Hitzige Diskussion um Kronenplatz Hat Alfdorf ein Parkplatzproblem?

Seit Jahren in der Diskussion: Die Zukunft des Platzes, an dem in Alfdorf früher die Krone stand. Foto: ZVW/Mathias Ellwanger

Alfdorf. Hat Alfdorf ein Parkplatz-Problem oder nicht? Darüber gehen die Meinungen im Gemeinderat auseinander. Auch über die Frage, ob der Kronenplatz zum Parkplatz werden soll, gab es im Gremium keine Einigkeit. Der Tagesordnungspunkt wurde deshalb vertagt. Beschlossen haben die Räte dafür eine weitere Parkzeitbegrenzung.

„Ich versteh’ die Welt nicht mehr“, sagte Horst Metzger (Unabhängige Bürgerliste) – und bekundete nicht nur sein „tiefstes Unwohlsein“, er kündigte außerdem an, den Saal verlassen zu wollen, sollte sich der Gemeinderat dazu entscheiden, den Kronenplatz zum Parkplatz umzuwidmen. „Sonst zerreißt’s mich.“

Auch Wolfgang Hipp (Freie Wähler) zeigte sich „überhaupt nicht einverstanden“, dass die Planungen für den Platz „hintenrum, durch den Rücken in die Brust, erledigt werden“ sollen, „und das für ein paar Parkplätze“. Und Norbert Wiedmann (Freie Wähler), der nach fünf Jahren Pause wieder im Gemeinderat sitzt, empörte sich darüber, dass in der ganzen Zeit immer wieder über den Platz diskutiert wurde. „Aber was ist das? Ein Drecksloch.“ Womit er darauf ansprach, dass der Platz noch unasphaltiert ist.

Seit fünf Jahren wartet der Platz auf eine Neugestaltung

Zur Erinnerung: Im November 2014 hatte Landschaftsarchitektin Jutta Brock dem Gremium Pläne zur Umgestaltung des Platzes vorgestellt. Sitzplätze, Bäume und Büsche sowie eine kleine Spielfläche waren dort vorgesehen. Mehrheitlich sprach sich das Gremium schließlich für diese autofreie Gestaltung aus. Um mehr Grünfläche in der Ortsmitte zu haben – und damit die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Seitdem ist aber nicht viel passiert. Auch, weil bei der Neugestaltung in ein Nachbargrundstück eingegriffen werden müsste – und dazu die Zustimmung des Eigentümers fehlt. In der Diskussion um die anstehende Sanierung der Hauptstraße hatte der Gemeinderat dann die Verwaltung mit einer Analyse der Parkplatzsituation beauftragt. Die machte dann den Vorschlag, von der bisherigen Planung am Kronenplatz Abstand zu nehmen.

Allerdings wird die Parkplatz-Problematik im Ort ganz unterschiedlich bewertet. Klaus Hinderer (Freie Wähler), der die Umwidmung begrüßen würde, berichtete, dass in den letzten zwei Jahren die Klagen über die Parkplatz-Situation regelrecht auf ihn eingeprasselt seien. Zu den üblichen Geschäftszeiten gebe es schlicht zu wenig Parkplätze. Die bisherige Planung für den Kronenplatz mit Spielgeräten halte er ohnehin für „die allerschlechteste Idee“ – nicht auszudenken, was passieren würde, wenn an der Straße ein Kleinkind in ein Auto laufen könnte. Ihm schwebte an der Stelle vielmehr „eine lockere Mischung“ aus Park- und Grünfläche vor.

Parkzeit wird begrenzt

Hans-Dieter Folter (Freie Wähler) sprach sich indes gegen Parkplätze am Kronenplatz aus. Stattdessen solle die Gemeinde vielmehr feste, bezahlte Stellplätze etwas außerhalb für Mitarbeiter der umliegenden Geschäfte ausweisen. Diese seien nämlich für die Situation verantwortlich. „Dann kommt Geld und Ordnung rein.“ Eine Option, für die Bürgermeister Segan jedoch keine umsetzbare Möglichkeit sah.

„Wir können das jetzt nicht diskutieren“, sagte schließlich Martin Lauber (Freie Wähler). Denn die neuen Gemeinderäte würden das ursprüngliche Konzept für den Platz gar nicht kennen, müssten nur halbwissend entscheiden. Was Neu-Rat Sascha Kühne (CDU) bestätigte. Das Thema wurde dann auch vertagt. Und Horst Metzger musste nicht den Saal verlassen.

Weniger kontrovers war dann die Entscheidung, für die zwölf Plätze an der Dorflinde eine Parkzeitbegrenzung einzuführen. Auch wenn Räte wie Metzger („meine Frau braucht beim Friseur länger als zwei Stunden“) und Norbert Wiedmann („beim Zahnarzt kann es auch länger dauern“) sich für eine Zeit von drei Stunden aussprachen, entschied sich das Gremium bei sieben Neinstimmen und zwei Enthaltungen mehrheitlich dafür, die Parkzeit künftig an Werktagen von 7 bis 20 Uhr auf zwei Stunden zu begrenzen.


Rund 140 Plätze

„Wir sind gesegnet mit Parkplätzen“, findet Bürgermeister Segan. Im Umkreis von 250 Metern um den Marktplatz zählt die Verwaltung 65 Plätze, im Radius von 500 Metern gar knapp 140. Für einen Ort mit 3500 Einwohnern sei das eine ganze Menge.

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