Gemeindeverwaltung. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Plüderhausen. Mehrere Millionen Euro hat die Gemeinde Plüderhausen zuletzt in ihre Straßen und Leitungen investiert. Vieles muss auch in den kommenden Jahren an Straßenbelägen, Kanälen oder Feldwegen gemacht werden. Die Gemeinderats-Fraktionen setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte.

3,2 Millionen Euro für die Wilhelm-Bahmüller-Straße, zwei Millionen Euro für die Hauptstraße und jeweils rund 700 000 Euro für die Mühlstraße Ost sowie die Remsstraße: Die Gemeinde war in den letzten fünf Jahren im Bereich des Tiefbaus alles andere als untätig. „Wir haben so viel gemacht wie Jahrzehnte zuvor nicht“, sagt Bauamtsleiter Ludwig Kern. Und mehrere Millionen Euro werden auch in den kommenden Jahren anfallen: für die Zehntgasse, die Mühlstraße West, die untere Welzheimer Straße und viele kleinere Maßnahmen sowie die Sanierung der Feldwege.

Wasserverluste bei Leitungen müssen angegangen werden

Zwei weitere große Aufgaben kommen auf die Gemeinde in den kommenden Jahren noch zu: Plüderhausen sei in den 60er-Jahren zum einen, so Kern, „fantastisch gewachsen“. Die Straßen in diesen Ortsbereichen müssen nun zumindest mit neuen Dünnschichtbelägen saniert werden. Zum anderen sei ein Wasserverlust in den Leitungen von rund 30 Prozent zu beklagen. „Wir haben daher einen großen Handlungsbedarf beim Leitungsnetz“, sagt Kern.

Der Straßenbau könne nicht ohne Leitungsnetz gedacht werden, meint auch Claudia Jensen (FW-FD). Ob Leerrohre für Breitband, Abwasser- oder Wasserleitungen: „Handlungsbedarf sehen wir vor allem im Untergrund.“ Das Problem in Plüderhausen: „Fast überall ist der marode.“ Doch wenn gebaut werde, müssten Bürger sich bisweilen finanziell beteiligen, wovon nicht alle begeistert seien.

Handlungsbedarf sieht Jensen auch an der Straßenoberfläche. Die untere Welzheimer Straße etwa sei ein Ärgernis für viele Bürger – und die Brühlstraße sei „eigentlich ein No-Go. Die ist kaputt“.

Doch nicht nur an dieser Straße: „Wir müssen fast überall etwas tun.“ Sparen könne in diesem Bereich in den kommenden Jahren daher aus Sicht der FW-FD-Fraktion keine Lösung sein.

Straßen, Gehwege und Wasserleitungen nach Dringlichkeit aufgelistet

Auch Ulrich Scheurer (CDU) sieht den Handlungsbedarf bei den Straßen und Leitungen. Deshalb findet er es richtig, dass die untere Welzheimer Straße gerichtet werden soll. Der obere Teil sei ja bereits erneuert worden. „Unten gibt es zum Teil arge Schlaglöcher.“ In der Mühlstraße und der Zehntgasse sei der Sanierungsbedarf ebenfalls groß, sagt Scheurer.

Dem CDU-Fraktionsvorsitzenden ist aber vor allem eines wichtig: Angesichts der Haushaltslage müssen aus seiner Sicht alle Projekte unter einem Finanzierungsvorbehalt betrachtet werden. Viel habe die Gemeinde zuletzt ausgegeben, auch und gerade für die Gartenschau, da müsse jetzt vermehrt aufs Geld geachtet werden. „Alles andere wäre nicht redlich.“

Das Problem mit den Straßen aus der Nachkriegszeit nennt auch Klaus Harald Kelemen als Herausforderung. Unterhaltung vor Neubau: So lautet das Credo des SPD-Fraktionsvorsitzenden. Er werde deshalb, sofern er wieder in den nächsten Gemeinderat gewählt wird, eine Prioritätenliste einfordern von der Verwaltung. Darin sollen die Straßen, Gehwege und Wasserleitungen nach Dringlichkeit aufgelistet sein, mit den voraussichtlichen Kosten – „und dann müssen wir das politisch priorisieren.“ Dabei sollte stets der Unterbau der Straßen gerichtet werden, „das macht es natürlich komplizierter, teurer und die Entscheidungsfindung schwieriger.“

Dass Mozart- und Brühlstraße auf diese Liste gehören, sei für ihn aber klar. Kelemen räumt ein, dass er nicht jedes der Straßenprobleme in der Gemeinde kennen könne. Einige seien ihm indes beim Straßenwahlkampf zuletzt erst aufgefallen – etwa, dass der Gehweg in der Münzenhalde teilweise komplett kaputt sei.

Mobilität sollte nicht nur vom Auto her gedacht werden

Straßen als größtes Problem? So nimmt Erich Wägner (Grüne Liste Umwelt, GLU) das eigentlich gar nicht wahr. Und viel sei zuletzt gemacht worden. „Uns stört eher, dass Mobilität immer nur vom Auto ausgedacht wird und nicht vom Menschen – vom Fußgänger, vom Fahrradfahrer. Sichere Wege für Schüler wären uns wichtiger.“

Auch die Absenkung der Bordsteinkanten entlang der Hauptstraße sei nur vom Auto her gedacht. Bei kommenden Sanierungen von Straßen werde die GLU daher wieder für höhere Bordsteinkanten plädieren. Außerdem brauche es vor den Geschäften mehr Fahrrad-Abstellplätze. Und wenn alle Elterntaxis nicht in der zweiten und dritten Reihe aussteigen lassen würden, zum Teil sogar in Richtung Straßenseite – wäre aus seiner Sicht schon viel getan.

Für den GLU-Fraktionsvorsitzenden ist das wohl wichtigste Problem der Gemeinde vielmehr die Bahnhofsunterführung. Die müsse endlich barrierefrei werden – weil sie mehr sei als nur eine Verbindung zu den Gleisen, sondern auch eine wichtige Verbindung von Ober- und Unterdorf.


Viele Themen, kein klar dominierendes

370 Plüderhauser haben an unserer repräsentativen Befragung teilgenommen. Ein klar dominierendes Problem wurde dabei nicht benannt.

51 der Befragten haben Straßenbau und -sanierung als wichtigstes Problem benannt. Gefolgt von Einkaufen und Marktplatz (37 Nennungen), dem (noch) nicht barrierefreien Bahnhof (27 Nennungen), der Wohnungsnot (26 Nennungen) sowie der Finanzlage der Gemeinde (21 Nennungen).

Bemerkenswert: Außerhalb von Walkersbach scheint der Streit um das Bürgerhaus nur wenige Plüderhäuser umzutreiben (drei Nennungen).

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