Gottlieb-Daimler-Realschule Schorndorf Umgang mit Smartphones - das rät die Pädagogin

Diese Situation dürfte vielen Eltern bekannt vorkommen: Mutter und Tochter diskutieren über die Gerätenutzung (Symbolbild). Foto: Iakov Filimonov (JackF)

Schorndorf. Mit dem Wechsel in die weiterführende Schule bekommen viele Jugendliche heute ein Smartphone. Bei einem Elternabend der Gottlieb-Daimler-Realschule hat die Pädagogin Christa Rahner-Göhring im Auftrag des Landesmedienzentrums über den richtigen Umgang mit dem Gerät gesprochen.

Navi, Kamera, Zeitung, Kompass, Wecker, Radio, Plattensammlung und vieles mehr steckt heute im Smartphone, erklärt Christa Rahner-Göhring am Anfang ihres Vortrages den Eltern. Bevor es an die Problematisierung des Themas geht, will sie den Eltern erst mal klarmachen, welche Vorteile das Gerät bietet. „Die Technik ist genial“, sagt die Pädagogin. Sie spricht im Auftrag des Landesmedienzentrums an der Schule, rund 120 Eltern, deren Kinder derzeit in die fünfte und sechste Klasse gehen, hören ihr zu.

„Wir müssen lernen, mit der neuen Technik umzugehen, die Geräte gehen so schnell nicht mehr weg“, meint sie scherzhaft. Entscheidend sei, den Kindern „ein starkes Wertesystem“ mitzugeben. Die Jugendlichen müssten lernen, wo sie etwa das Persönlichkeitsrecht verletzten. Bilder von Klassenkameraden ohne deren Einverständnis zu veröffentlichen, sei beispielsweise nicht in Ordnung. Vor Veröffentlichung oder Weiterleitung sollten sich die Nutzerinnen und Nutzer außerdem die Frage stellen, ob ein Foto Schaden anrichten oder für Mobbing missbraucht werden könnte.

Familien sollten smartphonefreie Zeiten gemeinsam vereinbaren

Die Pädagogin rät Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern einen sogenannten Mediennutzungsvertrag zu vereinbaren. In ihm sollte etwa die Dauer der Nutzung vereinbart werden. Aber auch die Konsequenzen bei Nichteinhaltung sollten klar sein. Als Hilfestellung für einen solchen Vertrag empfiehlt die Pädagogin die Internetseite „Surfen ohne Risiko“. Dort werden verschiedene Regeln vorgeschlagen, die je nach den individuellen Bedürfnissen abgeändert werden können. Dort werden unter anderem folgende Vorschläge gemacht: „Was mir unbehaglich ist oder Angst macht, zeige ich meinen Eltern“ oder „Bevor ich etwas runterlade, online kaufe oder an Gewinnspielen teilnehme, frage ich meine Eltern“. Aber auch ganz smartphonefreie Zeiten sollten vereinbart werden, rät die Expertin.

Die Pädagogin ist nicht naiv, sie weist die Eltern darauf hin, dass all das „nicht ohne Gezerfe gehen wird“. Aber auch Streit ist Teil des Aushandlungsprozesses, meint sie. Problematisch sei es dann, wenn Kinder und Eltern gar nicht über das Smartphone sprächen. Rahner-Göhring rät außerdem, das Gerät und die Nutzung von Apps zum Familienthema zu machen und beispielsweise beim Abendessen über Datenschutz zu sprechen.

Für die Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren ist das Smartphone das bedeutendste Gerät überhaupt. Mit 97 Prozent besitzt von ihnen fast jeder eines. Nahezu täglich nutzen die Jugendlichen das Gerät. Eine Welt ohne soziale Medien, Internet und Mobiltelefonie kennen sie nicht.

Ab welchem Alter ist ein Smartphone sinnvoll?

Doch ab welchem Alter ist ein Smartphone überhaupt sinnvoll? Auf diese Frage will Christa Rahner-Göhring keine eindeutige Antwort geben, es komme auf die Persönlichkeitsentwicklung an, erklärt sie.

Für viele Eltern ist der Wechsel von der Grundschule in die weiterführende Schule ein Anlass, dem Kind ein eigenes Gerät zu kaufen. Dabei sollten sich Mütter und Väter darüber im Klaren sein, was das eigene Kind bereits kann.

Fragen, die sich Eltern vor der Entscheidung stellen sollten, sind unter anderem: Kann das Kind die Kosten überblicken, Werbung als solche erkennen und das GPS- und Bluetooth-Signal selbst ein- und ausschalten?


Weitere Infos

Netz-Regeln lassen sich unter anderem mit der Seite surfen-ohne-risiko.net des Bundesfamilienministeriums festlegen.

Hilfreiche Informationen zum Thema bekommen Eltern auch unter klicksafe.de. Auf der Seite empfiehlt Pädagogin Christa Rahner-Göhring besonders den Ratgeber „Smart mobil?!“.

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