Kernen 2019: Kindergarten-Umbau für vier Millionen Euro

Beigeordneter Peter Mauch (links) und Thomas Bauer auf dem Hof der Kita Pezzettino. Die Fläche wird nach dem Abriss des Gebäudetrakts, der hinten zu sehen ist, überbaut werden. Foto: Schechinger/ZVW

Kernen-Rommelshausen. 16 Monate soll der Um- und Neubau der Kindertagesstätte Pezzettino dauern, eine sehr lange Bauphase, welche die Kinder im Kirchgärten-Pavillon überbrücken müssen. Ab Herbst soll der Pavillon hergerichtet werden. 2019 startet dann das vier Millionen-Projekt mit dem Abriss des nördlichen Gebäudeteils – Wohnhaus und Zwischenbau. Der Neubau wird zweigeschossig. Fünf statt drei Gruppen soll die Kita nach dem Umbau zählen.

Der Altbau, der jetzt saniert wird, ist ein „typischer zweigruppiger Kindergarten mit zwei großen Gruppenräumen“, erklärt Thomas Bauer, der zuständige Sachgebietsleiter Hochbau im Kernener Rathaus. Mit dem früheren Wohnhaus im Norden, in den längst eine dritte Gruppe eingezogen ist, verbindet es ein Zwischenbau. „Die Räume dort funktionieren nicht wirklich ideal, deshalb der Abriss. Alles, was nicht ideal ist, entfällt. Die zwei tollen Gruppenräume im Süden bleiben“, sagt Bauer.

So ist der nördliche Gebäudeteil, der einst Wohnung war, aktuell nicht barrierefrei. Während der südliche Gruppenpavillon mit seinen verklinkerten Außenwänden erhalten und saniert werden soll, schließt sich künftig ein zweigeschossiger unterkellerter Neubautrakt direkt an ihn an, der zusammen mit dem Altbau ein neues Ganzes schafft. Nach außen erkennbar ist das an der flächendeckenden Klinkerhülle mit Sichtbeton und einem durchgehenden Attikaband. Die künftige vordere Baulinie an der Blumenstraße nimmt die des bestehenden Gruppenpavillons auf, sprich: Der Kindergarten rückt im Nord- und Mittelbereich vor zur Straße. Es entsteht ein kompaktes Flachdachgebäude anstelle des bisherigen Konglomerats aus drei Teilen.

Zweiter Eingang und größere Fenster

Wichtig aus Sicht der Planer: Es wird künftig einen zweiten Zugang von der früheren Tulpenstraße her geben. Der Neubau öffnet sich nach Osten und nach Westen nicht nur mit großzügigen Verglasungen in den Garten. Es entsteht auch ein weiterer Eingangsbereich. Das Neubaugebiet Tulpenstraße, das derzeit in Windeseile besiedelt wird, sorgt künftig auch für mehr Kinder in der Kita Pezzettino. Schon jetzt schimpfen Anwohner der Blumenstraße über die zahlreichen Mama-Taxis, die dort morgens und mittags stehen, um Kids abzuliefern bzw. einzuladen. „Mit den zwei Zugängen wird der Bring- und Holverkehr entzerrt“, sagt Thomas Bauer. Und meint damit: auf die zwei Seiten der Kita verteilt. Die neu angelegten Parkplätze an der vorderen Günter-Haußmann-Straße sollen von den Eltern dann mitgenutzt werden.

Eine Wohnung auf dem Pavillon wäre zu teuer

Die Gesamtbaukosten belaufen sich laut Planungen des Fellbacher Büros „D’Inka Scheible Hoffmann Architekten“ auf 3,92 Millionen Euro. Aus dem Förderprogramm des Bundes zur Kinderbetreuungsfinanzierung erwartet die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 370 000 Euro. Die Planer gehen von einer 16-monatigen Bauzeit für Sanierung und Neubau aus. Hinzu kommen vier Monate für die Außenanlagen. Ziel ist es, nach dem langwierigen Intermezzo der Ausquartierung in die Kirchgärten eine fünfgruppige Kindertagesstätte mit verlängerten Öffnungszeiten und Ganztagesbetreuung zu schaffen und gleichzeitig den heilpädagogischen Stützpunkt der Kita Blumenstraße zu erhalten. Das Gebäudedach wird insgesamt zweistufig werden, denn der südliche Gebäudepavillon bleibt eingeschossig.

Der Vorschlag der OGL, hier aufzustocken, um Wohnraum für Erzieherinnen zu schaffen, funktioniert aus statischen Gründen nicht. Die Wohnungen haben einen anderen Grundriss als die Gruppenräume darunter, so Bauer. Es bräuchte ferner Schall- und Brandschutzmaßnahmen. „Und wir hätten Barrierefreiheit nur über den Kindergarten hinbekommen. Die Verschränkung der beiden Nutzungen wäre nicht sinnvoll gewesen.“ Nicht zu reden von den Kosten, die Bauer auf 1,3 Millionen Euro für 90 bis 100 Quadratmeter veranschlagt.

Bestandsgebäude

Der Gruppenpavillon mit zwei großen Räumen muss saniert werden. Die Außenwände werden energetisch ertüchtigt, die Innenwände ausgebessert. Zudem erhalten sie einen neuen Farbanstrich. In den Gruppenräumen wird ein neuer Linoleumbelag verlegt.

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