Jugendgemeinderat für Remshalden Jugendliche wollen mehr Mitsprache

Maik Schäzle (16) und Alexander Siopidis (17, von links) vor dem Remshaldener Jugendhaus, in dem sie als Jugendgemeinderäte gerne Aktivitäten und Veranstaltungen organisieren würden. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Remshalden. Die Gemeinde hätte sich mit dem Thema Jugendvertretung ohnehin befassen müssen, jetzt treiben es die Jugendlichen selbst voran. Eine von Alexander Siopidis und Maik Schäzle angeführte Initiative macht sich dafür stark, dass ihre Interessen bei der Verwaltung Gehör finden. Dazu wollen sie eine parlamentarische Vertretung. Es geht nun um die Frage, ob die Idee bei anderen Jugendlichen verfängt.

Auf Flyern, die derzeit in Remshalden kursieren, werben Maik Schäzle und Alexander Siopidis für eine Veranstaltung am 11. März im Rathaus: „Wir wollen, dass auch wir Jugendliche in Remshalden aktiv werden! Du möchtest auch in Remshalden mitbestimmen können?“ Alle, die die Frage mit Ja beantworten, sollen zu der Veranstaltung kommen. Die Unterstützung der Gemeindeverwaltung und der Gemeinderäte hat das Anliegen sicher, das haben alle mehrfach öffentlich erklärt und betont. Jetzt kommt es darauf an, ob sich genügend junge Remshaldener der Sache anschließen.

Zu wenig Angebote für Jugendliche

Maik Schäzle und Alexander Siopidis jedenfalls sind davon überzeugt, dass dringend etwas passieren muss. In Remshalden gebe es viel zu wenig Angebote für Jugendliche, sagen sie. Und das, so ihre Überzeugung, wird sich nur ändern, wenn die Jugendlichen in der Kommunalpolitik aktiv mitmischen.

Mögliche Themen: Treffpunkte, Veranstaltungen und freies WLAN

Was würden sie in Remshalden ändern, wenn sie Mitspracherecht hätten? Der 16-jährige Maik Schäzle nennt das Thema Treffpunkte für Jugendliche. Alexander Siopidis blickt dabei neidisch nach Weinstadt, wo der 17-Jährige das Remstal-Gymnasium besucht: Dort habe es der Jugendgemeinderat in seiner vergangenen Legislaturperiode geschafft, die Ausstattung von drei Treffpunkten hinzubekommen. Was demnächst am Skaterplatz in Geradstetten passieren soll – auf Initiative von Jugendlichen kommt dorthin eine Grillstelle, Bänke und ein Pavillon als Unterstand – sei ein Anfang. Aber in Grunbach, da „gibt es keinen Platz, wo wir hingehen können“, sagt Maik Schäzle. Viel brauche es nicht, ein paar Bänke vielleicht. Und es sollte an einem Ort sein, wo nicht gleich Anwohner gestört sind, wenn es mal lauter wird.

Ein anderes Thema, um das sie sich in einem Jugendgemeinderat kümmern würden, sind Veranstaltungen im Jugendhaus, die einen größeren Kreis von Jugendlichen ansprechen als die, die dort jetzt regelmäßig hingehen. Ein freies, offenes WLAN-Netz ist ein weiteres Stichwort, das fällt.

Jugendgemeinderat hat ein eigenes Budget

Einen Jugendgemeinderat halten Maik Schäzle und Alexander Siopidis auf jeden Fall für die beste Form, um die Belange der Jugendlichen in der Gemeinde zu vertreten. Dort könne jeder ohne größere Hindernisse einen Antrag stellen, der Rat hätte dann ein gewisses Mitspracherecht bei die Jugend betreffenden Fragen der Kommunalpolitik. „Man hat eine ganz andere Autorität, wen man etwas als gewählter Jugendgemeinderat vorträgt, als nur als Einzelperson“, sagt Maik Schäzle.

Die feste Form eines gewählten Rats findet er auch deswegen gut, weil er die, die ihm angehören für zwei Jahre verpflichte und mehr in die Verantwortung nehme als eine lose Gruppierung. Ein Jugendgemeinderat habe außerdem ein eigenes Budget und damit mehr Autonomie.

Mindestens 15 oder 16 Leute werden gebraucht

Es ist eine Gruppe von acht jungen Männern, die das Projekt Jugendinitiative Remshalden bisher auf den Weg gebracht und begleitet hat. Soll der Wunsch nach einem Jugendgemeinderat Erfolg haben, dann sind natürlich noch mehr Mitstreiter nötig – und vor allem auch Mitstreiterinnen. „Wir brauchen mindestens 15 oder 16 Leute“, meint Alexander Siopidis.


Treffen am 11. März

Am Montag, 11. März, sind alle Remshaldener Jugendlichen, die Interesse haben, sich für ihre Belange zu engagieren, ab 18.30 Uhr ins Rathaus eingeladen.

Wer kommen will, kann sich per Mail an ji.remshalden@gmail.com anmelden.

Einen Account auf Instagram gibt es auch, er ist zu finden unter dem Namen ji.remshalden.

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