Hasenpest in Winterbach Weiterer infizierter Feldhase gefunden

Nicht nur der Feldhase ist von der Hasenpest bedroht. Foto: pixabay.com/ernie

Winterbach. Erst Weinstadt, dann Waldrems und nun Winterbach: Im Rems-Murr-Kreis ist erneut ein Feldhase gefunden worden, der sich mit der Hasenpest (Tularämie) infiziert hat. Das Veterinäramt des Landratsamts rät aus aktuellem Anlass, den direkten Kontakt mit wilden Hasen und Nagern zu vermeiden.

Wie das Landratsamt am Freitag (24.05.) in einer Pressemitteilung bekannt gab, wurde diesmal in den Weinbergen bei Winterbach, nördlich der B29-Auffahrt, ein schwer kranker Feldhase gefunden und positiv auf die Hasenpest getestet. Für Hasen und andere Nagetiere - wie Wühlmäuse, Eichhörnchen, Kaninchen, Biber und Ratten - ist die bakterielle Infektion sehr gefährlich. Die Tiere erkranken und verenden an dem Erreger. Zwar sei es unwahrscheinlich, dass sich Hunde anstecken, Hundehalter sollten dennoch darauf achten, dass sich ihre Tiere von Wild fernhalten.

Vorsichtsmaßnahmen beachten

Auch Menschen können sich infizieren. "Vor allem durch den Kontakt mit toten Hasen", so das Landratsamt. Als Vorsichtsmaßnahme wird daher empfohlen, tote Hasen nicht anzufassen und wildlebende Nager nicht zu streicheln oder zu fangen. Beachtet man diese Maßnahmen, besteht keine Gefahr, an Hasenpest zu erkranken. Die akute Tularämie ruft unter anderem starkes Fieber, Lymphknotenschwellung, Durchfall, Erbrechen oder Atemnot hervor. Beim Menschen kann die Krankheit mit Antibiotika behandelt werden. 

Was tun, wenn man ein totes Tier findet?

Wer ein Tier tot auffindet, sollte sich mit dem Kreisjagdamt des Landratsamts unter der Telefonnummer 07191 895-4369 oder mit dem örtlichen Polizeirevier in Verbindung setzen und das Tier melden. Dabei muss man den genauen Fundort der verendeten Hasen nennen. Der zuständige Jagdpächter kann verendet aufgefundene Hasen dann zur Untersuchung an das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt in Fellbach bringen. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Tier über eine Sammelstelle für Tierkadaver unschädlich zu beseitigen.

Bei Fragen zum Krankheitsverlauf oder zur etwaigen Übertragung der Tularämie empfiehlt das Veterinäramt, sich an den behandelnden Tierarzt zu wenden.


Die Hasenpest ist in ganz Europa verbreitet. In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2018 insgesamt 28 Fälle gemeldet. Im Rems-Murr-Kreis wurden auch in den Vorjahren immer wieder einzelne verendete Feldhasen gefunden, die an Hasenpest erkrankt waren. Zuletzt wurde in Backnang-Waldrems in der Nähe des Spielplatzes Horbachhof ein infizierter Hase gefunden. Im März dieses Jahres wurde bei einem Weinberg in Weinstadt-Großheppach ein verendeter Feldhase gefunden.

Laut dem Landratsamt ist inzwischen davon auszugehen, dass der Erreger dauerhaft in Baden-Württemberg vorkommt.

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