Grüne stellen Antrag Bekommt Schwaikheim einen Naturkindergarten?

Symbolbild. Foto: pixabay.com / magentapix

Schwaikheim.
Schwaikheim nimmt sich nun Leutenbach als Vorbild. Berglen nachzueifern hatte die Gemeinde vorher schon mehrfach vergeblich versucht – beim Lösen des Kinderbetreuungsplätzedefizitproblems. So könnte man überspitzt einen Antrag der Grünen interpretieren. Sie wollen, dass Schwaikheim einen Naturkindergarten bekommt, so wie ihn die Nachbarkommune seit September hat.

Die Grünen haben eine Infoveranstaltung beantragt, für Eltern und sonstige Interessierte. Sie begründen ihr Anliegen mit dem Hinweis darauf, dass laut aktueller Bedarfsplanung zum Ende des Kindergartenjahres 2019/2020 bereits knapp 40 Betreuungsplätze in den „stationären“ Kindergärten der Gemeinde fehlen werden, ein Jahr später bereits rund 70. Eine schnelle Lösung ohne aufwendige Neubauten oder Erweiterungen tue also not.

Interesse soll vorab abgefragt werden

Die Grünen wären aber nicht die Grünen, wenn sie nicht über die bloße Notwendigkeit hinaus diese Betreuungsform nicht auch pädagogisch empfehlen, sie als Erweiterung des Angebots wünschen. Mit der Informationsveranstaltung soll vorab das Interesse abgefragt werden. Bei ihr sollen auch Fachleute aus den Standorten von Waldkindergärten, also Berglen, Remseck und Naturkindergärten, mithin Leutenbach, ihre Erfahrungen berichten. Die Grünen streben an, dass die Einrichtung, mit möglichst zwei Gruppen, bereits im nächsten Herbst in Betrieb geht. Dafür sei es erforderlich, die Standortfrage bis zum Frühjahr zu klären. Und die Infoveranstaltung solle noch in diesem Herbst stattfinden.

Jenseits und diesseits der alten B 14 nicht weitergekommen

Die Grünen rennen mit ihrem Ansinnen zwar durchaus offene Türen ein, auch bei der Verwaltung, wie Bürgermeister Gerhard Häuser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats versicherte. Er verwies aber auch darauf, woran es in der Vergangenheit scheiterte: an einem geeigneten Standort, der dann auch noch von den Behörden genehmigt wird.

Angedacht war einst ein Wald-Wiesen-Kindergarten, am Rand des Forsts, im Übergang zu Streuobstwiesen, jenseits der alten B 14. Angesichts des Bring- und Hol-Verkehrsproblems inklusive Parkplatzproblem kam man seinerzeit aber schnell davon ab. Beim Wald diesseits der alten B 14 legten zum ausgeguckten Areal die Jäger ihr Veto ein, auf den Wildtierrestbestand dort verweisend und damit darauf, dass ein Kindergarten dort dem vollends den Rest geben, nämlich die noch nicht vertriebenen Tiere endgültig vergraulen würde.

Viele Naturkindergärten im Rems-Murr-Kreis

Angesichts der wohl erneut schwierigen Standortsuche sei der von den Grünen vorgeschlagene „Fahrplan“ sehr ehrgeizig, die jetzt bereits genannten Zeitvorgaben schwierig einzuhalten, so Häuser. Die Verwaltung rege deshalb und weil die Standortsuche eben negativ, wie bislang, oder positiv ausfallen könne, an, diese vor die Informationsveranstaltung zu setzen. „Die Prüfung des vorgeschlagenen Standorts muss mit den Behörden erfolgen, wir sind da in der Vergangenheit mehrfach gescheitert.“

Der Sprecher der Grünen, Karl-Heinz Jaworski, räumte ein, dass das Thema Waldkindergarten „abgearbeitet“ sei, für Schwaikheim also ad acta gelegt werden muss. Anders stünden die Chancen für einen Naturkindergarten. Schließlich gebe es von denen eine Vielzahl im Rems-Murr-Kreis, nicht nur in Leutenbach: „Es ist also nicht einzusehen, warum das von vornherein nicht auch bei uns möglich sein soll. Man nehme das Anliegen ja ernst, habe das Landratsamt deswegen bereits angeschrieben, versicherte Häuser. Voraussetzung sei aber nun mal eine positive Standortsuche und -prüfung. Brigitte Röger, CDU-FB-Sprecherin, sprach von einer „prima, aber nicht neuen Idee“. Vielleicht hätten sich die Vorgaben ja mittlerweile gelockert, so ihre Hoffnung, der sich wohl auch alle anderen im Gremium anschließen.


Vorschläge willkommen

Beschlossen wurde, dass zuerst die Rahmenbedingungen wie Standort, Ausstattung, gesetzliche Vorgaben geklärt werden und eine Standortprüfung zusammen mit den Behörden erfolgen soll, ehe eine Informationsveranstaltung für Eltern stattfindet.

Bei der Standortsuche für einen Naturkindergarten sind Vorschläge aus der Bevölkerung willkommen.

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