Jetzt mal ehrlich Interview mit Philipp Weller vom SV Allmersbach

Der Mann mit dem magischen Fuß Foto: Privat

Philipp, ihr werdet dieses Jahr aller Voraussicht nach mit dem SV Allmersbach nach einer Saison in der Landesliga wieder in die Bezirksliga absteigen. Warum wird es wohl nicht zum Klassenerhalt gereicht haben?

Für die meisten in unserem Team ist es nach dem überraschenden Aufstieg im letzten Jahr die erste Saison in der Landesliga. Zudem haben wir eine sehr junge Mannschaft. Die fehlende Erfahrung hat sich in gewissen Situationen bemerkbar gemacht. Dazu kam, dass wir leider durch Verletzungen vieler wichtiger Spieler immer wieder ein Stück zurückgeworfen wurden. Trotzdem war es sicherlich ein verdienter Abstieg: Wir standen seit dem Beginn der Saison bis auf eine Ausnahme immer auf dem letzten Platz und haben die meisten Gegentore der Liga bekommen. Da müssen wir uns natürlich auch die Qualitätsfrage stellen.

Strebt ihr in der kommenden Saison den direkten Wiederaufstieg an?

Dadurch, dass wir als Landesliga-Absteiger in die Saison gehen und die Mannschaft zum größten Teil zusammenbleibt, sind wir sicherlich für viele Mannschaften der Favorit auf den Titel. Den Titel als Ziel auszugeben, wäre ein bisschen zu hochgesteckt. Ich glaube, wir können nächste Saison wieder eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen. Es gibt jedoch einige weitere Mannschaften, die die Qualität haben, den Meistertitel zu holen. Spontan denke ich da an Steinbach, Nellmersbach und Schorndorf. Für mich persönlich ist das Ziel, nächste Saison den Bezirkspokal zu gewinnen und im oberen Tabellendrittel der Bezirksliga zu landen.

Neuer Trainer? Ich lasse mich überraschen

Euer Trainer, Thomas Sommer, wird in der nächsten Saison nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Steht schon fest, wer seine Nachfolge antreten wird?

Bisher steht der Nachfolger noch nicht fest, deshalb lasse ich mich überraschen. Ich bin mir aber sicher, dass unser Vorstand, Günter Schäffler, eine gute Lösung finden wird.

Du hast in deiner bisherigen fußballerischen Karriere schon etliche Verletzungen an den Knien inklusive mehrmaliger Operationen erleben müssen. Du bist jedoch immer wieder aufs Neue auf den Fußballplatz zurückgekehrt. Woher nimmst du diese Motivation?

Schwachstelle Knie

Das ist richtig, insbesondere die Knie waren immer wieder die „kleine“ Schwachstelle, was sich unschwer an meinen Kniebandagen erkennen lässt (lacht). Doch die Lust am Fußball und der Zusammenhalt im Team haben mir die Motivation gegeben, jedes Mal wieder auf den Platz zurückzukehren. Zurzeit bin ich fit und hoffe, dass die Kniebandagen endlich halten, was sie versprechen (lacht).  

Es gab eine Zeit, da war praktisch jeder Freistoß von dir ein sicheres Tor. Wie kommt man zu solch einem „magischen“ linken Fuß?

In der Jugend flogen die Bälle oft dorthin, wo ich sie hin schießen wollte. Da fand dann auch mal der ein oder andere Freistoß im Spiel den Weg ins Tor. Das ist heute noch eine meiner Stärken, auch wenn es nicht mehr in dieser Häufigkeit gelingt. Außerdem muss der linke Fuß schon ein bisschen „magisch“ sein, wenn der Rechte bestenfalls zum Buseinsteigen geeignet ist (lacht).

In wenigen Jahren hast du drei Aufstiege als Spieler miterlebt: mit der A-Jugend der TSG Backnang in die Verbandsstaffel, mit der ersten Mannschaft der TSG Backnang in die Verbandsliga und mit der ersten Mannschaft des SV Allmersbach in die Landesliga. Welcher Aufstieg war der größte Erfolg?

Aufstiege im Jugendbereich und Aktivenbereich sind nicht miteinander vergleichbar. Der A-Jugend-Aufstieg in die Verbandsstaffel war in der Jugend mein größter Erfolg. Wir hatten damals eine richtige geile Mannschaft, die auch am Wochenende gerne zusammen gefeiert hat. Im Aktivenbereich war ganz klar der Aufstieg mit dem SV Allmersbach in die Landesliga bisher mein größter Erfolg. In diesem Jahr hatten wir eine überragende Rückrunde. Umso ausgelassener war natürlich die Meisterfeier danach.

Die Sache mit den Fahrtkosten

In den Vereinen, in denen du gespielt hast, hat oftmals dein Vater, Martin Weller, als Trainer deiner Mannschaft mitgewirkt [angefangen bei FV Sulzbach/Murr, dann TSG Backnang und jetzt SV Allmersbach]. Was für eine Bedeutung hat das für dich?

Witzig ist, dass ich mit ihm meine bisher größten Erfolge feiern durfte. Deshalb kann es nicht so falsch gewesen sein, dass er dabei einer meiner Trainer gewesen ist. Außerdem konnte ich mir dadurch immer die Fahrtkosten ins Training sparen (lacht).

Kann dein Heimatverein, der FV Sulzbach/Murr, sich Hoffnungen machen, dass sein „verlorener Sohn“ eines Tages zurückkehrt?       

Zurzeit fühle ich mich sehr wohl in Allmersbach, habe dort viele Freunde und möchte auch irgendwann noch einmal mit dem SVA in der Landesliga spielen. Was den FVS betrifft, würde ich sagen: „Sag‘ niemals nie“ (grinst).

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