Heißes Duell in der „Hölle Süd“ Der TVB zu Gast beim HBW Balingen-Weilstetten

, aktualisiert am 07.11.2019 - 09:52 Uhr
Dominik Weiß (hier gegen Jacob Heinl) zeigte bei seinem Comeback gegen Flensburg eine gute Leistung. An diesem Donnerstag müssen der Routinier und der TVB in der hitzigen Atmosphäre der Balinger Sparkassen-Arena die Ruhe bewahren. Foto: Ralph Steinemann

Wer gegen den Deutschen Meister einen Punkt holt, der sollte auch bei einem Aufsteiger in die erste Handball-Bundesliga bestehen. Beim überraschend starken und selbstbewusst auftretenden Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten erwartet den TVB Stuttgart an diesem Donnerstag (ab 19 Uhr im ZVW-Liveticker) allerdings ein heißer Tanz. Die berüchtigte „Hölle Süd“ wird ausverkauft sein.

Sieben Punkte hat der Neuling von der Schwäbischen Alb in zehn Spielen gesammelt und damit zwei mehr als der schwäbische Konkurrent TVB Stuttgart. Nur in diesem Punkt haben die „Gallier“ den „Wild Boys“ ein bisschen etwas voraus. Während dem TVB erst am Samstag mit dem 23:23 gegen die SG Flensburg-Handewitt eine Überraschung gelungen ist, hatten die Balinger bereits am vierten Spieltag mit dem furiosen 36:23-Sieg gegen die MT Melsungen für Aufsehen gesorgt. Und sie legten mit dem 31:30 gegen die Füchse Berlin vor knapp zwei Wochen noch einmal nach. Es war der erste Sieg des HBW im 21. Duell mit den Hauptstädtern.

Großer Trumpf des HBW sei seine Eingespieltheit

Auch das wichtige Match gegen den Mitaufsteiger HSG Nordhorn-Lingen entschied das Team des früheren Bittenfelder Kreisläufers Jens Bürkle mit 25:23 für sich, zuletzt schnappte es sich beim 30:30 in Minden einen Punkt. Mit Ausnahme der Partie beim Tabellenführer Hannover (23:31) war Balingen jedem Gegner ebenbürtig.

Keine große Überraschung ist’s für den TVB-Trainer Jürgen Schweikardt, dass sich Balingen so schnell und gut in der Liga zurechtgefunden hat. Nach dem Abstieg in der Saison 2016/2017 kehrte der Trainer Jens Bürkle, der zuvor mit Hannover große Erfolge gefeiert hatte, im Oktober 2017 an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der direkte Wiederaufstieg gelang zwar nicht, im zweiten Jahr indes spazierten die Balinger souverän durch die Liga und sicherten sich mit 61:15 Punkten die Meisterschaft.

„Balingen ist nicht ganz so stark wie der Bergische HC nach seinem Aufstieg“, sagt Schweikardt. „Es fehlt aber nicht viel.“ Großer Trumpf des HBW sei seine Eingespieltheit. „Mit Lipovina und Taleski haben sie sich hervorragend verstärkt, individuelle Klasse und Wurfkraft hinzubekommen.“

„Wir werden mit Respekt anreisen“

Die beiden mazedonischen Nationalspieler Vladan Lipovina (rechter Rückraum) und Filip Taleski (linker Rückraum) kamen von den Rhein-Neckar Löwen. Mit diesen beiden sei Balingen schwerer auszurechnen. „Und mit Jens Bürkle hat es einen sehr guten Trainer.“ Schweikardt muss es wissen: Seit ihrer gemeinsamen Zeit auf dem Spielfeld mit dem TVB sind die beiden eng befreundet.

Beim jüngsten Spiel in Minden feierte Martin Strobel, Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft, nach neunmonatiger Verletzungspause (Kreuzbandriss) sein Comeback. Mit dem Routinier hat Bürkle eine weitere wichtige Stütze in seinem Kader, den er gegen den TVB ausnahmslos zur Verfügung haben wird.

Auch Jürgen Schweikardt kann – zum zweiten Mal in dieser Saison – wieder aus dem Vollen schöpfen. „Wir werden mit Respekt anreisen“, sagt der Trainer, der einen vor Selbstbewusstsein strotzenden Gegner erwartet. „Wir werden sicher nicht der Favorit sein, aber das waren wir gegen Flensburg auch nicht.“ Sein Team müsse die Leistung vom Samstag wiederholen – und vielleicht sogar ein paar Prozent draufpacken.


David Schmidt in der Mannschaft der Woche

Zum ersten Mal in dieser Saison ist David Schmidt in die Mannschaft der Woche des Fachmagazins Handballwoche gewählt worden. Der Linkshänder erzielte beim 23:23 gegen die SG Flensburg-Handewitt fünf Tore. In der Torschützenliste liegt er damit gemeinsam mit seinem Teamkollegen Adam Lönn mit 35 Treffern auf Rang 47. Treffsicherster TVB-Spieler ist der Linksaußen Patrick Zieker mit 55 Toren (Rang zehn).

Mit den knapp 6000 Fans gegen Flensburg hat sich der TVB in der Zuschauertabelle auf Platz zwölf verbessert. Im Schnitt sahen 3762 Fans die vier Heimspiele in dieser Saison. Vorne liegt wie immer der THW Kiel (10285), Schlusslicht sind die Eulen Ludwigshafen (2155).

In einer anderen Kategorie liegt ein TVB-Spieler an der Spitze: Der Torhüter Johannes Bitter hat in zehn Spielen 16 Strafwürfe gehalten. Insgesamt zeigte er 102 Paraden, nur der Magdeburger Jannick Green war öfter zur Stelle (105).

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