Haag folgt auf Mack Neue Bäckerei in Grunbach

Die neue Filiale der Bäckerei Haag an der Stuttgarter Straße in Remshalden-Grunbach hat seit diesem Montag geöffnet. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Remshalden.
Seit Anfang des Jahres stand in Grunbach in zentraler Lage an der Ortsdurchfahrt (Stuttgarter Straße) die ehemalige Filiale der Bäckerei Mack leer. Seit diesem Montag gibt es einen Nachfolger: Die Bäckerei Haag hat dort eine neue Filiale eröffnet. Haag kommt aus Schwaikheim, wo die Backwaren produziert werden und sich eine Filiale befindet. Weitere Standorte gibt es in der Marktstraße in Winnenden und in der Bahnhofstraße in Waiblingen. Eine weitere Filiale in der Langen Straße in Waiblingen hatte Haag im Sommer geschlossen. Inhaber Alessandro Haag erklärte das damals mit Personalmangel. Mit unserer Zeitung wollte er nun nicht über die Neueröffnung in Grunbach sprechen.

Die Grunbacher freuen sich in jedem Fall darüber, dass es die Bäckerei gibt, obwohl kein Brötchennotstand im Ort herrschte. Schließlich gibt es noch die Filialen von Schreiber im Ortskern und Weller im Rewe-Markt. Was Haag von diesen unterscheidet: Er wird auch sonntagmorgens seine Backwaren verkaufen, wie zuvor auch Mack.

Mögliche Café-Betreiber sagen dem Bürgermeister ab

Auch Bürgermeister Reinhard Molt zeigt sich „froh“ über die Entwicklung und die neue Bäckerei. Sie bringt wieder Leben in eine von mehreren leerstehenden gewerblichen Räumlichkeiten in der Grunbacher Ortsmitte. Außerdem ist inzwischen in die lange verwaiste Fläche der ehemaligen Schiller-Apotheke an der Ecke Schillerstraße/Reinhold-Maier-Straße mit der Schreiner Bau und Wert GmbH ein Immobilienbüro eingezogen.

Molt zeigt sich mit diesen Entwicklungen zufrieden, sagt aber auch: „Ich wäre noch zufriedener, wenn wir auch neben der Volksbank an der Ecke Olga-/Schulstraße eine Nachnutzung hinbekommen könnten.“ Dort steht seit langem eine Ladenfläche leer, nachdem der Blumenladen ausgezogen ist. Die Gemeinde kann nur wenig Einfluss nehmen und steuern, was dort passiert, da die Immobilie in privater Hand ist. Der Bürgermeister ist jedoch insofern aktiv geworden, als er zwei mögliche Kandidaten angesprochen hat, die aus seiner Sicht für die Räumlichkeiten infrage kommen würden. Reinhard Molt wünscht sich an der zentralen Stelle in Grunbach ein Café. „Für mich ist das ein wichtiges Eck“, sagt er. Beide Café-Kandidaten hätten sich die Immobilie angeschaut, hätten dann aber leider kein Interesse gehabt.

Was passiert mit den ehemaligen Räumen der BW-Bank?

Nach wie vor unklar ist ebenso, wie es mit der Gewerbefläche in der Reinhold-Maier-Straße 5 weitergeht. Dort, wo früher die BW-Bank saß, sollte eigentlich eine „Kneipe mit Imbiss“ einziehen, wie Reinhard Molt das Geschäftsmodell beschreibt. Der zuständige Gemeinderatsausschuss hatte sein Einvernehmen bereits erteilt. Jedoch: Noch bevor das Landratsamt die Genehmigung für die neue Nutzung erteilt hatte, zog der potenzielle Investor seinen Antrag laut Bürgermeister wieder zurück. Er will sich jetzt mit dem Investor, das heißt, mit dem möglichen Kneipen-Betreiber, „an einen Tisch hocken“, um darüber zu reden, was aus der Lokalität werden könnte.

„Carpe Diem“: „Wir wollen was Anständiges“

Keinen schönen Anblick bietet seit Jahren das Erdgeschoss des Gebäudekomplexes, der unter dem Namen „Carpe Diem“ geplant ist. Das von Dr. Ulf-Michael Werner als Gesundheitszentrum aufgebaute Haus wurde von dem Kinderarzt gegen die Wand gefahren. Er selbst verschwand sang- und klanglos, bevor herauskam, dass er in einem Insolvenzverfahren steckt. Der Arztsitz, den er innehatte, verfiel einfach und kann deswegen nicht nachbesetzt werden. Von den ursprünglichen Mietern ist nur noch die Bären-Apotheke geblieben. Logopädin Pia Gottwik und Ergotherapeut Albrecht Mödinger mussten ausziehen, weil die neuen Besitzer der Immobilie Wohnungen einbauen wollten. 20 Wohnungen in Größen zwischen 55 und 125 Quadratmetern sind nach dem Umbau des Gebäudes entstanden, die alle vermietet sind. Laut Reza Sharei, einem der Investoren, die das Gebäude zusammen aus dem Insolvenzverfahren erworben haben, gibt es eine Liste mit etwa 30 weiteren Interessenten, die nachrücken, wenn eine Wohnung frei wird.

Mit Blick auf die Mieter ist auch die Neuausrichtung der Gewerbeflächen im Erdgeschoss geplant. Dem Döner-Imbiss an der Ecke habe man gekündigt. Unter anderem, weil ein Imbiss, der bis spät abends geöffnet habe, nicht gut zu einem Wohnhaus passe, so was störe die Bewohner. Gleiches gelte für die Gastronomie- und Bar-Betriebe, die sich in früheren Jahren in der Gebäudefront an der Jahnstraße befanden.

An der Tür hängt zwar ein Plakat mit Vermietungsangebot als Laden, Büro oder Imbiss. Aber einen Imbiss oder auch eine Bar oder Kneipe wolle man dort nicht, sagt Reza Sharei gegenüber unserer Zeitung. Auch Anfragen von Lebensmittelhändlern habe er abgelehnt. „Ich habe gesagt, das machen wir nicht, weil der Rewe da ist.“ Denkbar sei etwas wie ein Versicherungsbüro. Der Wunsch der Investoren ist laut Sharei ein anderer: „Wir wollen gerne ein Café oder eine Bäckerei-Konditorei, eine langfristige Sache.“ Dazu sei er bereits im Gespräch mit möglichen Kandidaten, sagt er, will aber mehr noch nicht verraten.

  • Bewertung
    2
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!