Jetzt mal ehrlich ... Interview mit Markus Matzke vom SV Hertmannsweiler

Markus Matzke, Fußballer und Politiker Foto: Privat

Markus, was bedeutet es, beim SV Hertmannsweiler die Nummer 10 zu tragen?

Wir hatten keinen anderen, der sich diese Verantwortung zutraute. Ich finde, ich werde meiner Nummer - der legendären Nummer 10 - ganz gut gerecht. Frage aber lieber keinen meiner Mitspieler, ob das stimmt (lacht).

Ihr habt insgeheim das Ziel aufzusteigen und spielt mit eurer ersten aktiven Herrenmannschaft in der Kreisliga B1, die als die stärkste Kreisliga B des Kreises gilt. Wäre es daher nicht leichter, den Aufstieg zu realisieren, wenn ihr mit eurer zweiten Mannschaft - aktuell Kreisliga B4 - tauscht und mit eurer ersten zukünftig in der Kreisliga B4 spielt?

Klar, dort wäre der Aufstieg sicherlich einfacher zu schaffen. Wir sind jedoch ein sehr ehrgeiziges Team und haben von Anfang an festgelegt: „Entweder wir schaffen es in dieser Liga oder gar nicht!“ Daher kam ein Ligatausch für uns nie in Frage.

Fußball, Handball oder Tennis - Hauptsache zusammen!

Wenn die Herren des SV Hertmannsweiler nicht selber spielen, jedoch ein anderes Aktiven-Spiel im Rems-Murr-Kreis stattfindet, ist es in der Regel sicher, dass Ihr dort zuschaut. Bekommt ihr nie genug vom Rems-Murr-Fußball?

Wir beim SV Hertmannsweiler scouten immer neue Spieler - übrigens Lust beim SVH anzufangen? Spaß bei Seite: Durch meinen Arbeitgeber, den Württembergischen Landessportbund, bin ich sehr interessiert am Breitensport in meiner Umgebung. Zum Glück teilen meine Mannschaftskumpels dieses Interesse, sonst müsste ich immer alleine am Spielfeldrand stehen. Wir begrenzen unsere Besuche aber nicht nur auf den Fußball: Gelegentlich schauen wir bei Handballspielen des HCW [Handballclub Winnenden] und der Waiblingen Tigers oder auch beim Tennis vorbei - Man könnte fast glauben, wir suchen noch nach der richtigen Sportart für uns (lacht).

Du hattest zwischenzeitlich eine Fußball-Pause eingelegt. Woran lag das?

Zu Beginn meiner Zeit bei den Aktiven habe ich wie viele andere ein halbes Jahr in Australien verbracht. Sportlich betrachtet, konnten davon leider nur meine Beerpong-Fähigkeiten profitieren.

Aufstrebender Politiker in Winnenden

In deiner Freizeit bist du politisch sehr engagiert. Seit vier Jahren bist du Mitglied des Winnender Jugendgemeinderats. Dieses Jahr willst du noch einen Schritt weiter gehen und kandidierst bei den Kommunalwahlen für den Winnender Gemeinderat [Listenplatz 24 der CDU]. Wie kommt es dazu?

Gerade die junge Generation braucht aufgrund des demografischen Wandels eine Stimme, die sie vertritt - diese möchte ich sein. Zunächst war das im Jugendgemeinderat möglich. Diesen habe ich in den letzten Jahren wesentlich mitgeprägt und versucht, Politik auch an Kinder und Jugendliche weiterzuvermitteln. Nun will ich das auf Gemeinderatsebene weiterhin tun und dabei meine Ideen für Winnenden einbringen.

Unsere Begegnungsstätten, also die Aufenthaltstreffpunkte, in den Teilorten Winnendens müssen dringend verschönert werden. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Infrastruktur: Wir benötigen mehr Parkplätze im Stadtbereich und insbesondere bezahlbaren Wohnraum - Mietpreise wie in Stuttgart sind auf Dauer nicht zumutbar. Was mir persönlich besonders wichtig ist, ist Jugendlichen ein umfassenderes Freizeitangebot zu bieten. Das fängt bei den Vereinen an. Leider sterben Vereine wie Sport-, Kirchen- und Musikvereine aufgrund mangelnden Nachwuchses kontinuierlich aus. Vereine müssen personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen - auch durch die Stadt.

Wie hoch schätzt du deine Chancen ein, am 26. Mai gewählt zu werden?

Ich denke, ich habe das gewisse Etwas, um gute und wertvolle Arbeit im Gemeinderat zu leisten. Wichtig ist nicht die Höhe der Chance, sondern dass die Chance da ist. Mit jeder Stimme mehr sind meine Argumentationsmöglichkeiten höher, meine Ideen auch vor Parteikollegen rechtzufertigen. Ob ich im Gemeinderat bin oder von außen Einfluss habe, ist dann zweitrangig.

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