High-Tech aus Fernost "Made in China" soll teurer werden

Künftig soll in China gelten: High-Tech statt billig Textil Foto: dpa

Berlin - Die arbeitsintensive Massenfertigung war in den letzten Jahren der Motor des chinesischen Wirtschaftswunders. Die politische Führung will jetzt aber, dass das bevölkerungsreichste Land der Erde weg kommen soll von den Ramschprodukten. China will Hochtechnologiestandort werden.

In China tun sich ungewöhnliche Dinge: Zum einen gibt es eine auffällige Bewegung an der Lohnfront. Eine Streikwelle geht durch das Land. Viele ausländische Firmen, die China als verlängerte Werkbank benutzt haben, müssen kräftigen Lohnerhöhungen zustimmen. Der Apple-Auftragshersteller Foxconn musste die Löhne verdoppeln. Weitere Prominente - Honda, HP oder Dell - stehen ebenfalls unter enormem Druck. Auch die Staatsführung tut etwas dafür, dass die Arbeiter mehr in der Tasche haben. Kürzlich wurden die Mindestlöhne angehoben.

Die deutschen Exporteure frohlocken

Kaum weniger überraschend ist die jüngste Entwicklung in der Währungspolitik: Die chinesischen Notenbanker sind entschlossen, den Yuan aufwerten zu lassen. Experten gehen davon aus, dass der Yuan in den nächsten zwölf Monaten um rund vier Prozent aufwertet. Seit 2008 war der Yuan fest an den Dollar gekoppelt. Damit unterstützte die Regierung die heimischen Exporteure angesichts der weltweiten Finanzkrise. Mit der Aufwertung wird jetzt die gegenteilige Richtung eingeschlagen: Damit verteuern sich die chinesischen Exporte. Tendenziell wird China es damit in Zukunft schwerer haben, seine Produkte in aller Welt abzusetzen.

Die deutschen Exporteure frohlocken. "China wird 2010 der dynamischste Wachstumsmarkt für deutsche Ausfuhren", erklärt ein Sprecher des Bundesverbandes Groß und Außenhandel (BGA) gegenüber dieser Zeitung. 2009 hatten deutsche Firmen Waren im Gesamtwert von 36,4 Mrd. Euro (plus 7 Prozent) nach China exportiert. Dies ist ein sensationeller Wert angesichts eines Einbruchs der gesamten Ausfuhren um 18 Prozent. "2020 ist ein zweistelliges Wachstum möglich", so der Sprecher weiter. Allerdings darf das Geschäft mit China auch nicht überschätzt werden. China ist zwar nach den USA der wichtigste Handelspartner Deutschlands außerhalb der EU. Aber der Export in selbst kleine Nachbarländer ist wichtiger: Nach Österreich gingen Waren für 48 Mrd. Euro, nach Belgien für 42 Mrd.

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