Handball-EM Was bei der DHB-Auswahl besser werden muss

Auch Linksaußen Patrick Zieker (li.) und Torhüter Jogi Bitter vom TVB Stuttgart müssen sich steigern. Foto: dpa

Wien.
Kabinen-DJ Timo Kastening dachte am Abend vor dem richtungsweisenden Spiel der deutschen Handballer gegen Weißrussland über eine neue Playlist nach. Das macht der Rechtsaußen der TSV Hannover-Burgdorf eigentlich vor jedem EM-Spiel der Nationalmannschaft. Vor der ersten Hauptrundenpartie am Donnerstagabend (20.30 Uhr/ARD) in Wien gegen Weißrussland braucht die DHB-Auswahl mit den drei Spielern des TVB Stuttgart aber eine ganz besondere Motivation. Denn eine Niederlage würde den Traum vom Halbfinale früh im Turnier in ganz weite Ferne rücken. Um gegen die Weißrussen zu bestehen, muss das Team von Bundestrainer Christian Prokop sich vor allem in drei Bereichen steigern.

Emotionen und Verantwortung

Einen sogenannten emotionalen Leader hat die deutsche Mannschaft bei der EM bislang nicht. DHB-Vizepräsident Bob Hanning bemängelte zuletzt, dass es gerade bei der heftigen Niederlage gegen Spanien niemanden gegeben habe, der in den kritischen Situationen des Spiels die Verantwortung übernommen habe. Nach dem Zittersieg gegen Lettland versammelte Prokop seine Mannschaft noch am späten Abend im Teamhotel in Trondheim. Dabei sprachen dann auch die Routiniers Uwe Gensheimer und TVB-Torhüter Johannes "Jogi" Bitter zur Mannschaft. Das reichte Prokop aber nicht. "Christian hat klar kommuniziert und gesagt, dass nicht immer dieselben Spieler zur Mannschaft sprechen sollen", sagte Rückraumspieler Julius Kühn. Der Coach will, dass mehr Spieler Verantwortung übernehmen.

Die Torhüter

Andreas Wolff und Bitter sind bislang nicht der erhoffte gewinnbringende Faktor. Bitter hat bislang lediglich eine Quote von 24 Prozent, was die abgewehrten Würfe angeht, Wolff kommt auf 25 Prozent. Das sind Werte, die nicht das eigentliche Leistungsvermögen der beiden Keeper wiedergeben. "Wenn wir das abrufen, was wir können, dann sind wir deutlich besser als Weißrussland", sagte Rückraumspieler Julius Kühn. Das gilt vor allem für die beiden Keeper. "Wir brauchen jetzt auch die überragende Leistung der Torhüter", forderte Hanning.

Die Abwehr

"Abwehrarbeit ist zu großen Prozentteilen auch reine Emotion und Willenssache", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer vor dem Start in die Hauptrunde. Genau das hat die beiden Abwehrchefs Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek bei der teils begeisternden Heim-WM vor einem Jahr ausgezeichnet. Für beide gilt aber bisher ähnliches wie für Wolff und Bitter: Noch rufen sie ihr unbestrittenes Können nicht ab.


Der Spielplan 

  • Donnerstag, 16. Januar / 20.30 Uhr: Weißrussland - Deutschland (ARD)
  • Samstag, 18. Januar / 20.30 Uhr: Kroatien - Deutschland (ZDF)
  • Montag, 20. Januar / 20.30 Uhr: Österreich – Deutschland (ARD)
  • Mittwoch, 22. Januar / 20.30 Uhr: Tschechien – Deutschland (ZDF)

Halbfinale

Freitag, 24. Januar:

  • 18 Uhr: 1. Gruppe I – 2. Gruppe II
  • 20.30 Uhr: 2. Gruppe I – 1. Gruppe II

Platzierungsspiele

Samstag, 25. Januar:

  • 16 Uhr, Spiel um Platz 5: 3. Gruppe I – 3. Gruppe II
  • 20.30 Uhr, Spiel um Platz 3: Verlierer Halbfinale I – Verlierer Halbfinale II

Finale

Sonntag, 26. Januar:

  • 16.30 Uhr: Sieger Halbfinale I – Sieger Halbfinale II
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