Hochwasser an der Rems Remstal-Gartenschau unter Wasser?

, aktualisiert am 22.05.2019 - 14:14 Uhr
Die Rems kam am Dienstag manchen Gartenschau-Projekten sehr nah Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen/Schorndorf. Die Rems hat am Dienstag ihr anderes, wüstes Gesicht gezeigt. Die Rems ist nicht nur das idyllische Flüsschen, das für die Besucher der Remstal-Gartenschau schön anzuschauen ist und sich friedlich durch die Landschaft schlängelt. Das Hochwasser hat seine Spuren hinterlassen.

So zum Beispiel zwischen Winterbach und Remshalden, wo die Rems für die Gartenschau naturnah angelegt wurde – und die Fluten der Rems sich nun neue Wege gebahnt, Inseln verschoben und Böschungen neu gestaltet haben. Hans-Peter Sieg, technischer Geschäftsführer des Wasserverbandes Rems, hat sich schon am Dienstagabend einen ersten Eindruck von den Schäden gemacht, allerdings bis Mittwochfrüh sich noch keinen völligen Überblick verschaffen können. Grundsätzlich aber kann er sagen, dass die Folgen umso schlimmer sind, je mehr die Rems gestaltet worden ist.

Braune Brühe 

Wo also für die Gartenschau kleine Parks oder Anlagen an der Rems angelegt wurden, wo Bäume gepflanzt oder Rasen gesät wurden, müssen eventuell  die Bautrupps ran und die Schäden reparieren.
Aber in Bereichen, wo die Rems in ihrem weitgehend natürlichen Bett fließt, hat das Hochwasser dieses zwar verändert und neu gestaltet. Doch das ist ja gewollt. Schließlich sei die Rems ein Naturfluss. Spuren hinterlässt vor allem die braune Brühe, in die sich die Rems bei Hochwasser verwandelt. Der Wasserexperte spricht von einem Schluff-Sand-Gemisch, das sich an den Rändern und Böschungen ablagert.

Für Sieg war aber das Hochwasser nicht so schlimm, auch wenn die Pegel in Schorndorf und Waiblingen-Neustadt die Marken für ein zweijährliches Hochwasser überschritten haben. Als am Dienstagabend die Niederschläge nachließen, machte sich Sieg ein erstes Bild und stellt fest: „eher harmlos“.

Schwierig wird´s, wenn die Bautrupps kommen müssten

In Urbach wurden durch das Hochwasser Brücken am Bärenbach und Urbach überschwemmt, einige Bäume fielen um, aber das ist alles fast nicht der Rede wert. Auch in Weinstadt gab es keine Schäden bei Gartenbau-Projekten. Anders in Schorndorf: Im Baurenwasen würden Wege abgeschwemmt, Böschungen abgetragen, Baumwurzeln freigelegt. Was und wann hier repariert werden muss, wird noch abgeschätzt. Das Problem dürfte eher sein, die nötigen Maschinen und Männer dazu aufzufahren. Die Baufirmen sind längst mit anderen Projekten ausgelastet, die Baustellen an der Remstal-Gartenschau waren ja offiziell abgeschlossen.

Nur geringe Aufräumarbeiten in Waiblingen nötig

In Waiblingen halten sich die Schäden durch das Hochwasser in überschaubaren Grenzen. Die obligatorischen Reinigungs- und Aufräumarbeiten an den Wegen und Unterführungen Hallenbad, Talstraße und der Flutbrücke an der Brühlwiese sind bereits abgeschlossen. Auch die kurzzeitig unter Wasser stehende Unterführung zum Staufer-Parkplatz ist längst wieder nutzbar. Das Weidenprojekt am Bürgerzentrum richten Auszubildene wieder her, die Hackschnitzel darin waren verschlammt. Auch der Radweg an der Rems wurde bereits inspiziert. Nur am Flachwasserbiotop herrscht noch etwas Ungewissheit, derzeit stehe das Wasser noch zu hoch, um eventuelle Schäden zu entdecken, gab eine Sprecherin der Stadt Waiblingen an. 

Schwimmende Inseln nehmen Reißaus

In Remseck wurden acht für die Remstal-Gartenschau installierte Pontons, die sogenannten "Schwimmenden Gärten",  durch das Hochwasser der Rems vom Ufer losgerissen und in den Neckar getrieben worden. Die Flöße seien am Dienstag bei Remseck von den Wassermassen mitgerissen und dann über mehrere Kilometer verteilt am Ufer des Neckars wieder angespült worden, teilte die Polizei mit. Wegen des starken Regens führten Neckar und Rems so viel Wasser, dass die Vertäuung am Ufer nicht hielt. Die Strömung sei zu stark gewesen, um die Pontons sicher zu bergen. Die Feuerwehren Remseck und Ludwigsburg versuchten erfolglos, das Abtreiben zu verhindern.

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