"Ich bin selbstkritisch" Weinzierl und der VfB unter Druck

VfB-Trainer Markus Weinzierl selbstkritisch: "Ich habe natürlich auch erwartet, dass wir es regeln und schneller regeln." Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Stuttgart. In Düsseldorf steht für den VfB Stuttgart das nächste wichtige Spiel im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga an. Trainer Markus Weinzierl nahm sich drei Tage vor dem Auftritt im Rheinland selbst in die Pflicht und sagt: "Ich habe natürlich auch erwartet, dass wir es regeln und schneller regeln."

Vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Düsseldorf bemühte sich Markus Weinzierl um Ruhe. Die Diskussionen um den Rücktritt des früheren Fußball-Weltmeisters Guido Buchwald aus dem Aufsichtsrat würden seine Elf im Abstiegskampf nicht zusätzlich belasten, beschwichtigte der VfB-Trainer am Donnerstag.

"Ich glaube, dass Ascacibar zum Beispiel Guido Buchwald nicht kennt. Die Mannschaft ist fokussiert auf das Wesentliche", behauptete Weinzierl und bezog sich exemplarisch auf den argentinischen Mittelfeldspieler Santiago Ascacibar. "Wenn wir unsere Spiele gewinnen, sind das Randthemen."

Düsseldorf kann um zehn Punkte davon ziehen

Doch der VfB steckt sportlich in einer Krise - und der Abstiegsrelegationsrang, nur 15 Zähler aus 20 Spieltagen sowie fünf Bundesliga-Partien ohne Sieg sind nicht das Einzige, was die Schwaben derzeit belastet. Einmal mehr wird der baden-württembergische Traditionsverein seinem Ruf gerecht, nicht zur Ruhe zu kommen. Buchwald hatte sich am Montag von seinem Posten zurückgezogen, weil er das Vertrauensverhältnis im Aufsichtsrat als gestört ansieht.

Nur ein Sieg bei Fortuna Düsseldorf wird am Sonntag (18 Uhr / ZVW-Liveticker) helfen, sonst könnte auch der Druck auf Weinzierl wachsen und die Personalie des Cheftrainers in den Fokus rücken. Verlieren die Stuttgarter beim Tabellen-14. aus Düsseldorf, wäre ein weiterer Abstiegskonkurrent um bereits zehn Punkte enteilt.

Für die Fortuna sei die Situation leichter, weil sie in der "Außenseiterrolle" und nicht mit den Erwartungen und Einstellung eines VfB antrete, sagte Weinzierl. "Die stecken unten drin, und denken sich jeden Tag, alles ist gut, und wir schaffen es trotzdem", sagte der 44-Jährige und lobte die Mannschaft seines Kollegen  Friedhelm Funkel: "Es wird ein sehr intensives Spiel. Die Düsseldorfer kämpfen, rennen und schmeißen das Herz auf den Platz."

Weinzierl nimmt auch sich selbst in die Pflicht

Das Hinspiel noch unter Weinzierls Vorgänger Tayfun Korkut endete torlos, nach sieben Partien musste Korkut seinen Posten dann räumen. Weinzierl übernahm als bereits elfter VfB-Trainer in fünf Jahren. Der erhoffte Effekt blieb aus. Aus den ersten drei Spielen der Rückrunde holte der Straubinger ebenso viel Zählbares heraus wie sein Vorgänger gegen die gleichen Gegner zum Saisonbeginn - einen Punkt.

Der frühere VfB-Torhüter Timo Hildebrand machte die schon lange Zeit fehlende Kontinuität auf der Trainer-Position sowie auf der Führungsebene für die Krise verantwortlich. "Ich finde es generell ein schlechtes Zeichen für einen Verein, wenn der Trainer oft gewechselt oder das Management häufig ausgetauscht wird", sagte der deutsche Meister von 2007.

Weinzierl nahm sich drei Tage vor dem Auftritt in Düsseldorf auch selbst in die Pflicht. "Ich bin selbstkritisch", sagte er. Es sei nicht gelungen, die Probleme abzustellen - weder in der Offensive noch in der Defensive. "Ich habe natürlich auch erwartet, dass wir es regeln und schneller regeln", sagte der Coach. "Ich kenne die Erwartungen, ich kenne das Ziel, die Größe des Vereins, ich kenne die damit verbundene Diskussion und Unruhe."


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