Homosexualität in der Kirche Stellungnahme des CVJM zur Berichterstattung

An Stadtkirche und Pauluskirche wurden Plakate angebracht. Foto: Privat

Schorndorf. Weil ein paar Aussagen in dem Bericht über den Umgang der evangelischen Kirche mit Homosexualität missverstanden werden könnten beziehungsweise aus Sicht des CVJM nicht den Tatsachen entsprechen, hat der CVJM, den in den letzten Tagen auch viele Anfragen erreicht haben, nachfolgende Stellungnahme verfasst.

Als CVJM beheimaten wir unterschiedliche Menschen in unterschiedlichen Gruppen mit unterschiedlichen Meinungen. Die Gruppe Grace1 ist eine davon. Nach dem Ausschluss einer Person aus dem Grace1- Team hat sich die Leitung des CVJM zusammengesetzt und ausführlich mit dieser Thematik auseinandergesetzt.

Selbst überrascht, betroffen und zunächst vielleicht auch etwas überfordert mit der Situation, war uns bewusst, dass wir ein klares Statement zum Thema und der Position des CVJM hierzu verfassen wollen. Dieses Statement wurde am 9. Dezember 2016 verabschiedet und in der Jahreshauptversammlung 2017 vorgestellt. Es endet mit dem Satz: „Daher sollen Menschen die homosexuell empfinden, einen festen Platz in unserer Jugendarbeit haben, sowohl als Teilnehmer unserer Angebote, aber auch als Mitarbeiter unserer Gruppen und Kreise. Wir freuen uns gemeinsam, Gottes Reich zu bauen.“

Frühzeitige Positionierung

Wir erhoffen uns davon, dass Menschen, die homosexuell empfinden, im CVJM Schorndorf eine Heimat haben und finden und weiterhin gerne mitarbeiten. Dem CVJM musste also nichts von Seiten der Stadtkirchengemeinde „deutlich gemacht werden“, wie es im Zeitungsartikel heißt. Die Positionierung hierzu fand also zeitlich weit vor einer Auseinandersetzung mit der Thematik innerhalb der Stadtkirchengemeinde statt.

Anstoß zur Veranstaltungsreihe

Wir sind uns der Bedeutung und Tragweite sehr bewusst und versuchen durch viele Gespräche, trotz unterschiedlicher Ansichten, ein gutes Miteinander zu leben. Zu diesem Zweck wurden vom CVJM zwei Diskussionsabende veranstaltet. Geleitet durch einen externen Moderator, war das Ziel dieser Abende das Thema Homosexualität offen anzusprechen, ins Gespräch zu kommen und Ängste und Befürchtungen abzubauen in der Hoffnung gemeinsam in respektvollem Umgang miteinander unterwegs zu sein.

Ein Ergebnis dieser Abende war es, dass es eine tiefergehende inhaltliche Auseinandersetzung geben muss. Hierzu ging der CVJM auf Frau Dekanin Dr. Juliane Baur zu, mit der Bitte, dass die Gesamtkirchengemeinde dazu Themenabende veranstaltet. Dies wurde schließlich von der Gesamtkirchengemeinde mit der besagten Veranstaltungsreihe aufgenommen. Davon, dass der CVJM die interne Diskussion „ einfach mal für beendet erklärt hat“, kann also keine Rede sein.

Zudem führten und führen wir auch weiterhin im CVJM persönliche Gespräche. Uns erscheint dies als der richtige Weg, in dem Wissen, dass man dabei nicht immer auf denselben Nenner kommen kann und es tatsächlich herausfordernd ist, die Meinung anderer auszuhalten. Und doch stellen wir immer wieder fest, wie Vorbehalte kleiner werden und Verständnis und Respekt füreinander wachsen.

Keine öffentliche Diskussion

Wir ziehen die persönliche und interne Diskussion vor, auch wenn dies unter Umständen von einigen als Schweigen gedeutet wird. Eine öffentliche Diskussion auf Kosten der betroffenen Menschen birgt die Gefahr persönlicher Ehr- und Gefühlsverletzungen. Das wird unserem Verständnis als CVJM Schorndorf, der den Nächsten so sieht und annimmt, wie ihn Gott geschaffen hat, nicht gerecht.

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