Jetzt mal ehrlich ... Lucca Volkmer, Spieler beim SV Kaisersbach

Lucca Volkmer in Aktion Foto: J. Koschler

Lucca, bei „Jetzt mal ehrlich...“ stellt der Interviewte sich selber kurz vor. Was sollten wir über dich wissen?

Kurz und knapp: Ich bin 24 Jahre alt, wohne in Althütte und trete seit 2015 beim SV Kaisersbach gegen den Ball.

Kaisersbach auf Platz vier: „Das ist schon wahnsinnig!“

Wenn dir jemand nach dem Landesliga-Aufstieg im Sommer gesagt hätte, ihr steht zur Winterpause auf dem vierten Platz mit nur fünf Punkten Rückstand auf Platz eins, was hättest du demjenigen gesagt?

Ich hätte mich aufgrund der langanhaltenden Feierlichkeiten vermutlich ohnehin nicht mehr daran erinnern können (lacht). Spaß beiseite: Natürlich hätte das niemand von uns auch nur annähernd erwartet. Ich glaube aber, dass wir alle gespürt haben, dass wir vielleicht für die eine oder andere Überraschung in der neuen Liga sorgen können. Da wir eine sehr konstante Saison in der Bezirksliga gespielt hatten, waren wir uns zumindest in der Hinsicht sicher, dass wir keine „Schießbude“ werden. Dass es dann aber zur Winterpause tabellarisch so aussieht, das ist schon wahnsinnig.

Zusammenhalt als Schlüssel zum Erfolg

Warum lief es denn so gut in der Vorrunde? Lag es vielleicht auch daran, dass die Gegner euch zu sehr unterschätzt haben?

Ich glaube schon, dass das hin und wieder der Fall war und wir fußballerisch den einen oder anderen Gegner überrascht haben. Ich denke aber, wir haben auch einfach das, was viele Teams vorgeben zu haben: Zusammenhalt. Das zeigt sich dann eben vor allem in den entscheidenden Momenten im Spiel. Wir kommen alle super miteinander aus und starten auch abseits des Platzes regelmäßige Ausflüge ins Ungewisse (lacht).

Für alle drei Herrenmannschaften des SV Kaisersbach war es eine gute Vorrunde. Nach dieser Erfolgsserie muss die Weihnachtsfeier ja ganz besonders gewesen sein.

Peinlicherweise muss ich gestehen, dass ich bei der diesjährigen Weihnachtsfeier leider verhindert war. Ich hoffe, die Jungs und alle im Verein Tätigen können mir das irgendwie verzeihen. Den Bildern, Videos und Sprachnachrichten zur Folge, welche nachts auf meinem Handy eingetrudelt sind, war es auf jeden Fall ein feuchtfröhlicher Abend. Das haben sich auch wirklich alle verdient nach solch einem Jahr!

Der Klassenerhalt schon sicher? Rechnerisch noch nicht ganz...

Den Klassenerhalt habt ihr mit 31 Punkten praktisch schon sicher. Richtet ihr den Blick nach der Winterpause nach oben?

Wir wissen, wo wir herkommen. Für den endgültigen Klassenerhalt fehlen tatsächlich immer noch ein paar Zähler. Deswegen wollen wir die natürlich schnellstmöglich noch sammeln – alles Weitere ist Bonus. Und wer weiß, wo wir dann am Ende der Saison stehen werden.

Der „Krieger“ vom SV Kaisersbach

Bei Kaisersbach spielst du meistens auf der Position des Außenverteidigers oder im defensiven Mittelfeld. Wie siehst du deine Rolle in der Mannschaft?

Das klingt zwar nach der typischsten Phrase schlechthin, aber egal wie – ich versuche, der Mannschaft zu helfen, wo ich kann: egal auf welcher Position ich spiele und egal ob von Anfang an oder zunächst von der Bank aus. Vom Spielerischen her geht es bei mir eigentlich hauptsächlich darum, Zweikämpfe und Kopfballduelle zu gewinnen sowie den Ball zu erobern. Zur Not auch mal über die etwas rustikalere Art (lacht).

In deiner ersten Landesliga-Halbsaison sind dir bereits drei Treffer gelungen. Eine gute Quote für einen Abwehrspieler. Bist du zufrieden mit deiner persönlichen Vorrunde?

Mit meiner Trainingsbeteiligung auf jeden Fall nicht, da ist definitiv noch Luft nach oben (lacht). Grundsätzlich gibt es immer Dinge, gerade bei mir, die man entscheidend besser machen kann. Unter dem Strich bin ich vor allem dankbar, dass ich so oft die Möglichkeit bekommen habe, zu spielen. Die drei Treffer sind natürlich ein schöner Beigeschmack.

Mallorca beflügelt: Doppeltorschütze nach Kurz-Trip

Besonders in Erinnerung dürfte dir der kuriose 6:3-Sieg im Nebelgeschehen gegen Schornbach geblieben sein: Du wurdest in der Halbzeit eingewechselt und hast gleich zweimal getroffen. Konntest du besser im Nebel sehen als alle anderen?

Ich bin an dem Tag erst mittags von einem Kurz-Trip aus Mallorca zurückgekommen und dann quasi direkt mit der Sporttasche nach Kaisersbach gedüst. Vermutlich war ich da einfach noch etwas beflügelt. Abgesehen davon hat mein Mitspieler, Marc Folter, den Ball zweimal optimal auf meiner Birne platziert (lacht).

Mittendrin im Profigeschäft: Pressesprecher bei Sonnenhof

Nicht nur als Spieler bei Kaisersbach bist du im Fußball aktiv, sondern zudem auch als Pressesprecher bei den Profis der SG Sonnenhof Großaspach. Wie kam es dazu und was sind deine Aufgaben?

Zu der Tätigkeit als Pressesprecher kam es damals über mein duales Studium. Ich bin Ansprechpartner für die Medienvertreter, koordiniere Interviews, leite die Pressekonferenzen vor und nach einem Spieltag und kümmere mich um Spielberichte, Pressemitteilungen, Website und unsere Social-Media-Kanäle. Da kann man aber sicherlich noch viele weitere Dinge aufzählen, die mitunter anfallen.

Bei deinen Aspachern läuft es aktuell nicht so rund. Aktuell steht ihr auf dem drittletzten Platz (18.). Müsst ihr wie in der letzten Saison bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern?

Man darf auch nicht vergessen, wie stark die 3. Liga ist: Das fällt auf, wenn man sich das Teilnehmerfeld mit ehemaligen Deutschen Meistern wie beispielsweise dem 1. FC Kaiserslautern mal genauer ansieht. Unabhängig davon ist die komplette Rückrunde noch zu spielen und ein Platz über dem Strich immer noch in greifbarer Nähe. Daher bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass die SG auch in dieser Saison den Klassenerhalt am Ende packen wird.

Ein ganz besonderes Pokal-Los

Am Anfang der Saison durftest du dich über ein wahres Traumlos im WFV-Pokal freuen -zweite Runde: SV Kaisersbach vs. SG Sonnenhof. Wie war es für dich gegen deinen Arbeitgeber zu spielen? Haben die Spieler der SG danach etwas über deine Leistung zu dir gesagt?

Das war natürlich eine wirklich kuriose Situation, aber ich habe mir ehrlich gesagt gar keinen allzu großen Kopf gemacht. Für uns alle war es in Kaisersbach eine super Erfahrung, sich gegen eine Profimannschaft zu beweisen und ich denke, wir haben es über 90 Minuten richtig gut gemacht. Ich glaube aber nicht, dass ich mit meiner Leistung für Aufsehen gesorgt habe, zumindest kam das bei den Spielern nicht zur Sprache (lacht).

Die Fans der SG Sonnenhof haben dich nach deiner Auswechslung mit einem ironischen Fangesang geneckt. Gab’s danach einen Rüffel für die Jungs?

Eigentlich wollte ich den Jungs nach dem Spiel noch ein Bier spendieren, allerdings war das in dem Ausmaß nicht mehr möglich, da die meisten schon während der Partie einen über den Durst getrunken hatten (lacht).

Beratungsagentur „fair-sport“

Zusätzlich bist du bei der Beratungsagentur „fair-sport“ tätig, zu deren Klienten unter anderem Joshua Kimmich (Bayern München), Bernd Leno (Arsenal London) und Mario Gómez (VfB Stuttgart) gehören. Was sind deine Aufgaben in der Agentur?

Das deckt sich ein bisschen mit meinen Aufgaben als Pressesprecher bei der SG in Sachen PR- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Social-Media-Tätigkeiten.

Fit bleiben in der Winterpause? Luccas Tipp: Den Nachtisch einfach mal weglassen!

Abschließende Frage: Jetzt steht erst einmal eine lange Winterpause bevor. Wie hältst du dich persönlich fit währenddessen?

Das muss ich mir in Anbetracht der ganzen Festtage und bevorstehenden Familienessen erst mal noch genauer überlegen. Vielleicht lasse ich das ein oder andere Mal einfach den Nachtisch weg (lacht).

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