Gute Vorsätze - mehr Sport Woche eins: Wie bleibt der Schweinehund im Käfig?

Meine uralten Sportschuhe. Neues Ziel: Zwei Monate regelmäßig laufen, dann gönne ich mir neue. Foto: Utz/ZVW

Der Schweinehund ist fürs erste im Käfig. Ich habe meinen guten Vorsatz angepackt, tatsächlich meine ollen Laufschuhe aus dem Keller geholt und bin die ersten Runden damit gelaufen. Erstes Fazit: könnten besser riechen, tun aber ihren Zweck. Später will ich noch andere Sportarten ausprobieren, aber Laufen ist für mich ein einfacher Start. Schuhe anziehen und los geht’s – mit dem Bonus als Ausgleich zu langen Bürotagen auch noch etwas Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Deshalb bin ich jetzt jeden zweiten Tag Laufen gewesen, jeweils nach etwa vier bis fünf Kilometern und rund 30 Minuten war ich k.o. – für den Anfang bin ich zufrieden.



Darauf muss ich mir jetzt aber noch nichts einbilden. Im Sport gilt: „Einmal ist keinmal“, so hat es Profi-Läufer Marcel Fehr von der SG Schorndorf in seinem Blog auf zvw.de aus dem vergangenen Jahr formuliert, denn der Körper braucht mindestens drei bis vier Wochen, bis er sich an die neue Trainingsbelastung zu gewöhnt hat und ein Effekt spürbar ist.

Fünf Tipps von Doktor Google

Damit ich diesmal mehr als vier Wochen dran bleibe brauche ich Hilfe. Google findet Tipps, wie ich es schaffe durchzuhalten:

Tipp 1: Schicke Funktionskleidung

Erstmal Ausrüstung kaufen – das machen wir gerne in Deutschland. Es spricht nichts dagegen, sich klamottentechnisch gegen den grauen Alltag zu wappnen. Viele Menschen fühlen sich sportlicher, wenn sie schicke Sportklamotten tragen. Stichwort Shopping - damit hätte mich dieser Tipp fast gekriegt. Aber sollte ich nicht erstmal wirklich Sport machen, bevor ich viel Geld ausgebe um mir hübsche Sportsachen zuzulegen, die dann in ein paar Monaten vielleicht in den Keller wandern? Ich besitze bereits zwei langweilige alte, dafür sehr bequeme Laufhosen und will es vorerst dabei belassen. Mit einer Ausnahme - und die betrifft Tipp 2.

Tipp 2: Ziele setzen und sich belohnen

Marathonläufe sind im Trend, aber ich will es ja nicht übertreiben mit den Zielen. So richtig der Wettkampftyp bin ich ohnehin nicht. Aber das mit dem Belohnen klingt schon ziemlich attraktiv. Statt mich jetzt wild zu irgendwelchen Wettläufen anzumelden, mache ich es so: Wenn ich es schaffe, zwei Monate durchzuhalten - das bedeutet jede Woche mindestens zweimal laufen zu gehen - und danach weitermachen will, dann gönne ich mir richtig tolle neue Laufschuhe.

Tipp 3: Abwechslung bei der Strecke

Bisher habe ich zwei feste Laufstrecken, für weitere müsste ich mich erst ins Auto setzen. Aber beim Laufen die Region erkunden, das könnte mir gefallen – allerdings eher ein Vorhaben für Wochenenden (auch für den bei meinem Orientierungssinn nicht ganz unwahrscheinlichen Fall, dass ich mich verlaufe und etwas länger unterwegs bin als geplant). Fürs Erste laufe ich meine üblichen Strecken einfach ab und zu mal andersherum.

Tipp 4: Notiere deine Trainingsleistungen

In einem Lauftagebuch soll ich aufschreiben, wann ich wie viel trainiert habe, wie das Wetter war und wie ich mich gefühlt habe. Der Effekt: Bei schlechtem Wetter und wenig Lust aufs Laufen, soll ich ein paar Seiten zurückschlagen und mich darüber freuen, wie viel fitter und besser ich mich durch regelmäßiges Training fühle. Das soll neuen Ansporn geben. Ich bin gespannt und trage schon mal die letzten Tage nach.

Tipp 5: Laufe im Team

Die ersten Male war ich am Wochenende in Begleitung unterwegs, das war toll. Alleine macht mir das Laufen keinen Spaß. Dann fehlt ein Gesprächspartner – man soll ja gerade so schnell laufen, dass man sich noch unterhalten kann, das predigte meine Sportlehrerin in der Schule immer wieder. Meine Notlösung: Was auf die Ohren. Ob Musik, Radio oder Podcast – ein bisschen Unterhaltung schadet nicht und die Musik gibt mir sogar einen Laufrhythmus vor (Techno ist deshalb für Anfänger nicht zu empfehlen).

Der zweite Effekt eines Laufpartners: Abzusagen fällt viel schwerer, wenn man den Termin nicht nur mit sich selbst vereinbart hat. Unter der Woche diktiert die Arbeit meinen Zeitplan. Dann habe ich keinen Sport-Partner, der mit mir genau dann losläuft, wenn ich noch nicht in den Feierabendmodus geglitten bin. Genau das könnte für mich und meine Motivation zum Problem werden.

  • Bewertung
    3

Die Gruppen-Challenge 2019

Die Online-Redaktion stellt sich der Herausforderung und fünf guten Vorsätzen

Mehr Sport machen

Diesmal werde ich wirklich dran bleiben - ganz sicher!