Großbrand in Remshalden-Grunbach Grunbacher Lagerhalle durch Feuer zerstört

 Foto: Benjamin Beytekin

Remshalden-Grunbach. Aus noch ungeklärter Ursache ist am Freitagmorgen eine Lagerhalle in Grunbach in Brand geraten. Auch der stundenlange Einsatz von mehreren Feuerwehren aus dem Remstal konnte nicht verhindern, dass die Halle dabei komplett zerstört wurde. Die Höhe des Sachschadens schätzt die Polizei auf etwa eine halbe Million Euro.

Um 5.45 Uhr ging bei der Notrufzentrale der Alarm ein. Der Anrufer hatte Rauch über der Lagerhalle nahe der Bundesstraße entdeckt. Umgehend machten sich Feuerwehren aus Remshalden, Weinstadt, Fellbach und Waiblingen auf den Weg in das Grunbacher Industriegebiet Breitwiesen.

Insgesamt befanden sich am Freitagmorgen mehr als hundert Einsatzkräfte vor Ort, darunter auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Jochen Wolf. Die Feuerwehren waren mit 15 Fahrzeugen in der Fellbacher Straße, der Rettungsdienst mit 17 Personen und mehreren Fahrzeugen. Auch die Polizei war ausgerückt und sperrte unter anderem den Zugang vom Kreisel in das Industriegebiet.

Beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr Remshalden stand die Südseite bereits in Vollbrand, berichtete der stellvertretende Kommandant Jürgen Knauer. Eine Rauchsäule sei bereits deutlich sichtbar und den Feuerwehrleuten schnell klar gewesen: „Die Halle ist nicht zu halten.“

Das Gebäude diente bis zum Freitagmorgen als Lagerhalle für die Firma GUP GmbH & Co, die sich auf Gebäudesanierung und die Entfernung von Schadstoffen spezialisiert hat.

Das Amt für Bevölkerungsschutz warnte wegen des Rauchs

Nach kurzer Zeit befand sich das Firmengebäude bereits in Vollbrand. Um sechs Uhr früh war die Rauchsäule kilometerweit im Remstal zu sehen. Zunächst zog der Rauch Richtung Norden zum Bauersberger Hof, später drehte der Wind dann Richtung Westen, so dass der beißende Rauchgeruch am Morgen nicht nur deutlich in Weinstadt, sondern auch in weiter entfernteren Ortschaften wie Kleinheppach oder Waiblingen wahrnehmbar war.

Wegen der starken Rauchentwicklung und weil zunächst nicht klar war, was in dem Gebäude brannte, gab das Bundesamt für Bevölkerungsschutz eine Warnung heraus. Im Umkreis von fünf Kilometern rund um den Brandherd sollten Anwohner Türen und Fenster geschlossen halten.

Die Feuerwehr konzentrierte sich zunächst darauf, die umliegenden Gebäude zu schützen, und ließ das Feuer in der Lagerhalle kontrolliert abbrennen, bevor sie zu den Löscharbeiten überging. Dabei kam so viel Wasser zum Einsatz, dass in Teilen von Grunbach zeitweise kein Wasser aus den Leitungen kam, wie Leser uns berichteten.

Gegen 7.45 Uhr, knapp zwei Stunden nach Eintreffen der Einsatzkräfte, war das Feuer gelöscht.

Mit Bagger Metallplatten entfernt, um Glutnester zu bekämpfen

Die Nachlöscharbeiten dauerten indes noch an. Und auch die Rauchsäule wurde nur allmählich kleiner. Um 8.30 Uhr rückte dann ein Bagger an. Mit diesem entfernten Feuerwehrleute die Wände des Gebäudes, um die Glutnester zu bekämpfen. An das Innere der Halle kamen die Einsatzkräfte zunächst nicht heran. Denn, so Steffen Heckel, Pressesprecher der Remshaldener Feuerwehr, durch das Feuer seien Teile des Dachs an der Südseite, wo der Brand ausbrach, eingestürzt.

Deshalb arbeitete sich der Bagger systematisch von der Nordseite vor, entfernte mit dem Greifarm die Metallplatten, so dass die Feuerwehren gegen 9.15 Uhr mit dem Löschen der Glutnester mit Schaum beginnen konnten.

Zu diesem Zeitpunkt traf sich die Einsatzleitung zur Lagebesprechung. Zuvor waren durch ein Spezialistenteam aus Backnang Luft- und Bodenmessungen erfolgt. In den Remshaldener Weinbergen, in Weinstadt und Grunbach-Süd wurde nach gesundheitsschädlichen Stoffen gesucht. In der näheren Umgebung des Brandortes war es zu Rußniederschlag gekommen – daher auch die Bodenuntersuchungen.

Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den Nachmittag hinein

Um 9.30 Uhr gab die Feuerwehr schließlich Entwarnung: „Es wurden keine gesundheitsschädlichen Stoffe gefunden“, sagte Heckel.

Die Arbeit war für die Einsatzkräfte damit aber noch nicht beendet. Gegen 11 Uhr rückte zusätzlich noch ein großer Bagger des Technischen Hilfswerks an, um den Feuerwehrleuten Zugang zum Gebäudeinneren zu verschaffen. Die Löschung der Glutnester zog sich noch bis in den Nachmittag hin. Lange Zeit drang auch noch Rauch aus der Brandstelle.

500 000 Euro Schaden

Gary Merkle, einer der beiden Geschäftsführer der Firma GUP, war gleich nach Remshalden gefahren, als er von dem Brand erfuhr. Wo bis gestern sein Betrieb stand, ist inzwischen nur noch Schutt und Asche. Die Bäume ringsherum blieben hingegen verschont. Auch ein Übertreten des Feuers auf andere Gebäude konnte die Feuerwehr verhindern. In der Halle, sagt Merkle, seien vor allem Holzplatten, Dachlatten sowie Asbestsäcke gelagert gewesen. In dem Gebäude hätten sich aber auch Maschinen, die Sicherheitstechnik sowie das Büro der elf Mitarbeiter großen Firma befunden. Wie es nun weitergehen soll, weiß er nicht.

Weshalb in der Lagerhalle Feuer überhaupt ausbrach, ist noch unklar. Am Freitagnachmittag haben die Brandermittler der Kriminalpolizei ihre Arbeit aufgenommen. Wie David Ebert von der Pressestelle der Polizeidirektion Aalen mitteilt, ist es aber nicht sehr wahrscheinlich, dass die Ursache in absehbarer Zeit gefunden wird. Dafür seien die Schäden durch das Feuer, aber auch den großflächigen Einsatz von Wasser und Schaum, schlichtweg zu groß. „Wenn überhaupt, werden wir wohl erst nach Wochen etwas finden.“

Ersten Schätzungen der Polizei zufolge beläuft sich der bei dem Brand entstandene Sachschaden auf rund 500 000 Euro.


Einer der größeren Brände in Remshalden

Als Großbrand bezeichnet Steffen Heckel, Pressesprecher der Remshaldener Feuerwehr, das Feuer in der Fellbacher Straße. Es handle sich hier um einen der größeren Einsätze der letzten Jahre für die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde.

Vom Ausmaß sei er ähnlich wie der Brand im Gewächshaus der Gärtnerei Gropper im März 2018. Dort hatte sich schnell herausgestellt, dass ein Brandstifter am Werk war. Der Sachschaden belief sich damals auf rund 50 000 Euro.

Als größten Brand der letzten Jahre bezeichnet Heckel aber nach wie vor den Einsatz im Mai 2012 bei der Firma Höschele. Dort waren 166 Rettungskräfte mit 23 Fahrzeugen Hunderte von Stunden im Einsatz. Der Sachschaden belief sich hier auf rund acht Millionen Euro. Nach dem verheerenden Schaden siedelte die Firma damals nach Welzheim um.

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