Jetzt mal ehrlich ... Interview mit Stefan „Stoffl“ Stürzl

Stefan „Stoffl“ Stürzl Foto: privat

Stefan "Stoffl" Stürzl über Aufstiege, farbige Schuhe und einen geheimnisvollen Partybus.

Stefan, bei der TSG Buhlbronn habt ihr euch im Vorfeld der Saison umfangreich verstärkt - wie auch schon in der Saison zuvor. Greift ihr dieses Jahr vorne an?

Ich sage schon immer: Wer in der untersten Liga spielt, sollte nur ein Ziel haben…aufsteigen! Es gibt aber definitiv andere Vereine in unserer Liga, die noch eher aufsteigen „müssen". Wir sind gut vorbereitet und versuchen, eine gute Rolle zu spielen. Mal sehen, was dabei rauskommt.

Du selbst bist im Sommer 2018 nach Buhlbronn gewechselt. Was hat dich und viele weitere Spieler in der jüngsten Vergangenheit zur TSG gezogen?

Bei mir persönlich gab es mehrere Gründe. Ein paar meiner Geschäftskollegen spielen dort. Zudem wollte ich zum Ende meiner Laufbahn noch einmal etwas anderes sehen. Letztendlich bin ich froh über diesen Schritt, da ich viele gute Freunde gefunden habe. Unsere Kultur dort oben ist besonders. Am Ende zählt die Kameradschaft und eine solche habe ich bis dato nicht erlebt. Außerdem hat Buhlbronn zwei Rasenplätze. Das bedeutet weniger Schmerzen am Tag nach dem Training (lacht).

Was die anderen Jungs zu uns gezogen hat? Das weiß ich nicht genau, aber Alkohol war sicherlich im Spiel (lacht).

Meisterjahre mit Steinach und Breuningsweiler

Mit deinen beiden vorherigen Vereinen, dem SSV Steinach und dem SV Breuningsweiler, bist du jeweils einmal aus der Kreisliga B in die A aufgestiegen. Sind das die schönsten Erinnerungen in deiner Laufbahn bisher?

Definitiv, insbesondere mit den dazugehörigen Feierlichkeiten. Beide Aufstiege waren brutal, wobei der Aufstieg mit dem SSV etwas ganz Besonderes für mich war. Der SSV ist und bleibt mein Heimatverein. Ich verfolge alle Spiele und freue mich enorm, wenn mein Kumpel Tim Bachmann mal ein Tor schießt (lacht).

„Der Spaß am Fußball ist das Wichtigste! [...] Farbige Schuhe sind aber auch toll.“

Mittlerweile hast du 15 Jahre Erfahrung als aktiver Spieler in einer Herrenmannschaft gesammelt. Was gibst du da an junge Spieler weiter?

Unfassbar, danke dir...da merkt man erst einmal, wie alt man ist (lacht).

Ach, was soll man dazu sagen. Ich merke oft, dass einiges anders geworden ist. Die Jungs heute lassen sich nicht viel sagen. Es ist nicht mehr wie früher. Ich bin donnerstags nach dem Training vor ein Uhr nachts nicht nach Hause gekommen, heute ist um kurz nach 22 Uhr das Vereinsheim leer - außer in Buhlbronn natürlich nicht (zwinkert). Ich finde, das Wichtigste ist, dass man gerne ins Training geht und dort seine Freunde trifft.
Aber klar, farbige Schuhe sind auch toll, bringen aber nicht viel, wenn man nicht damit umgehen kann (lacht).

Allrounder im „Alter“

Im Kreis kennt man dich seit jeher als wuseligen Stürmer. Einige staunten nicht schlecht, als du in der vorherigen Saison plötzlich als Innenverteidiger aufliefst. Stimmt es also, dass man im Alter immer weiter nach hinten geschoben wird?

Ich konnte es auch nicht glauben, als ich nach gefühlt 800 Spielen als Stürmer plötzlich das erste Mal auf einer defensiven Position spielen musste. Aber wenn ich ehrlich bin, gefällt es mir: Man muss nicht mehr so viel laufen - für mich optimal (lacht). Man wird von Jahr zu Jahr auch nicht unbedingt schneller - das wirst du auch noch erleben (zwinkert). Und man lernt dadurch dazu und kann so vielseitiger eingesetzt werden.

Familie und Kreisliga? Nicht immer einfach aber vereinbar!

Vor nicht allzu langer Zeit bist du junger Vater geworden. Wie schaffst du es - trotz Kleinkind und Arbeit - ausreichend Zeit für den Fußball zu finden?

Ich spiele für mein Leben gerne Fußball und verbringe Zeit mit den Jungs, aber zu Hause wartet auch noch jemand. Es gab schon viele Diskussionen - mit Frau und Sportskameraden. Wer selber in einer solchen Situation ist, weiß, was ich meine. Ich versuche so gut es geht, beidem gerecht zu werden. Am Ende muss man aber trotzdem erkennen, dass Familie und Beruf über dem Hobby stehen.

Mit Thomas Müller an der Seitenlinie

Dein Herz schlägt für den FC Bayern. Wenn du dir aussuchen könntest, einen der aktuellen Bayern-Spieler zu euch ins Team zu holen, wen würdest du auswählen?

Ganz klar, Thomas Müller...Er könnte mit mir draußen ‘ne Rote Wurst und zwei Bier verhaften, und dazu ein paar lockere Kreisligasprüche raushauen. Bei unserem aktuellen Team schaffen es weder er noch ich in den Kader (lacht).

Das Rätsel um den Buhlbronner Partybus bleibt (vorerst) ungelöst

Am letzten Spieltag der vergangenen Saison seid ihr mit dem ganzen Team in einem Mannschaftsbus nach Plüderhausen zum Spiel gefahren. Was war denn da los?

Tja, das ist Buhlbronn. Natürlich war die letzte Saison, was den Tabellenplatz angeht, nicht zufriedenstellend. Aber uns zeichnet der Zusammenhalt aus. Was genau passiert ist, werde ich hier nicht preisgeben, aber schön, dass es so große Wellen geschlagen hat.

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