Jazzclub Armer Konrad Die Jazz-Hochburg im Remstal

Hartmut Lenz, Elke Strauß und Luz Weber freuen sich mit ihren 444 Vereinsmitgliedern auf das 40-jährige Bestehen im kommenden Jahr. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Weinstadt. Sie haben sich in 39 Jahren einen Namen gemacht: Der Jazzclub Armer Konrad zieht mit speziellen und regelmäßigen Veranstaltungen wie „Donner-Jazz“ und den Weinstädter Jazztagen Liebhaber aus der ganzen Region an. Dieses Jahr gönnen sich die Ehrenamtlichen nicht mal eine Sommerpause – und zwar wegen der Gartenschau.

Rechts und links auf der steilen Treppe im Stifthof-Areal brennen auf jedem Absatz Teelichter in Windlichtgläsern. Die Treppe führt hinunter in den Gewölbekeller des Vereins Jazzclub Armer Konrad und somit in die Welt des Jazz. Dort finden jährlich 65 bis 70 Veranstaltungen statt – Kabarett, Kinderprogramme und Konzerte mit unterschiedlichen Stilrichtungen. Und jeden Donnerstag ist „Donner-Jazz“ angesagt. „Die gesamte Bandbreite des Jazz soll im Programm wiedergefunden werden“, sagt Luz Weber.

„Ein sehr aufmerksames Publikum, interessiert und nicht labernd“

Luz Weber ist der Zweite Vorsitzende des Jazzclubs. Er organisiert die Jazz-Veranstaltungen und ist für die Bands zuständig. Es treten baden-württembergische Musiker, Studenten der Musikhochschule Stuttgart und darüber hinaus internationale Künstler auf, wie zum Beispiel jährlich zu den Jazz-Tagen eine polnische Band. „Es hat sich sogar eine Band aus New York beworben“, sagt er. Allerdings war dies ein Missverständnis: Die Band hat den „Donner-Jazz“ nicht mit dem Tag Donnerstag in Verbindung gebracht, sondern mit dem Donner an sich.

„Ein sehr aufmerksames Publikum ist da. Interessiert und nicht labernd“, sagt Hartmut Lenz, der Erste Vorsitzende. Gemeinsam mit Hans-Jürgen Maier hat er 1980 den Jazzclub Armer Konrad gegründet. Zunächst haben die beiden im Jugendhaus Zehntscheuer Musik gemacht und Konzerte gegeben. „Dann wurden wir zu alt für das Jugendhaus und haben uns aus dem Jugendhaus zurückgezogen“, sagt Hartmut Lenz. Mit dem Rückzug habe es keine Veranstaltungen mehr gegeben, sagt er. Darauf wurden die beiden angesprochen. So kam schließlich der Entschluss, einen Verein zu gründen. Für die Konzerte zogen sie in den Ratskeller, in die Alte Kelter und in die alte Jahnhalle. Sie waren quasi wohnsitzlos, eben „Jazz-Nomaden“. Erst 1993 haben sie dann im Beutelsbacher Stiftshof-Areal ihr festes Zuhause erhalten.

Jeden zweiten Freitag Konzerte im Keller des Jazzclubs

Der Verein vertraut seinen Konzertbesuchern. Die Getränke müssen nicht sofort bezahlt werden, sondern die Anzahl wird aufgeschrieben. Bezahlt wird am Ende der Veranstaltung. „Dann klimpert auch nicht ständig die Kasse“, sagt Luz Weber, „und so wird auch die Konzertatmosphäre nicht gestört.“

In zweiwöchigem Rhythmus finden jeden Freitag im Keller des Jazzclubs Rock-, Blues- und Folkkonzerte statt. Seit 26 Jahren ist Hans-Jürgen Maier für dieses Programm zuständig. „Es ist ein Riesenvorteil, dass wir vielseitig sind. Bei Veranstaltungen in Weinstadt sind wir gut vertreten. Wir sitzen nicht nur in unserem Keller“, sagt Hartmut Lenz.

„Wir sind gut an die S-Bahn angebunden. Aus Göppingen, Gmünd, Ludwigsburg und aus anderen Jazzclubs kommen Gäste hierher“, sagt Elke Strauß. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit und die Schriftführung zuständig.

Pro Halbjahr ist das Liedertheater Altmann aus Stuttgart im Jazzclub zu Gast. Das organisiert Jutta Rühle. Das Klatsch- und Mitmachtheater wird von mehr als 150 Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren besucht. Speziell für diese Veranstaltung werden für die kleinen Gäste auf dem Boden Kissen bereitgestellt. Es sind auch Wiederholungstäter dabei, sagt Luz Weber. Viele der Eltern, die ihre Kinder zum Theater begleiten, seien als Kind selber dabei gewesen.

Eine Jazzband muss swingen, trotz allen Freiraums

„Die Definition von Jazz ist schwierig. Eine Band muss spielen, es muss swingen. Herausragend ist, dass die Band jedem Musiker Freiraum bieten kann, dass jeder sein Solo spielen kann und dann findet die Band wieder zusammen“, so definiert Luz Weber Jazz. „Die Musiker hören einander gut zu – Improvisation ist der Kern“, ergänzt Elke Strauß. Und der Vorsitzende Hartmut Lenz findet: „Diejenigen, die nicht hierher kommen, haben Angst vor Jazz und falsche Vorstellungen von der Musik.“


Hören und Staunen

Beim Remstal-Jazzfest treten auf den Großheppacher Mühlwiesen an vier Tagen unterschiedliche Bands auf.

Zum Auftakt spielt die Gruppe „Christoph Braun Quintett“ am Donnerstag, 4. Juli, von 18 Uhr an. Im Anschluss daran steigt von 20 Uhr an das Konzert der Gruppe „SBO – Slavko Benic’ Orkestr“.

Die Konzerte am Freitag, 5. Juli, starten um 18 Uhr mit der Band „Adam IV“. Anschließend ist von 20 Uhr an die Musikgruppe „Dr. Mablues & the Detail Horns“ zu hören.

Das Konzert des Marco-Leibach-Quintetts beginnt am Samstag, 6. Juli, um 18 Uhr. Die „SWR Big Band“ und die „Queens of Soul“ zeigen von 20 Uhr an ihr Können.

Zum Abschluss des Jazzfests spielt am Sonntag, 7. Juli, von 11 Uhr an die „Budapest Ragtime Band“.

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