Heimattage Winnenden Glasperlenspiel und Fools Garden auf der SWR1-Bühne

Frontfrau Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel gibt auf der SWR-1-Bühne alles. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Winnenden. Das Wetter will nicht so richtig mitspielen am Abend des 4. Mai, als sich zu den Baden-Württemberg-Tagen drei Bands aus dem Ländle hinter der Open-Air-Bühne des SWR 1 auf dem Kärcher- Gelände bereitmachen. Trotzdem sind um die 3000 Zuschauer am Start, die sich die Stimmung durch nichts verderben lassen.

„Fools Garden“ bezaubert das Publikum mit Peter Freudentalers wunderschöner Gesangsstimme, die etwas Verträumtes an sich hat, und mit dem sehr homogenen Klang der Band. Wie die „Beatles“ oder „The Who“ spielt auch Volker Hinkel von „Fools Garden“ eine Rickenbacker-Gitarre, deren unverkennbarer Sound heutzutage live nur noch selten zu hören ist. Den Höhepunkt findet das Konzert natürlich mit „Lemon Tree“ - die Zuschauer singen aus vollem Hals mit.

Radiohits aus mehreren Jahrzehnten von der SWR-1-Band

Bevor mit „Glasperlenspiel“ eine vergleichsweise junge Band auf die Bühne kommt, versorgt die SWR-1-Band die Menge mit einer konzentrierten Dosis Radio-Hits ohne Überraschungen. Von Bruno Mars’ „Locked out of Heaven“ zu AC/DCs „Highway to Hell“.

Die letzte Band an diesem Abend ist ein Elektro-Pop-Duo mit einer Live-Band. „Glasperlenspiel“ startet mit massivem Bass, sie haben Konfetti- und Nebelkanonen am Start, neben der sowieso schon aufwendigen Lightshow sorgt eine großflächige Videowand hinter der Band für Effekte. Frontfrau Carolin Niemczyk kommt auf die Bühne in dicksohligen weißen Sneakern, Jogginghose und bauchfreiem Oberteil.

Sie hat eine großartige Stimme, ihr Gesangsstil ist jedoch sehr artifiziell. Kopf zwei des Duos, Daniel Grunenberg, steht hinter den Keyboards und singt, unterstützt von einer Backgroundsängerin, einem Schlagzeuger, einem Gitarristen und einem Bassisten, der extrem laut aufdrehen darf.

Im Hintergrund des Duos arbeiten sehr gute Musiker

Keyboarder Grunenberg spielt vorgefertigte Elektro-Sounds und Beats ein, oft ist man sich nicht ganz sicher, wie viel tatsächlich live passiert. Die Bässe wummern so, dass die freundliche Security fleißig Ohrstöpsel an alle jungen Zuschauer in Reichweite verteilt.

Wenn die Effekte einmal etwas zurückfahren, kann man besser hören, was für gute Musiker da tatsächlich auf der Bühne stehen. Gerade die Rhythmusgruppe zeichnet sich durch überdurchschnittliches Können aus, Bassist Markus Vieweg spielt einen summenden, gefühlvollen Fretless-Bass und Gitarrist Nico Schliemann spielt Soli, die nicht nur eine ausgezeichnete, eher im Bereich des Hardrock oder Metall angesiedelte Technik verfügt, sondern auch seinen ganz eigenen Stil hat - er muss sich neben den altgedienten Profis von „Fools Garden“ und der SWR-1 Band absolut nicht verstecken.

Identitätssuche, Freundschaft und Liebe

Die Lieder haben deutsche Texte und handeln von Themen wie Identitätssuche, Freundschaft und Liebe. „Glasperlenspiel“ hat einige Songs am Start, die man aus dem Radio kennt, darunter Titel wie „Ich bin ich“, „Nie vergessen“ und „Moment“.

In ihren Ansagen wirkt Niemczyk überraschend bescheiden, so gibt sie gleich zu Anfang zu, unter ihrer leichten Kleidung überall Wärmepflaster zu tragen, und erklärt zum Hintergrund von „Ich bin ich“: „Ich bin halt die Carolin – vom Bodensee“.

Bei einem Song geht sie mit dem Mikrofon mitten ins Publikum. „Geiles Leben“ ist ihr bekanntester Titel. Den gibt Glasperlenspiel dem Winnender Publikum als Zugabe.


Ganz regional

Die gigantische Soundanlage mit allein zehn riesigen Bassboxen, die bei diesem Konzert für einen exzellenten Sound sorgt, kommt ebenfalls aus dem Ländle, nämlich aus Backnang.

Die d&b audiotechnik GmbH entwirft und baut alle ihre Boxen und Systeme im Hauptsitz Backnang. Die Premium-Beschallungsanlagen hängen in Konzerthallen auf der ganzen Welt, zum Beispiel auch in der Oper in Sydney, Australien.

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