Großeinsatz am BBW wegen Fehlalarm Darum wurde an der Nachbarschule kein Alarm ausgelöst

Das Berufsschulzentrum in der Steinbeisstraße. Foto: ZVW/Rainer Bernhardt (Archiv)

Waiblingen. Ein großer Polizeieinsatz hat am Donnerstagvormittag am Berufsbildungswerk Waiblingen für Aufregung gesorgt. Ursache war ein Fehlalarm, der vermutlich technisch bedingt war. Eine wirkliche Gefahr bestand zu keiner Zeit. Nach dem Schrecken war das BBW bemüht, schnell wieder zur Normalität zurückzukehren.

Während der großen Pause hatte am Berufsbildungswerk Waiblingen in der Steinbeisstraße – nicht zu verwechseln mit den benachbarten beruflichen Schulen – ein interner Alarm ausgelöst. Das wurde der Leitstelle um 9.47 Uhr seitens der Schule telefonisch mitgeteilt. Die Polizei rückte nach Angaben des Einsatzleiters und Waiblinger Revierleiters Daniel Kerzenmacher mit 14 Streifenwagen. Dazu kam ein Polizeihubschrauber mit Spezialkräften. Weitere Einsatzkräfte befanden sich im näheren Umfeld in Bereitschaft, um im Ernstfall einzugreifen.

Mehrere Räume wurden überprüft. Dabei stellte sich – auch nach Rückmeldung mit der Schulleitung – relativ schnell heraus, dass es sich um einen unbeabsichtigten Fehlalarm handelte. Die Absperrungen konnten recht früh wieder aufgehoben werden. „Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr für Schüler, Lehrer und sonstige Personen“, betont Daniel Kerzenmacher. Der genaue Ort des Alarms konnte lokalisiert werden. Warum er auslöste, ist noch nicht endgültig geklärt. „Wir gehen von einer technischen Ursache aus, Fehlbedienung lässt sich aber noch nicht ganz ausschließen.“

Psychologen kümmerten sich um beunruhigte Schüler

Den Grund wird die Schule nun in Abstimmung mit dem Hersteller der Anlage aufarbeiten, kündigte BBW-Geschäftsführer Roman Hanle im Gespräch mit unserer Zeitung an. Nach Beendigung des Einsatzes lief der Schul- beziehungsweise Ausbildungsbetrieb am Nachmittag wieder fast wie sonst. „Wir versuchen, schnell wieder Normalität herzustellen.“ Allerdings werden Ereignisse solcher Art, die unweigerlich schlimmste Gedanken wie an den Amoklauf von Winnenden hervorrufen, werden von jedem oder jeder unterschiedlich verdaut. „Von Schock zu sprechen, wäre vielleicht übertrieben“, meint der BBW-Chef, aber hier und da flossen Tränen, und die Sozialpädagogen, Psychologen und Fachberater waren in Schule und Werkstätten unterwegs, um Unterstützung zu geben und zu beruhigen. Nun überwiegt Erleichterung. „Wir sind oberfroh, dass es doch kein Ernstfall war.“ Froh ist der Geschäftsführer auch darüber, wie ruhig und geordnet die Jugendlichen den Notfallplan umsetzten und in die Klassenzimmer gingen.

Alarm in den Nachbarschulen erwies sich als nicht erforderlich

Die Schüler der benachbarten Berufsschulen bekamen zunächst wenig davon mit, dass überhaupt ein Einsatz im Gange war. Dass hier kein Alarm ausgelöst wurde, war aber keine Fahrlässigkeit der Polizei, sondern dem glücklichen Umstand geschuldet, dass sich der Alarm so schnell als falsch erwies. Zumindest „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“, wie Polizeisprecher Ronald Krötz sagt. Nur die endgültige Verifizierung habe noch ein bisschen gedauert. Also mussten die angerückten Interventionskräfte nicht ins Gebäude, und deshalb wurden die Berufsschüler nebenan auch nicht aufgefordert, in ihren Klassenzimmern zu bleiben. Es ging es darum, keine weitere Aufregung oder gar Panik auszulösen. Schließlich sind Fälle bekannt, dass Schüler, weil sie bei einem Alarm länger in den Klassenzimmern bleiben mussten, traumatisiert wurden. Wird die Ursache eines Alarms nicht gefunden, kann die Durchsuchung eines Gebäudes Stunden dauern. Dieses Szenario wurde den Schülern und Lehrern an Berufsbildungswerk und Beruflichen Schulen in Waiblingen am Donnerstag erspart.

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